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Kommentar Sport : Gefährliches Niveau

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Adios! Der FC Barcelona und Real Madrid sind draußen. Ciao! Inter Mailand ist nicht mehr dabei. Au revoir Lyon, den französischen Meister hat's ebenfalls erwischt. Goodbye Arsenal, die "Gunners" schießen auch kein Tor mehr in dieser Champions-League-Saison.

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          Die Kunst des zähen Ringens hat den Traumfußball abgelöst.

          Adios! Der FC Barcelona und Real Madrid sind draußen. Ciao! Inter Mailand ist nicht mehr dabei. Au revoir Lyon, den französischen Meister hat's ebenfalls erwischt. Goodbye Arsenal, die "Gunners" schießen auch kein Tor mehr in dieser Champions-League-Saison. Freie Fahrt also für den FC Bayern München auf dem Weg ins Endspiel? Nichts da, gebietet Roy Makaay solchen Spekulationen Einhalt. Der am Mittwoch siegende Holländer, der, schnell wie ein Blitz, den Zehn-Sekunden-Treffer gleich nach dem Anstoß gegen Real erzielte, beharrt fürs Erste lieber auf dem Gleichheitsgrundsatz. "Die acht Mannschaften, die das Viertelfinale erreicht haben, sind alle auf dem gleich hohen Niveau. Das macht die Sache so gefährlich." Favoriten, Außenseiter - selten hat sich die europäische Meisterklasse in ihrer entscheidenden Phase so ausbalanciert gezeigt wie in dieser Saison.

          Die Teams, die im Vorjahr mit Traumfußball zauberten, wie Titelverteidiger Barcelona und sein Finalgegner Arsenal, haben sich diesmal schon im Achtelfinale verabschiedet. Sowohl die Mannschaft von Trainer Frank Rijkaard als auch der Kader von Arsène Wenger wirken in der Spielzeit nach der kraftraubenden Weltmeisterschaft nicht frisch, phantasievoll und athletisch genug, den Anforderungen auf höchster europäischer Klubebene standzuhalten. Wer diesmal ganz vorn dabei sein will, muss die Kunst des zähen Ringens um jedes Tor beherrschen. Evidente Vorteile, das hat die Runde der letzten sechzehn gezeigt, gibt es nicht mehr. Wer daheim spielt, ist vor nichts sicher, wie das Ausscheiden von Arsenal und Lyon vor eigenem Publikum bewies. Und noch etwas erschwert das Vorankommen: Selbst den besten europäischen Mannschaften fällt das Toreschießen gegen defensiv immer besser organisierte Widersacher von Mal zu Mal schwerer. Inklusive einer Verlängerung fielen gerade mal 13 Treffer in den acht Rückspielen des Achtelfinales; bei den Hinspielen zwei Wochen zuvor waren es mit 16 auch nicht viel mehr.

          Die Bayern, die an diesem Freitag wissen, mit wem sie es im Viertelfinale zu tun haben werden, boten im Achtelfinale mit das beste Unterhaltungsprogramm. 2:3 in Madrid, 2:1 daheim - da bewegte sich einiges, manches indes nach dem Geschmack von Trainer Ottmar Hitzfeld zu unorganisiert. Deshalb wird der Coach für die Runde der letzten acht an einer weiteren Stabilisierung der Abwehr arbeiten, auf dass auch der deutsche Meister nötigenfalls mal ein 0:0 auswärts verteidigen kann. Dass die Münchner mit ihren sieben Konkurrenten Schritt halten können, wissen sie seit Mittwoch. Doch bietet diese Erkenntnis keinerlei Gewähr für eine Fortsetzungsgeschichte mit glücklichem Ausgang. Der Weg zum Endspiel in Athen am 23. Mai ist weit, uneben und an manchen Stellen unvorhersehbar. Der FC Bayern scheint seit der Rückkehr von Ottmar Hitzfeld zumindest gerüstet, auch schwierigste nationale und internationale Etappen couragiert in Angriff zu nehmen. Eine Erkenntnis, die Mut macht.

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