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Fußball : Koller läßt Dortmund hoffen und zittern

  • Aktualisiert am

Herausragend beim BVB: Jan Koller Bild: dpa/dpaweb

Ausgerechnet Dortmunds Bester beim 1:0 in Berlin wird offenbar von Ajax Amsterdam umworben. Jetzt geht nach dem Zwischenhoch die Sorge um, den Stürmer aus Geldmangel verkaufen zu müssen.

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          Die kriselnde Borussia aus Dortmund könnte in nächster Zeit in ein neues Dilemma schlittern - und das betrifft ausgerechnet Hoffnungsträger Jan Koller.

          Der Held von Berlin - beim 1:0 gegen Hertha Torschütze, Antreiber und leidenschaftlicher Verteidiger in einer Person - wird abermals von einem europäischen Spitzenteam begehrt. „Ich habe seit ein paar Tagen davon gehört“, bestätigte der Niederländer Bert van Marwijk Informationen aus seiner Heimat, Ajax Amsterdam wolle den 2,02 Meter langen Stürmer verpflichten. Beim BVB sei zwar offiziell nichts davon bekannt, meinte der Trainer. Auch werde man in der gegenwärtig angespannten Lage nicht so schnell Spieler verkaufen. „Aber im Fußball weiß man nie“, ergänzte van Marwijk.

          „Unglaublich gut, ein Vorbild“

          Die Nachricht aus Amsterdam platzte genau in den Abend, an dem der tschechische Nationalstürmer seine große Bedeutung für den ehemaligen Weltpokalsieger eindrucksvoll untermauerte. „Ich habe von ihm noch keine bessere Leistung im BVB-Trikot gesehen. Wie er die Ärmel hochgekrempelt hat, daran konnten sich auch andere aufrichten“, lobte der designierte Clubchef Reinhard Rauball. „Unglaublich gut, ein Vorbild“, lobte van Marwijk. Mit seinem 46. Bundesliga-Tor im 109. Spiel verhinderte Koller nach sieben sieglosen Partien den sportlichen Totalabsturz und impfte den Kollegen neuen Mut ein.

          Angesichts der großen wirtschaftlichen Sorgen mit 119 Millionen Euro Verbindlichkeiten wissen Trainer und Team natürlich um das sensible Thema Spielerverkäufe. Vor der Saison hatte Borussia ein Angebot von Olympique Marseille über sechs Millionen Euro mit Hinweis auf mindestens die doppelte Summe als erwarteten Erlös zurückgewiesen. „Wir haben keine offizielle Anfrage vorliegen. Und wir haben mit den Fakten so viel zu tun, daß wir uns mit hypothetischen Fragen nicht beschäftigen“, antwortete Rauball auf Nachfragen zu Koller. Man könnte nochmals fragen, wenn es wirklich ein Thema wäre, sagte der Anwalt. Das Wort unverkäuflich benutzte er nicht.

          „Wir können diese Wechsel-Diskussionen nicht gebrauchen“

          Koller sagte nach seinem Gala-Auftritt im Olympiastadion zum möglichen Wechsel vor Vertragsende 2006: „Das ist kein Thema für mich. Ich habe das nur aus der Zeitung gehört.“ Kapitän Christian Wörns paßte das Thema nach dem ersten Schritt aus der sportlichen Krise nicht in den Kram. „Wir können diese Wechsel-Diskussionen nicht gebrauchen. Das ist kontraproduktiv für die ganze Mannschaft.“

          Samstag müssen sich die Borussen gegen Leverkusen wieder 80.000 eigenen Fans stellen, die ihnen zuletzt nach fünf sieglosen Spielen im Westfalenstadion demonstrativ die Freundschaft gekündigt hatten. „Wir haben in Berlin für die Fans gewonnen“, betonte Koller. Rauball ergänzte: „Eine bessere Reaktion der Mannschaft konnten wir uns nicht wünschen.“ Van Marwijk lobte: „Das Team hat viel Charakter gezeigt.“

          So hatten sich Koller & Co. auch das Glück verdient, daß Fredi Bobic und Marcelinho dreimal nur das Aluminium des BVB-Tores trafen. „Das ist bitter. Jetzt müssen wir aufpassen, daß wir nicht als große Verlierer aus der englischen Woche herausgehen“, meinte Bobic nach den 0:1-Niederlagen gegen Bielefeld und Dortmund und vor dem Spiel in Freiburg. Berlin fehlten vor allem Tempo, Biß und eine Erfolgs-Taktik. Wie der BVB rangiert auch Hertha knapp über der Abstiegszone.

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