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Fußball-WM in Russland : Lahm wird ARD-Experte

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Mit dem Zweiten sieht man besser: Jochen Breyer (r.) und Oliver Welke moderieren die Fußball-WM. Bild: dpa

Der ehemalige DFB-Kapitän wird bei der Weltmeisterschaft in Russland für die ARD im Einsatz sein. Philipp Lahm ist allerdings nicht der einzige Experte des TV-Senders.

          Die ARD setzt auf Philipp Lahm als Überraschungsjoker, das ZDF auf Fernseh-Routinier Oliver Kahn - und beide Sender werden ein gemeinsames WM-Studio nutzen. Die 64 Spiele der Weltmeisterschaft werden die Experten aus Baden-Baden kommentieren und analysieren, wie beim Confed-Cup 2017 erprobt. Philipp Lahm wird vom Tegernsee im neuen Format „Weltmeister im Gespräch“ mit Moderatorin Jessy Wellmer erläutern, „wie sich Spieler vor einem K.o.-Spiel“ fühlen. An diesem Montag stellten die öffentlich-rechtlichen Sender in Hamburg ihre Mannschaften vor Kameras und Mikrofonen vor.

          Eröffnungsspiel bei der ARD

          Live aus Russland werden vom 14. Juni an alle Partien der deutschen Nationalmannschaft übertragen. Die Eröffnungspartie Russland gegen Saudi-Arabien (17.00 Uhr) übernimmt die ARD mit Tom Bartels als Live-Kommentator. Er ist auch am Mikrofon, wenn Deutschland am 23. Juni (20.00 Uhr) gegen Schweden spielt.

          Das ZDF steigt am 16. Juni ein und lässt tags darauf Oliver Schmidt das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Mexiko (17.00 Uhr) begleiten. Das Zweite zeigt am 27. Juni auch die Partie Südkorea gegen Deutschland (16.00 Uhr). Kommentator wird Bela Réthy sein, der seine siebte WM bestreitet. Für alle übrigen Partien wechseln sich beide Sender ab. Als einzige weibliche Stimme wird Claudia Neumann aus dem Stadion zu hören sein. Für die ARD ist Gerhard Delling als Moderator nah an der deutschen Mannschaft, beim ZDF ist es Katrin Müller-Hohenstein.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Mit dem „ZDF-Morgenmagazin“ startet das Zweite aus Moskau und St. Petersburg von 5.45 Uhr in die WM-Tage. Als Experte tritt Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, auf. Als weitere Fachmänner setzt der Sender auf Altbewährte: Oliver Kahn, Holger Stanislawski und Urs Meier. „Wir werden sehr viele Diskussionen haben“, ist sich der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Meier mit Blick auf den Video-Beweis sicher. Die Technik sei schließlich noch in der Erprobung. Kahn merkte an: „Es wäre absolut außergewöhnlich, wenn Deutschland wieder Weltmeister wird.“

          Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm.

          Verzichten müssen die Zuschauer auf Sebastian Kehl, der von Juni an die Lizenz-Spieler-Abteilung von Borussia Dortmund leitet. „Bei der Mannschaft werden wir nachlegen. Das ZDF ist mit den anderen Experten gut aufgestellt“, kündigte ZDF-Teamchef Thomas Fuhrmann an.

          Bei der ARD laufen neben Routinier Thomas Hitzlsperger auch U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz und der ehemalige Stuttgart-Coach Hannes Wolf neu als Experten auf. In den Doppelfunktionen von Lahm und Kuntz, die als EM-Botschafter 2024 beziehungsweise Trainer im Einsatz sind, sah ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky keinen Interessenskonflikt. „Kuntz wird nicht für die deutsche Mannschaft eingesetzt, aber seine Expertise nehmen wir für die anderen Mannschaften gern“, sagte Balkausky.

          Micky Beisenherz und Jörg Thadeusz von der Reeperbahn

          Bei der ARD sind erstmals zwei Moderatoren gemeinsam am Ball: Alexander Bommes und Matthias Opdenhövel freuen sich auf ihre Doppelpässe. „Das wird spannend und herausfordernd“, sagte Bommes. Statt eines „Sportschau-Clubs“ gibt es bei der ARD ein „WM-Kwartira“. Aus dem Mojo-Club auf der Hamburger Reeperbahn wollen Micky Beisenherz und Jörg Thadeusz mit Gästen gegen 22.30 Uhr den Fußballtag Revue passieren lassen.

          Die Live-Stimmen des ZDF (v.l.): Oliver Schmidt, Bela Rethy, Claudia Neumann und Martin Schneider.

          Die Übertragungen aus Baden-Baden begründeten die ARD- und ZDF-Spitzen mit Kosten-Vorteilen. „Wir sind so wirtschaftlich wie nie, werden aber die Qualität liefern, die der Zuschauer erwartet“, sagte ARD-Programmchef Volker Herres. Bei dem wichtigsten Sportereignis des Jahres erwartet ZDF-Chefredakteur Peter Frey einen hohen Zuspruch. Das Finale 2014 Deutschland-Argentinien (1:0) hätten mehr als 30 Millionen Zuschauer in Deutschland verfolgt. „Dieser Rekord wackelt“, sagte Frey der Deutschen Presse-Agentur.

          Anders als die TV-Studioteams berichtet der ARD-Hörfunk komplett aus Russland. Weil ihnen die Bildunterstützung fehle, müssten sie näher dran sein, sagte Programmchef Oliver Frick. Außerdem könnten Emotionen so besser transportiert werden.

          Auch Online können die Nutzer bei ARD und ZDF die WM verfolgen. Das ZDF hat seine Rubrik „My View“ um Filter erweitert, so dass sich der Zuschauer einzelne Spielsituationen wie Freistöße oder Torschüsse haargenau angucken kann. Wer über einen smarten Lautsprecher mit Sprachfunktion verfügt, kann sich auch die wichtigsten Fakten des Spieltags erzählen lassen. Die ARD bindet ihre WM-Online-Inhalte auch in die Sportschau-App ein.

          Abgerundet wird das Sportprogramm in beiden Programmen durch Beiträge über Russland, seine Bevölkerung und seine Entwicklung. Angesichts von Doping-Vorwürfen gegen russische Sportler sowie Korruptionsvorwürfen gegen die Fifa wollen die Sender die WM kritisch begleiten.

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