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Kitesurfen : Mit dem Kiteboard von Kontinent zu Kontinent

  • Aktualisiert am

Aufbruch nach Afrika Bild: redbull

Erstmals gelang es acht Surfern, die Straße von Gibraltar mit einem Kiteboard zu überqueren. Der Brite Mark Shinn war Schnellster vor Surflegende Robby Naish und Sebastian Cattelan.

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          Vor den begeisterten Zuschauern an der afrikanischen Küste gelang es erstmals einem Menschen, die Straße von Gibraltar mit einem Kiteboard zu überqueren. Der 26jährige Brite Mark Shinn war Schnellster einer Gruppe der acht weltbesten Kitesurfer vor Surflegende Robby Naish (USA) und Sebastian Cattelan (Frankreich).

          Es sind immer besondere Plätze auf der Welt, die Extremsportler geradezu magisch anziehen. Orte, bei denen die Natur Distanzen, Entfernungen, Schwierigkeitsgrade vorgibt. Schwimmen quer über den Ärmelkanal, klettern auf den Mount Everest, biken quer durch Amerika, im Ballon um die Welt fahren.

          Herausforderung gesucht und gefunden

          Richtig schlaflose Nächte bereitet dann den Sportlern ein solcher Ort, wenn bislang noch niemand diese Herausforderung bewältigt hat. Die Straße von Gibraltar ist so ein Ort. Bereits beim Red Bull Sky Ride im Jahr 2000 hatte „Flash“ Austin versucht, die 14 Kilometer breite Meerenge zwischen Spanien und Marokko es zu durchqueren, musste aber wieder umkehren.

          Damals war jedem klar: „es ist zu schaffen!“ Dort, vor der Küste von Tarifa, Europas windreichster Stadt, starteten nun die weltbesten der fliegenden Surfer ihren Versuch, erstmals von Europa nach Afrika zu segeln. Leider ohne „Flash“, der wegen einer gebrochenen Rippe passen musste. Die Überquerung der Strasse ist besonders tückisch wegen der zahlreichen, oft lebensgefährlichen natürlichen und verkehrsbedingten Schwierigkeiten.

          Wechselnde Winde

          Mehr als dreihundert Schiffe pro Tag passieren die Engstelle, im „Tower“ von Tarifa herrscht Stress wie in der Flugleitzentrale eines Großflughafens. Die großen Tanker brauchen drei Kilometer um stehen zu bleiben, was deshalb auch bei im Wasser treibenden Verunglückten gleich gar nicht versucht wird. Auch die Natur hält so manches ungewöhnliche Hindernis parat. So wechseln zum Beispiel die Meeresströmungen zwischen Atlantik und Mittelmeer immer wieder, ebenso der Wind von Levante (vom Mittelmeer) zu Poniente (vom Atlantik). Gegenläufige Strömungen von Wind und Meer können Kiteboards praktisch manövrierunfähig machen.

          Am 30. April nachmittags brachen der 23fache Weltmeister im Surfen Robby Naish (USA) gemeinsam mit Mauricio Toscano (Mexiko), Eduardo Bellini (Spanien), Don Montague (Kanada), Max Bo (Italien), Mark Shinn (England), Sebastian Cattelan (Frankreich) und dem Marokkaner Rashid Russaffi nördlich von Tarifa auf.

          Königlicher Empfang

          Wegen schwieriger Windverhältnisse mussten die Kiteboarder einen 25 Kilometer langen Umweg fahren, um Marokko zu erreichen. Dort, am Strand von Tanger sahen 52 Minuten später tausende Zuschauer, darunter einige Dutzend Ehrengäste und Mitglieder der Königsfamilie, wie der Brite Mark Shinn strahlend den afrikanischen Kontinent erreichte. Sofort war er umringt von den begeisterten Massen: „Die Überquerung hat richtig Spaß gemacht. Aber der überschwängliche Empfang war das größte. So viele Leute hier - Wahnsinn!“

          Minuten nach ihm folgten Robby Naish und Sebastian Cattelan. Die „Siegerehrung“ am Strand und später im Königspalast wird sicherlich nicht nur den Fahrern in ihren marokkanischen Gewändern, lange in Erinnerung bleiben.

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