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Kommentar : Pepi für Deutschland

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Wenn alles gutgeht, wird es nächsten Winter mit dem Deutschen Skiverband endlich wieder schneller abwärts gehen, was eine gute Nachricht ist. Bislang mußten Freunde der Hochgeschwindigkeitsabfahrten hierzulande mit bescheidenen Nachrichten leben, etwa mit der Frage, ob das Wadenbein-Schienbeinkopfgelenk von Florian Eckert immer noch gereizt ist oder nicht oder ob Max Rauffer Chancen sieht, unfallfrei die Streif herunterzukommen.

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          Wenn alles gutgeht, wird es nächsten Winter mit dem Deutschen Skiverband endlich wieder schneller abwärts gehen, was eine gute Nachricht ist. Bislang mußten Freunde der Hochgeschwindigkeitsabfahrten hierzulande mit bescheidenen Nachrichten leben, etwa mit der Frage, ob das Wadenbein-Schienbeinkopfgelenk von Florian Eckert immer noch gereizt ist oder nicht oder ob Max Rauffer Chancen sieht, unfallfrei die Streif herunterzukommen. "Zu allem bereit und zu nix zu gebrauchen" - so überschreibt Abfahrer Eckert seine Homepage, was zu weitergehenden Deutungen deutscher Abfahrtskunst animiert.

          Aber nun, wie gesagt, wird alles besser. Im nächsten Winter wird voraussichtlich nicht etwa die Nachwuchsarbeit deutscher Trainerfüchse für neuen deutschen Abfahrtsglanz sorgen, sondern ein Grenzgänger, der zwar weltweit zu den Besten, in Österreich aber nur zum Ersatz gehört. Machen wir uns also schon einmal bereit für deutsche Podestplätze. Josef "Pepi" Strobl jedenfalls hat in diesen Tagen, da er nur zuschauen darf, wie die österreichischen Kollegen in St. Moritz um WM-Medaillen kämpfen, sein Kommen in Aussicht gestellt und damit für Vorfreude beim DSV gesorgt. Bis zum Weltcupfinale will der 28 Jahre alte Lechtaler endgültig entscheiden, wie es mit ihm weitergeht.

          Die Österreicher haben Erfahrung mit abwanderungswilligen Spitzenathleten. Elfi Eder zum Beispiel ist für Grenada gestartet, Marc Girardelli für Luxemburg, und fast wäre sogar Hermann Maier ausgewandert. Nicht auszudenken: Der Herminator ein Deutscher, da hätten wir als Volk der Skitouristen unseren freundlichen Nachbarn mal zeigen können, wie man richtig auf den Brettern steht. Aber wir nehmen auch Strobl, keine Frage, ist ja nicht wie damals mit Andreas "Goldi" Goldberger. Der arme Kerl hatte nach seinem Kokain-Skandal wochenlang nach einem Aufnahmeland gesucht, aber nicht nur der DSV, der mit Hannawald&Co im Geschäftsbereich Skispringen bestens versorgt ist, winkte ab. Weder Grenada noch Portugal, noch Luxemburg, noch San Marino wollten offenbar die Vierschanzentournee gewinnen; nur Jugoslawien zeigte Interesse, aber auch das funktionierte nicht so richtig, und so springt Goldi mittlerweile wieder für Österreich. Da haben einige verpaßt, rechtzeitig zuzugreifen, was der DSV im Fall Strobl verständlicherweise vermeiden will.

          Pepi für Deutschland - das würde unsere Wintersportnation erheblich voranbringen. Und wir wären auch gern bereit, den Österreichern im Gegenzug unter die Arme zu greifen und ihnen ein paar unserer zweitbesten Koryphäen zu überlassen. Fußball gegen Wintersport zum Beispiel, Effenberg gegen Strobl, Basler gegen Eberharter - das könnte ein richtig schöner Tauschhandel werden.

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