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Kokain-Problem : Böser Kater nach der sauberen EM

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Ex-Sportler mit Kokain-Problem: Patrick Sjoberg (l.) und Sven Nylander Bild: AFP

Nach Patrick Sjöberg hat auch Sven Nylander zugegeben, am Rande der Leichtathletik-EM in Göteborg Kokain konsumiert zu haben. „Wir haben viel Gold, Silber und Kokain geholt“ kommentierte „Aftonbladet“ die Geständnisse der Ex-Sportler.

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          Nach dem ehemaligen schwedischen Hochsprung-Weltmeister Patrick Sjöberg hat auch der ehemalige Hürdenläufer Sven Nylander zugegeben, bei einer Party am Rande der Leichtathletik-EM in Göteborg Kokain konsumiert zu haben. „Ich bekam es angeboten und habe es genommen“, sagte der 44 Jahre alte zweimalige EM-Zweite (1990 und 1994) in einem Fernsehinterview. Am Vortag hatte er noch behauptet: „Ich fühlte mich nicht unter Drogeneinfluß und kann mich auch nicht erinnern, welche genommen zu haben.“

          Jetzt gestand der Mitbegründer und Botschafter der Organisation „Drogenfreier Sport“, schon öfter Kokain auch bei anderen Feiern eingenommen zu haben: „Es war ein Riesenfehler.“ Die Organisation schloß Nylander daraufhin mit sofortiger Wirkung aus. Zuletzt hatte er monatlich noch rund 2300 Euro für Vorträge kassiert. Wie es mit seinem Job als Jugendtrainer weitergeht, steht in den Sternen.

          Erst betrunken, dann geschnupft

          Europarekordler Sjöberg hatte schon vorher zugegeben, Kokain bei der Party geschnupft zu haben. Der 40jährige Sjöberg, 1987 Weltrekordhalter im Hochsprung mit 2,42 Metern, „bekannte“ sich in einer ellenlangen Presseerklärung zu seiner „Dummheit“ und begründete sie damit, daß er bei der sonst von ihm „zu 99 Prozent“ abgelehnten Einnahme von Kokain schon betrunken gewesen sei.

          Sjöberg, Nylander, der noch aktive Sprinter Patrik Lövgren (30), Sjöbergs Freundin und ein griechischer Trainer waren im Anschluß an die Feier in der Nacht auf Sonntag von der Polizei vorübergehend verhaftet worden. Sie mußten Urinproben abgeben und wurden anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Medienberichten fand die Polizei bei Nylander und Sjöberg jeweils 4 Gramm „Koks“ in einem Umschlag.

          „Viel Gold, Silber und Kokain geholt“

          Lövgren war Ersatzmann für die schwedische Sprint-Staffel, kam jedoch nicht zum Einsatz. Sjöberg arbeitete in Göteborg als Kolumnist für eine Lokalzeitung. Drogenmißbrauch wird in Schweden mit Geldbußen geahndet, aber auch Haftstrafen bis zu drei Jahren sind möglich. Schon während der laufenden EM hatte die Mannschaftsleitung Kugelstoßer Jimmy Nordin nach Hause geschickt, nachdem dieser volltrunken randaliert hatte und eine Nacht in Polizeigewahrsam statt im Mannschaftshotel zubringen mußte.

          „Wir haben viel Gold, Silber und Kokain geholt“ kommentierte Schwedens größte Zeitung „Aftonbladet“ die häßlichen Begleitumstände der Gastgeber-Erfolge bei der EM. Man müsse sich schon fragen, wie „sauber“ Sjöberg eigentlich in seinen Glanzjahren gewesen sei, meinte „Svenska Dagbladet“. Das Blatt erinnerte daran, daß Sjöbergs Weltrekord nur vom Kubaner Javier Sotomayor übertroffen wurde. Und Sotomayor war noch als Aktiver wegen Kokain-Einnahme gesperrt worden.

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