https://www.faz.net/-gtl-3pvx

Kitesurfen : Mit dem Drachen im Wind

  • -Aktualisiert am

Tempo machen: Kitesurfen auf Rügen Bild: ZB-Fotoreport

Nicht jede Küste ist dafür geeignet, um dort im Urlaub den neuen Trendsport Kitesurfen zu lernen. Hier sind die Top-Ziele.

          3 Min.

          Einfach abheben, bis zu hundert Meter weit fliegen, den warmen Wind auf der Haut spüren und dann wieder eintauchen ins Wasser, dass die Gischt wie ein Schweif hinterm Brett spritzt. Kitesurfen ist surfen und fliegen zusammen und der Trendsport auf dem Wasser.

          Immer häufiger tauchen Surfer auf, die ein Kite, einen extra großen Lenkdrachen, als Antrieb nutzen. Mit seinen Ausmaßen gleicht er fast einem Gleitschirm, an dem der Surfer im Trapez hängt. Die besten Reviere für diesen faszinierenden Sport sind Ägypten, Marokko, Mauritius und die Kapverden.

          Ägypten: Auf dem Kamel zum Strand

          Die Anreise ist schon aufregend: Auf dem Rücken eines Kamels zum Strand. Wenn sich das Wüstenschiff Schritt für Schritt der Bucht von Ras Abu Gallum in Ägypten nähert, sehen die Surfer zum ersten Mal das türkisgrüne bis tiefblaue Wasser als eindrucksvollen Kontrast zu den rötlich braunen Gebirgswänden des Sinai, die bis zu 500 Meter senkrecht in den wolkenlosen Himmel ragen. Mal brechen sich die Wellen an den Klippen tief unter der kleinen Karawane, dann wieder laufen sie sanft am Strand aus.

          Ein Seeadler kreist über der Gruppe, die die paar Kilometer von der Surfstation Dahab am Roten Meer zu einem Kite-Revier der Extraklasse unterwegs ist. Es erwartet sie eine langgezogene, vorwiegend stehtiefe, sandige Bucht, die ein vorgelagertes Riff vor hohen Wellen schützt und die absolut abtreibsicher ist. Sie ist menschenleer bis auf die jungen Beduinen, mit denen die Surfer hierher gekommen sind. Sie ruhen sich im Schatten aus, während die Urlauber in der Lagune kiten, bis die Kraft sie verlässt. Zur Stärkung warten frischer Fisch und Fladenbrot vom offenen Feuer im nahen Beduinendorf, ehe die Kamele wiegenden Schrittes die Surfer zurück nach Dahab bringen.

          Die Bucht bei Dahab besitzt alle Eigenschaften eines guten Kite-Reviers. Der Stehbereich soll groß sein aus, auch sollte der Boden nicht felsig, sondern sandig sein. Wichtig ist auch ein so genannter Sideshore-Wind, der Richtung Küste bläst. Er sorgt dafür, dass die Sportler nicht aufs offene Meer getrieben werden. Vor allem am Anfang brauchen Kitesurfer viel Platz und genug Sicherheitsabstand, um nicht anderen Kitern und Surfern in die Quere zu kommen.

          Marokko zur richtigen Zeit, am richtigen Ort

          Ein weiteres traumhaftes Revier ist Essaouira an der Westküste Marokkos. Die Bucht ist drei Kilometer breit und hufeisenförmig. Sie gilt nicht nur als ideale Glattwasserpiste für die ersten Versuche zum Surfen, sie bietet gleichzeitig genug Wind für Könner. Man muss nur die richtige Zeit wählen. Vormittags ist der Wind moderat, nachmittags legt er zu. Insbesondere im Juli und August, wenn es ordentlich bläst, holen die Könner ihre kleinen Schirme und reiten die Wellen ab.

          Kapverden für Anfänger und Profis

          Was den Wind betrifft, so sind drei bis fünf Beaufort ideal zum Kitesurfen. Genau der Bereich, der Windsurfer eher langweilt - ein Grund dafür, warum viele zwischen beiden Möglichkeiten pendeln und sich je nach Wind für Kite oder Segel entscheiden. So wie der vielfache Windsurf-Weltmeister Robby Naish, der zu den prominentesten Umsteigern gehört. Wer in seine Fußstapfen treten will, findet auf den Kapverden, der Inselgruppe vor der Küste Mauretaniens, zwei optimale Plätze: Boa Vista und Sal. Nur 20 Flugminuten voneinander entfernt sind sie eine ideale Ferienkombination.

          Zuerst zum Lernen und Üben auf die größere, aber touristisch noch weit weniger entdeckte Insel Boa Vista mit weißen Sanddünen, Palmenoase und türkisfarbenem Meer. Dann zurück nach Sal, dem windreichen Speedrevier für Könner. Das Schöne an beiden: sowohl im Wasser, als auch an der Luft ist es das ganze Jahr über warm, der Wind bläst beständig. Nur was das Nachtleben betrifft, ist Sal eher ruhig. Aber nach so viel Surfen fällt man abends ohnehin nur noch müde in die Kissen.

          Schützende Riffe auf Mauritius

          Auch Mauritius ist ein perfektes Kite-Revier. Insbesondere die zwei mal drei Kilometer große, teilweise stehtiefe Lagune Belle Mare an der Ostküste der Trauminsel im Indischen Ozean. Mark Twain schrieb einst, dass Gott zur Erschaffung des Paradieses schlichtweg Mauritius kopierte. Wer am puderweißen Sandstrand seinen Drachen startklar macht, um dann ins türkisblaue Meer zu steigen, kann ihm das nachempfinden. Der tropische Ostwind treibt die Kitesurfer über die Bucht. Ein Riff schützt vor hohen Wellen und unerwünschten Meeresbewohnern, und so kann man getrost nichts als Surfen im Kopf haben.

          Weitere Themen

          Schweiz und Dänemark lösen Turnier-Ticket

          EM-Qualifikation : Schweiz und Dänemark lösen Turnier-Ticket

          Mit einem Sieg gegen Gibraltar sichert sich die Schweiz den Sieg in der Gruppe D vor den Dänen. Die Skandinavier qualifizierten sich trotz eines Unentschiedens gegen Irland für die EM. Derweil feiert Italien ein Schützenfest.

          Vom Wirtshaus zum Sport Video-Seite öffnen

          Fingerhakeln : Vom Wirtshaus zum Sport

          Ein Sport, der mit „F“ anfängt, eine Mittel- und zwei Seitenlinien hat, bei dem Bier getrunken wird, und bei dem die Bayern Meister sind? Nein, es geht hier nicht um Fußball, sondern um die Meisterschaften im Fingerhakeln!

          Beierlorzer von Köln nach Mainz

          Bundesliga-Trainerkarussell : Beierlorzer von Köln nach Mainz

          Eben noch in Köln entlassen, nun schon Coach in Mainz – und wieder geht es gegen Hoffenheim: Achim Beierlorzer wird Nachfolger von Sandro Schwarz. Der Franke selbst nennt die Situation „kurios“.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.