https://www.faz.net/-gtl-ryga

Länderspiel : Glanzlose Siege gegen Schweiz

  • Aktualisiert am

Endstation: Zeitz (r.) und Von Behren bremsen den Schweizer Schmid Bild: dpa/dpaweb

Auch zwei Siege zum Start in das neue Jahr haben bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Männer die Hoffnung auf eine Titelverteidigung bei der Europameisterschaft nicht gesteigert.

          2 Min.

          Zwei Spiele, zwei Siege - doch auf Bundestrainer Heiner Brand wartet 18 Tage vor Beginn der Handball-EM in der Schweiz (26. Januar bis 5. Februar) noch viel Arbeit.

          „Ein paar starke Phasen in zwei Partien reichen nicht aus, um auf neutralem Boden gegen gute Mannschaften zu gewinnen“, sagte Brand mit Blick auf die schwere EM-Vorrundengruppe. 21 Stunden nach dem gelungenen Jahresauftakt (35:27) in Aschaffenburg offenbarte der Olympia-Zweite beim 37:30 im zweiten Test gegen EM-Gastgeber Schweiz am Sonntag in Wetzlar vor allen Dingen in der Abwehr eklatante Schwächen. Vor 4776 Zuschauern in der ausverkauften Mittelhessen-Arena besiegelten Christian Zeitz (Kiel) und Michael Kraus (beide je 7 Tore/Göppingen) als beste Werfer den zweiten Prestigesieg gegen die vom früheren deutschen Nationalcoach Arno Ehret trainierten Eidgenossen.

          Ein Durchgangsjahr

          Mit insgesamt 13 Treffern war Linkshänder Zeitz auch der erfolgreichste Torschütze des ersten Doppeltests 2006. Doch besonders im zweiten Duell mit den international zweitklassigen Schweizern wurden die Auswirkungen der derzeitigen Verletztenmisere deutlich sichtbar. Abstimmungsprobleme in der Deckung sowie Mißverständnisse und etliche technische Fehler prägten das Spiel des Europameisters, der bei der anstehenden EM nur Außenseiter ist. „2006 ist für uns ein Durchgangsjahr. Alles steht schon im Zeichen der WM 2007 im eigenen Land. Da wollen wir ganz vorne mitspielen“, sagte Kapitän Florian Kehrmann (Lemgo).

          Nach dem Nationalmannschafts-Rücktritt von Daniel Stephan und der EM-Absage von Markus Baur (beide Lemgo) hatte Brand auch zum Auftakt der Vorbereitungsphase Rückschläge einstecken müssen. Besonders die rechte Rückraumposition bereitet dem Gummersbacher Kopfzerbrechen. Von den vier in Frage kommenden Linkshändern ist derzeit keiner fit. Immerhin zeigte der 25jährige Zeitz nach seiner Ellbogen-OP ansteigende Form. Brand: „Christian hat mir große Sorgen gemacht, aber für seinen Zustand hat er schon überraschend gut gespielt.“

          Viele Fragezeichen

          Dagegen steht hinter den EM-Teilnahmen von Holger Glandorf (Knie-OP/Nordhorn), der aus dem Trainingslager in Niedernberg abreiste und in den nächsten Tagen nur Krafttraining absolviert, und Volker Michel (dreifacher Nasenbeinbruch/Göppingen) noch ein Fragezeichen. Der Nettelstedter Rolf Hermann indes könnte nach seiner Grippe bereits am Wochenende beim Vierländer-Turnier in Slowenien und Kroatien wieder in den deutschen Kader zurückkehren. Auch Kreisläufer Andrej Klimowets (Kronau-Östringen) macht nach seinem Fersenbeinanbruch Fortschritte und will unbedingt zur EM.

          Für Erleichterung bei Brand sorgte aber vor allen Dingen die verbesserte Form von Keeper Henning Fritz (Kiel). „Er war in der ersten Saisonhälfte sicher in einer Krise. Aber ich hatte nie Bedenken, daß Henning nicht wieder nach oben kommt“, lobte der Coach seinen „Welthandballer“. Auf die Physis seiner Profis kann sich Brand in jedem Fall verlassen. Bei der alljährlichen Untersuchung in der kardiologischen Abteilung des NRW-Herzzentrums in Bad Oeynhausen erreichten die deutschen Spieler die besten Gesamtergebnisse seit der Premiere 2001. Bis zur Abreise in die Schweiz steht neben dem Turnier in Kroatien und Slowenien (13. bis 15. Januar) noch die doppelte EM-Generalprobe gegen Ungarn am 20. Januar in Offenburg und am 21. Januar in Mannheim auf dem Programm.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Je mehr Privatpatienten in einem Gebiet, desto mehr Ärzte lassen sich dort nieder. Aber liegt das am Geld oder am sozialen Umfeld?

          Gesundheitswesen : Abschaffung der Privatkassen soll Milliarden sparen

          Der Beitrag für jeden gesetzlich Versicherten könnte um 145 Euro im Jahr sinken, wenn die Privatkassen abgeschafft würden. Das behauptet eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Beamte, Ärzte und Wissenschaftler halten die Berechnungen für hanebüchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.