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Koreakrise und Winterspiele : Verzicht bei Gefahr

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Olympia im Regen: Frankreich und auch Österreich schließen einen Teilnahme-Verzicht in Pyeongchang nicht mehr aus Bild: dpa

Österreich und Frankreich schließen es nicht mehr aus, auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Pyeongchang zu verzichten. Andere Nationen umgehen die Frage lieber.

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          Laura Flessel, die französische Sportministerin, und Karl Stoss, der Vorsitzende des Österreichischen Olympischen Komitees, haben ausgesprochen, was eigentlich selbstverständlich ist: Man werde keine Athleten zu den Olympischen Winterspielen im Februar nach Pyongchang schicken, sollte deren Sicherheit nicht garantiert werden können. Der umgekehrte Fall würde schließlich bedeuten: Ein Land würde seine Sportler zu Olympischen Spielen schicken, obwohl sie dort Gefahren ausgesetzt würden. „Noch ist es aber nicht so weit“, sagte Flessel dem Radiosender RTL. „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass es so weit kommen wird“, erklärte Stoss der Nachrichtenagentur Apa. Pyeongchang liegt in Südkorea, nur 80 Kilometer von der entmilitarisierten Zone entfernt, die das Land von Nordkorea trennt.

          Andere Nationen umgehen die Frage lieber. Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, hatte bei der Eröffnung der IOC-Vollversammlung vergangene Woche in Lima einen andren Ton vorgegeben: „Jetzt über verschiedene Szenarien zu sprechen, würde die falsche Botschaft aussenden. Es würde die Bemühungen derer unterminieren, die an einer diplomatischen Lösung arbeiten.“

          In dieser Woche trafen Bach und der südkoreanische Präsident Moon Jae-in am Rande der UN-Vollversammlung in New York zusammen. Moon betonte dort, dass man sich der Sorgen des IOC und der ganzen Welt bewusst sei. Offensichtlich verbindet das Land mit Olympia aber auch die Hoffnung zu beweisen, wie stabil es ist. Die erfolgreiche Austragung von Winterspielen würde Sicherheitsbedenken zerstreuen und der Welt zeigen, wie stabil der Frieden auf der koreanischen Halbinsel sei, erklärte Moon in New York.

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          Max Hartung, der Sprecher der deutschen Athleten, erklärte dem Sport-Informationsdienst, dass er sich mit mehreren Wintersportlern ausgetauscht habe. „Wir haben alle ein ungutes Gefühl, aber ich spüre keine Angst, alle sind heiß auf die Spiele und ihre Wettkämpfe.“ Eine „Verzichtsandrohung“ würde er schon allein deshalb momentan nicht gutheißen.

          Das Problem nach den anhaltenden Provokationen zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sei laut Hartung, die Sachlage seriös einzuschätzen: „Sind das nur Wortgefechte zwischen zwei Verrückten oder wird es tatsächlich ernst? Wir müssen uns da schon auf die Einschätzung der Bundesregierung und des DOSB verlassen, die ebenfalls in engem Kontakt stehen."

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