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Länderspiele : Dämpfer für die EM-Favoriten

  • Aktualisiert am

Gegen Italien ins Straucheln geraten: Portugals Ronaldo Bild: AP

Der deutsche EM-Auftaktgegner Niederlande hat sich in einer torlosen Partie gegen Europameister Frankreich behauptet, der Gastgeber der Titelkämpfe, Portugal, unterlag beim EM-Test gegen Italien mit 1:2.

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          Frankreich vergab den alleinigen Weltrekord, Tschechien büßte seinen Unbesiegbarkeits-Nimbus ein, Roy Makaay ging leer aus: Die Favoriten für die Fußball-Europameisterschaft taten sich schwer.

          Dem deutschen EM-Auftaktgegner Niederlande gelang mit 0:0 gegen Titelverteidiger Frankreich immerhin ein Achtungserfolg: Die „Equipe Tricolore“ verpaßte in Rotterdam den 15. Erfolg hintereinander und muß sich die Siegesserien-Bestmarke nun mit Australien und Brasilien (14) teilen. Auch Geheimfavorit Tschechien (1:2 in Irland) erlitt den ersten Rückschlag seit langem: Es war die erste Niederlage seit dem 14. November 2001. Dagegen sind Otto Rehhagels Griechen nun schon seit 15 Länderspielen unbezwingbar.

          Makaay nutzte Chance nicht

          „Oranje zähmt die Franzosen und das ist schon etwas“, titelte „de Volkskrant“ am Donnerstag mit etwas Stolz über die dem EM-Champion geleistete Gegenwehr, der allerdings sein Parade-Mittelfeld mit Zidane, Pires und Vieira ersetzen mußte. Bei den Gastgebern, am 15. Juni in Porto erster deutscher EM-Gegner, ließ Torjäger Roy Makaay (Bayern München) seine Chance im Kampf um einen Stammplatz ungenutzt. „Makaays Mission ist mißglückt“, monierte „De Telegraaf“. Und Oranje strebe in die Rolle des Underdog, befand das „Algemeen Dagblad“.

          Hoch das Bein: Der Bulgare Petrov im Duell mit dem Russen Alenitschew (l.)

          Ein Tor von Robbie Keane in der Nachspielzeit besiegelte die erste Pleite des letzten deutschen EM-Gegners Tschechien seit 28 Monaten. „Keane nahm Tschechen die Unschlagbarkeit“, schrieb die Nachrichten-Agentur CTK. Auch Karel Brückner war unzufrieden: „Besser jetzt verlieren als bei der EM? Auf solche Sprüche gebe ich nicht viel. Wir sind alle sehr enttäuscht. Die erste Niederlage nach 20 Spielen schmerzt“, klagte der Coach, dem die Asse Rosicky und Poborsky fehlten. Den einzigen Sieg der deutschen EM-Widersacher feierte ausgerechnet Außenseiter Lettland. Mit dem 1:0 in Slowenien habe man bewiesen, „daß Lettland nicht aus Versehen nach Portugal reist“, kommentierte die Zeitung „Diena“ den unerwarteten Prestige-Erfolg, für den wieder mal Torjäger Maris Verpakovskis (36.) zuständig war.

          England stolpert in Schweden

          An Siege gewöhnt hat man sich mittlerweile auch in Griechenland. Unter Erfolgstrainer Rehhagel bauten die Hellenen ihre Serie auf 15 Spiele ohne Verlust aus. Das von Vassilis Tsartas herausgeschossene 1:0 über den EM-Rivalen Schweiz sei „süß wie Schweizer Schokolade“ gewesen, meinte „Sporttime“, und „König Otto“ habe in Aufstellung und Taktik ein weiteres „Meisterstück“ abgeliefert. Der deutsche Coach bremste mit Blick auf die EM-Endrunde aber die Euphorie, die etwa die Sportzeitung „To Fos“ („Hoffnungen und Erwartungen auf Erfolg in Portugal“) verbreitete. „Durch die Auswechselei ist der Rhythmus ein wenig verloren gegangen. Man hat gesehen, daß uns noch die nötige Souveränität fehlt, wenn wir unter Druck geraten“, sagte er.

          Trotz des 2:0 über Dänemark gingen Spaniens Medien mit ihrem Team hart ins Gericht. „Das war einer der typischen Testspiel-Langweiler, bei denen man vorm Fernseher einschläft“, mäkelte „El País“ nach dem glanzlosen Auftritt. Immerhin habe 1:0-Torschütze Fernando Morientes ein „gelungenes Comeback gefeiert und seine Chance genutzt“, so „As“. Auch England stolperte beim 0:1 in Schweden (Tor: Ibrahimovic). Bayern Münchens Owen Hargreaves traf für England nur die Latte.

          Trapattoni ernennt Italien zum Favoriten

          EM-Gastgeber Portugal enttäuschte in Braga beim 1:2 gegen Italien und geriet heftig in die Kritik. „So geht es nicht“, stellte „Record“ fest. „A Bola“ sprach von einem „besorgniserregenden Einbruch“, und „O Jogo“ gar von einem „Test in Sachen Fehler machen“. Das traf vor allem auf Torhüter Ricardo zu, der sich beim Siegtor durch Fabrizio Miccoli (75.) durch eine direkt verwandelte Ecke düpieren ließ. Italiens Coach Giovanni Trapattoni lobte den Charakter seiner Elf und verkündete optimistisch: „Jetzt gehören wir zu den EM-Favoriten.“

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