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Premier League : Leicester ist Sensations-Meister

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Jubel in Leicesters Pubs: Der Klub ist zum ersten Mal in seiner Geschichte englischer Meister Bild: Reuters

Das Fußballmärchen ist wahr: Titelverteidiger Chelsea macht Leicester City durch ein 2:2 gegen Tottenham Hotspur zum neuen englischen Meister. Die Profis feiern überschwänglich daheim – nur einer bekommt zuerst von seinem Glück nichts mit.

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          Eine der größten Sensationen im europäischen Vereinsfußball ist perfekt: Leicester City ist nach dem 2:2 (2:0) der Tottenham Hotspur beim FC Chelsea am Montag auf der Couch erstmals englischer Meister geworden. Zwei Spieltage vor Schluss der Premier-League-Saison ist dank der Schützenhilfe des Vorgängers aus London dem Klub um den deutschen Abwehrspieler Robert Huth der Titel auf der Insel nicht mehr zu nehmen.

          „Leicester hat die Premier League gewonnen. Die größte sportliche Überraschung in meinem Leben und es ist mein Team“, jubelte der frühere englische Nationalstürmer und Leicester-Eigengewächs Gary Lineker bei Twitter. Chelsea-Verteidiger John Terry verneigte sich ebenfalls vor dem neuen Champ. „Gratulation an Leicester. Sie haben das in diesem Jahr überragend gemacht“, sagte der frühere Nationalspieler.

          Die Profis des neuen Meisters verfolgten am Montag das London-Derby in der Villa von Torjäger Jamie Vardy. Als Schiedsrichter Mark Clattenburg an der Stamford Bridge abpfiff, konnte die Party in Leicester beginnen. Trainer Claudio Ranieri war zum Zeitpunkt des Titelgewinns in der Luft. Er weilte bis zum Abend in der Heimat und befand sich während des Abpfiffs im Flugzeug.

          Nicht Manchester City, nicht Manchester United um DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger, nicht der FC Arsenal oder Noch-Meister Chelsea - das Low-Budget-Team aus den englischen Midlands stahl allen die Show. Seit dem 23. Spieltag führt der Verein aus der 300.000-Einwohnerstadt die Tabelle an, begeisterte als Underdog und hatte zum Saison-Endspurt sämtliche Sympathien der Fußball-Welt. „Leicesters fantastische Foxes haben der Premier-League-Elite eine Lektion erteilt“, schrieb die britische Zeitung „The Guardian“.

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          Die erste Meisterschaft des Teams aus den englischen Midlands hat viele Gesichter. Angefangen von Trainer-Oldie Claudio Ranieri, der als griechischer Nationaltrainer 2014 nach dem 0:1 gegen die Färöer entlassen wurde. „Die Katastrophe des Jahrhunderts“, nannten ihn danach griechische Zeitungen. Jetzt ist er Coach bei einem der überraschendsten Meister der Fußball-Geschichte.

          Auch die Mannschaft hat viele Geschichten. Neben dem Ex-Nationalspieler Huth (Ranieri: „Er ist ein harter Junge mit einer großen Persönlichkeit und Charakter, er gibt uns Selbstvertrauen.“) waren sportlich Torjäger Jamie Vardy, Offensiv-Dribbler Riyad Mahrez und Mittelfeld-Motor N'Golo Kante herausragend.

          Nicht ohne Grund belegten diese drei Leistungsträger bei der Wahl zum Fußballer Jahres durch den englischen Sportjournalistenverband „Football Writer's Association“ die Plätze eins bis drei. Auch frühere Bundesligaprofis hatten ihren Anteil am Titel. Christian Fuchs, vor der Saison ablösefrei vom FC Schalke 04 gekommen, ist als Linksverteidiger gesetzt, Rekord-Einkauf Shinji Okazaki (Mainz 05) wirbelte mit Vardy im Angriff.

          Auch die Stadt ist mächtig stolz auf ihre Helden. Die Schaufensterpuppen in der Stadt tragen Leicester-Trikots, und selbst die Statue Richards III. ziert ein Fanschal. Die Überreste des mittelalterlichen Monarchen wurden 2012 unter einem Parkplatz im Zentrum von Leicester entdeckt. Auch eine dieser Sensationen.

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