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Konkurrent New York : „NYC 2012“ liegt noch tief im Schatten

  • -Aktualisiert am

New York, Manhattan Bild: EPA

Beim Leipziger Konkurrenten aus den Vereinigten Staaten regt sich viel Kritik und wenig Interesse. Auf den Straßen der amerikanischen Metropole heißt es immer wieder: „Ist das wahr, Olympische Spiele in New York?“

          Es ist wirklich nicht so einfach, in diesen Tagen Spuren von Olympia in New York City zu entdecken. Am Times Square leuchten die üblichen überdimensionalen Werbetafeln, aber nichts ist zu sehen von der Bewerbung um die Spiele in acht Jahren. Keine zehn Blocks weiter nördlich immerhin, im Souvenir-Shop des Fernsehsenders NBC, verkaufen sie bereits die unverzichtbaren Accessoires für den Olympiafan. T-Shirts, Mützen, Kaffeetassen mit dem Schriftzug "NYC 2012" verwirren bisweilen die Kundschaft. "Ist das wahr, Olympische Spiele in New York?"

          Erst einmal muß sich die Stadt mit ihrem Mega-Entwurf - praktisch das Gegenmodell zu Leipzig - durchsetzen. Anfang dieser Woche haben die New Yorker ihr Konzept am IOC-Hauptsitz in Lausanne abgegeben, Notiz hat davon in der Acht-Millionen-Metropole kaum jemand genommen. Den Zeitungen war es gerade winzige Agenturmeldungen wert. New York hat wirklich andere Dinge im Kopf, ob an der Wall Street oder an Ground Zero.

          In den Schatten gestellt von vier großen Profiligen

          Andererseits werkeln mittlerweile 46 Angestellte in der Gesellschaft "NYC 2012" und stellen abseits des Rampenlichts einiges auf die Beine. Bei größeren Sportveranstaltungen wie dem New York Marathon oder der Ringer-Weltmeisterschaft waren sie präsent. Ende des Monats gastiert mit dem Weltcup die internationale Schwimmelite in der Stadt; wieder eine Gelegenheit, sich zu zeigen. Daß Olympia in der öffentlichen Wahrnehmung dennoch kaum eine Rolle spielt, liegt an dem minderen Stellenwert, unter dem der olympische Sport hierzulande leidet. Solange die Spiele aller Spiele nicht unmittelbar bevorstehen, sind selbst sichere Goldmedaillen-Anwärter nur kleine Lichter unter vielen. In den Schatten gestellt von den vier großen Profiligen und selbst vom College-Sport.

          Als im vergangenen Sommer Vancouver in Kanada den Zuschlag für die Winterspiele 2010 erhielt, spekulierte die "New York Times" darüber, was die Entscheidung für die Chancen der Metropole am Hudson bedeute. Nicht allzu viel, schlußfolgerte der Kommentator. In der Geschichte der fünf Ringe gebe es immer wieder Beispiele dafür, daß es den Herren der Spiele keineswegs um die faire Berücksichtigung der Kontinente gehe. Von ungleich größerer Bedeutung sei vielmehr eine andere Aufgabe: "Die Architekten der Bewerbung müssen die New Yorker immer noch davon überzeugen, daß die Lasten, die das Vorhaben heute mit sich bringt, von den Vorteilen in der Zukunft überwogen werden."

          „Ein unglaublich kompliziertes Puzzle“

          In einem solchen Klima die positiven Nachrichten optimal zu streuen, das ist Aufgabe von Vizebürgermeister Daniel Doctoroff. Er verantwortet in der Verwaltung die Wirtschaft und die Stadtentwicklung und gilt als der Ideengeber der Bewerbung. Doctoroff sagt: "Es werden praktisch an allen Fronten Fortschritte gemacht. Doch es ist ein unglaublich kompliziertes Puzzle, und wir wollen sicherstellen, daß alle Teile am richtigen Platz liegen." Derzeit geht es bei den Plänen für ein neues Stadion in Midtown und das Athletendorf in West Queens, direkt gegenüber den Vereinten Nationen, um die Finanzierung. Utopisch hohe Milliarden-Summen seien veranschlagt, sagen die Olympiakritiker. Doch Doctoroff baut ganz auf den Geist, der die Stadt groß gemacht habe: "Was sie definiert, ist ihre Fähigkeit, an kritischen Punkten die Angst, die Tragödie und die ökonomische Unsicherheit zu kanalisieren und in großartige Errungenschaften umzuwandeln."

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