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Kommentar zu Werksvereinen : Traditioneller Quotenkiller

Hitziges Duell ohne Zuschauer: Leverkusen gegen Wolfsburg Bild: AFP

Wenn es um die Werksvereine der Bundesliga geht, regiert oft der Populismus. Eine Statistik gibt der Diskussion neue Nahrung: Die TV-Quoten des Duells zwischen Leverkusen und Wolfsburg sind ein Desaster.

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          Es ist ja ein beliebter Sport von Managern und Präsidenten sogenannter Traditionsvereine, über die Konkurrenz zu schimpfen und zu spotten, die mit Firmenunterstützung in der Bundesliga Karriere machen. Der von Volkswagen einmal sogar bis zur Meisterschaft getunte VfL Wolfsburg gehört dazu – und seit Jahrzehnten natürlich auch Bayer Leverkusen. Einmal im Jahr lassen sich diese oft auch ziemlich populistischen Vorhaltungen – die auch dazu dienen, eigene Versäumnisse zu kaschieren – allerdings wunderbar mit Zahlen und Daten unterfüttern.

          Der Fernsehsender Sky misst die Quoten für jedes seiner live übertragenen Bundesligaspiele, und wenn, wie am vergangenen Samstag, Leverkusen gegen Wolfsburg spielt, dann müssen die Fernsehmacher dafür ganz tief runter in den Keller. Diesmal waren es weniger als 5000 Zuschauer, die das Werksduell einschalteten, was offiziell die Zahl von 0,00 Millionen Zuschauern bedeutet.

          Der Betriebsfußball-Quotenkiller ist kein Einzelfall. Seit der Sender die Sehbeteiligung misst, ist die Partie Leverkusen – Wolfsburg immer bei 0,00 Millionen Zuschauern gelandet. Vorausgesetzt, um diese Zeit haben auch andere Vereine gegeneinander gespielt. Ob bei der Desaster-Performance des Werksfußballs all die Fernseher mitgezählt werden, die während des Spiels in den Leverkusener Vip-Räumen laufen, ist nicht bekannt.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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