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Kira Grünberg : „Mein Kopf hat sich nicht verändert“

Die frühere Stabhochspringerin Kira Grünberg: „Es ist genauso ein schönes Leben“ Bild: dpa

Ein Trainingssturz hat ihr Leben nachhaltig verändert. Kira Grünberg ist querschnittsgelähmt. Doch die ehemalige Stabhochspringerin bleibt optimistisch: „Es ist genauso ein schönes Leben.“

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          Kira Grünberg kann wieder ihre Arme bewegen. Es ist ein erster großer Fortschritt anderthalb Monate nach ihrem folgenschweren Trainingsunfall Ende Juli, seitdem die Stabhochspringerin querschnittsgelähmt ist. Die 22-Jährige trainiert täglich, wie früher. Physiotherapie und Ergotherapie stehen jetzt auf dem Trainingsplan der ehemaligen Leistungssportlerin, auch Stimm- und Atemübungen gehören zum Programm. Es komme ihr zugute, dass sie das harte Training und die Beschäftigung mit dem eigenen Körper gewöhnt bin, sagt die Österreicherin erstaunlich abgeklärt. Dank ihrer guten körperlichen Fitness kann sie schon wieder sitzen.

          Verzweiflung über ihre Lage lässt Kira Grünberg nicht erkennen, vielmehr bemüht sie sich um Normalität: „Mein Kopf hat sich nicht verändert“, sagt sie in einem Interview mit dem ORF. Es sei alles das Gleiche geblieben, „bloß dass ich jetzt halt ein bisschen an das Bett gebunden bin und an den Rollstuhl.“

          Kira Grünberg ist österreichische Rekordhalterin im Stabhochsprung. 4,45 Meter hat sie gemeistert. Nicht Weltklasse, aber sehr, sehr gut. 2014 wurde sie zur „Leichtathletin des Jahres“ in der Alpenrepublik gewählt.

          Sie wusste sofort: „Ich bin gelähmt“

          Dass ihre Sportart riskant sei, habe sie zwar gewusst, das Stabhochspringen aber nie als extrem gefährlich empfunden. Bei ihrem Trainingsunfall war sie dann so unglücklich in den Absprungkasten gestürzt, dass die Halswirbelsäule brach. Sie spürte sofort: „Ich bin gelähmt“. Ihre Eltern haben den Unfall hautnah miterlebt, ihr Vater ist ihr Trainer, ihre Mutter filmte mit der Videokamera – wie immer.

          Die Analyse machte klar, was sie selbst auch spürte: Es war kein Materialfehler, der Stab ist nicht gebrochen, sondern ein Fehler der Sportlerin selbst gewesen: Ihr Anlauftempo war zu niedrig, daher der Schwung zu gering, sie konnte den Stab nicht biegen, fiel nach hinten zurück und prallte auf den Rand des Einstichkastens. Dass sie selbst die Verantwortung für ihren Unfall trage, mache es sogar leichter, sagt sie.

          Der Unfall löste international Betroffenheit aus. Leistungssportler wie Diskuswerfer Robert Harting besuchten sie am Krankenbett, Kollegen wie Weltrekordhalter Renaud Lavillenie zeigten sich solidarisch und sprangen bei einem Benefiz-Wettbewerb in Salzburg für Kira Grünberg. Tausende Prominente und Nicht-Prominente sprachen ihr Mut zu.

          „Das bedeutet mir schon sehr viel. Es gibt unheimlich viel Kraft“, sagt sie und wundert sich sogar ein bisschen: „Es ist erstaunlich, wie viele Menschen an mich denken.“ Wahrscheinlich habe es die Leute so sehr mitgenommen, weil es so einem jungen Mädchen passiert ist, reflektiert sie über ihr eigenes Schicksal. Sie selbst habe es akzeptiert, in Zukunft wolle sie anderen helfen, die Ähnliches erlitten haben, ihnen Mut machen: „Es ist genauso ein schönes Leben. Man freut sich über kleinere Dinge.“

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