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Kugelstoßer Storl : „Böser“ David ohne Trainer

Lange Jahre ein Erfolgs-Duo: Kugelstoßer David Storl (l) und Trainer Sven Lang Bild: dpa

Kugelstoßer Storl und sein langjähriger Trainer Lang beenden die Zusammenarbeit. Nach Jahren des Erfolgs kam es zum Zerwürfnis. Auch wegen der Einmischung eines Dritten.

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          Stoische Ruhe war stets eine Eigenschaft, die den jungen Kugelstoßer David Storl auszeichnete. Durch nichts schien sich der Sachse bei seiner sportlichen Arbeit im Ring aus der Ruhe bringen zu lassen. Diese Eigenschaft hatte er zuletzt verloren. Und nun offenbar auch die Nerven. Wenige Wochen nach seinem schwachen Abschneiden bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London, wo er anschließend von einem „Scheiß-Wettkampf“ sprach, hat sich der 27-Jährige von seinem langjährigen Erfolgstrainer Sven Lang getrennt. Nach zehn Jahren endete die Zusammenarbeit im Unfrieden. Storl teilte mit, er wolle „neue Wege gehen“ und „neue Impulse setzen“. Der 55 Jahre alte Lang wollte sich zu den Hintergründen nicht öffentlich äußern, bekannte aber seine Enttäuschung.

          Erster Höhepunkt der Erfolgsgeschichte: Weltmeister in Daegu 2011
          Erster Höhepunkt der Erfolgsgeschichte: Weltmeister in Daegu 2011 : Bild: Reuters
          Achim Dreis
          (ad), Sport

          Teil des Problems scheint der neue Mentaltrainer Storls zu sein. Matthias Große, Lebensgefährte der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, hatte schon beim verpatzten Auftritt von Storl in London keine glückliche Rolle gespielt. Der Kugelstoßer, vom Naturell her eher ein gelassener Vertreter seiner Art, sollte den „bösen“ David anstelle des „lieben“ Jungen rauslassen, hatte ihm Große mit in den Ring gegeben. Das demonstrativ selbstbewusste Auftreten währte allerdings nur drei Versuche, dann war der zweimalige Weltmeister als Zehnter nach dem Vorkampf ausgeschieden. Schon bei den Olympischen Spielen in Rio war Storl als Siebter hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

          Als 16-Jähriger war der Sachse einst zu Trainer Lang gekommen, der ihn vom Schüler bis in die Weltelite führte. Schon bei seinem ersten internationalen Auftritt, der Team-EM in Stockholm 2011, hatte Storl seinerzeit die Etablierten überrascht, darunter Olympiasieger Majewski, als er völlig unerwartet den Wettkampf gewann. Und so ging es weiter: bei der WM in Daegu sicherte er sich im sechsten und letzten Versuch die Goldmedaille, ließ dabei gleich vier ehemalige Weltmeister hinter sich und war plötzlich, mit 21, der Jüngste von allen. 2013 folgte ein zweiter WM-Titel, daneben errang das Team Storl/Lang drei Siege bei Europameisterschaften, Olympia-Silber 2012 und eine Handvoll Medaillen unterm Hallendach.

          Der neue Einflüsterer im Hintergrund: Mentaltrainer Matthias Große
          Der neue Einflüsterer im Hintergrund: Mentaltrainer Matthias Große : Bild: dpa

          Storl ist mit gut 120 Kilogramm Körpergewicht auf knapp zwei Metern Größe einer der leichteren Athleten im Kugelstoßring. Sein Defizit bei der Maximalkraft glich er bislang durch herausragende Schnelligkeit und exzellente Technik aus. Mit welchem Heimtrainer er in Zukunft an die alten Erfolge anschließen will, ist noch offen. Beim Istaf am Sonntag in Berlin soll ihn Große als Interimstrainer betreuen. Im Nationaltrikot wird Storl allerdings weiter Ratschläge von einem alten Bekannten bekommen: Bundestrainer ist und bleibt Sven Lang.

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