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Sportler des Jahres 2016 : Kerber, Hambüchen und die Beach-Frauen

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Erfolgreiche Sportler unter sich: Fabian Hambüchen (links), Angelique Kerber und Nico Rosberg. Bild: AFP

Olympia bestimmt die Wahl der „Sportler des Jahres“. Angelique Kerber holte in Rio „nur“ Silber, zeigte aber eine Saison der Superlative. Fabian Hambüchen trat mit Gold ab. Und zwei Frauen sind die beste Mannschaft 2016.

          Im Glitzerkleid strahlte Tennis-Queen Angelique Kerber über das ganze Gesicht. Turn-Held Fabian Hambüchen bekam von Freundin Marcia einen dicken Kuss, die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst klatschten sich lässig ab: Kerber, Hambüchen sowie das Duo Ludwig/Walkenhorst sind die „Sportler des Jahres“ 2016. Dies ergab die Abstimmung unter mehr als 3000 Sportjournalisten. Die rund 750 Gäste im Kurhaus von Baden-Baden spendeten den Siegern am Sonntagabend bei der 70. Auflage der Gala begeisterten Applaus.

          Die Weltranglisten-Erste Kerber tritt nach einer Saison der Superlative die Nachfolge von Kugelstoßerin Christina Schwanitz an und wurde als erste Tennisspielerin seit Steffi Graf 1999 zur „Sportlerin des Jahres“ gekürt. Zum Ende seiner internationalen Karriere folgt Hambüchen auf Triathlet Jan Frodeno und wurde zum insgesamt zweiten Mal nach 2007 geehrt. In den Beach-Girls Ludwig und Walkenhorst erhielten erstmals Volleyballerinnen die Auszeichnung als „Mannschaft des Jahres“. Im vergangenen Jahr hatten die Nordischen Kombinierer gewonnen.

          Kerbers märchenhafte Saison hatte schon im Januar sensationell begonnen. Mit ihrem Triumph bei den Australian Open in Melbourne schaffte die 28-Jährige die größte deutsche Tennis-Sensation seit Boris Beckers Wimbledonsieg 1985. Kerber machte dann einfach weiter. Sie gewann auch die US Open in New York und stand zuvor in Wimbledon und bei Olympia sowie später bei den WTA-Finals jeweils im Endspiel.

          Die beste Freundin Julia Lenhart überreichte Kerber den Preis. Bilderstrecke

          Vor knapp einer Woche wurde die Weltranglistenerste vom Weltverband ITF auch offiziell als beste Tennisspielerin 2016 ausgezeichnet. Als „Sportlerin des Jahres“ tritt Kerber nun in Grafs Fußstapfen. Die Brühlerin hatte sogar fünfmal die Ehrung erhalten. Kerber verwies mit riesigem Vorsprung (4664 Punkte) Biathletin Laura Dahlmeier (1940) und Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel (1845) auf die Plätze. „Das war ein Traumjahr für mich“, urteilte Kerber nun stolz.

          Zweifel an der Kür von Hambüchen zum „Sportler des Jahres“ gab es ebenfalls nicht. Der 29-Jährige (3695 Punkte) setzte sich vor Ironman-Weltmeister Frodeno (2410) und dem erstmaligen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg (1487) durch. „Das Jahr hat so bescheiden begonnen“, resümierte Hambüchen, der von Rosberg umarmt wurde, „besser hätte es aber nicht kommen können.“ Hambüchens Auszeichnung in Baden-Baden ist der festliche Schlussakt eines herausragenden Jahres. Seine internationale Karriere hatte er mit der goldenen Reck-Übung im Olympia-Finale von Rio beendet. In der Bundesliga will der an der Schulter lädierte Athlet von Saison zu Saison schauen. „Ich probiere, das so lange weiter zu machen, so lange es geht“, sagte Hambüchen.

          Eine Schulteroperation hat Beach-Girl Ludwig gerade erst hinter sich gebracht, mit einer feinen Schlinge um den rechten Arm erschien sie zur Ehrung. Mit ihrer Partnerin Walkenhorst wurde die Hamburgerin nun für ein unvergleichliches Jahr samt Olympiasieg am Zuckerhut gewürdigt. Den Beach-Boys Julius Brink und Jonas Reckermann war nach ihrem Triumph in London 2012 die Ehrung als „Mannschaft des Jahres“ noch knapp versagt geblieben. Erstmals wurden nun Volleyballerinnen in der Kategorie ausgezeichnet. Gegen Ludwig/Walkenhorst (3898 Punkte) hatten am Ende selbst die Handballmänner (3123) und Fußballfrauen (2272) keine Chance. „Wir haben Bock, weiter hart zu arbeiten“, kündigte Walkenhorst lächelnd an.

          Kanu-Bundestrainer Reiner Kießler wurde „Trainer des Jahres“ 2016. Der 65-Jährige aus Nünchritz-Roda erhielt die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) initiierte Ehrung. Unter Kießler wurden alleine bei Olympia in Rio de Janeiro sieben Medaillen gewonnen, darunter vier goldene. „Reiner Kießler ist seit mehr als 40 Jahren ein Trainer aus Leidenschaft, der nicht nur unerreichte Erfolge verbuchen kann, sondern im gesamten Sport, aber ganz speziell bei den Athletinnen und Athleten eine große Wertschätzung genießt“, sagte DOSB-Vizepräsident Leistungssport, Ole Bischof. Die Auszeichnung zum „Trainer Jahres“ wird seit 2006 vergeben. Damit will der DOSB die Wertschätzung von Trainerinnen und Trainern in der Öffentlichkeit steigern. 2015 war der Bundestrainer der deutschen Paralympics-Alpinen, Justus Wolf, ausgezeichnet worden.

          Das Ergebnisse der Wahl „Sportler des Jahres“ 2016

          „Sportlerin des Jahres“:

          1. Angelique Kerber (Tennis) 4664 Punkte,
          2. Laura Dahlmeier (Biathlon) 1940 Punkte,
          3. Kristina Vogel (Radsport) 1845 Punkte,
          4. Isabell Werth (Dressurreiten) 1460 Punkte,
          5. Barbara Engleder (Gewehrschießen) 809 Punkte,
          6. Natalie Geisenberger (Rodeln) 602 Punkte,
          7. Gesa Felicitas Krause (Leichtathletik) 567 Punkte,
          8. Vanessa Low (Para-Leichtathletik) 517 Punkte,
          9. Lisa Unruh (Bogenschießen) 419 Punkte,
          10. Sophie Scheder (Turnen) 418 Punkte

          „Sportler des Jahres“:

          1. Fabian Hambüchen (Turnen) 3695 Punkte,
          2. Jan Frodeno (Triathlon) 2410 Punkte,
          3. Nico Rosberg (Motorsport) 1487 Punkte,
          4. Sebastian Brendel (Kanu) 1373 Punkte,
          5. Michael Jung (Vielseitigkeitsreiten) 875 Punkte,
          6. Andreas Toba (Turnen) 870 Punkte,
          7. Eric Frenzel (Nordische Kombination) 746 Punkte,
          8. Thomas Röhler (Speerwurf) 606 Punkte,
          9. Severin Freund (Skispringen) 528 Punkte,
          10. Markus Rehm (Para-Leichtathletik) 410 Punkte

          „Mannschaft des Jahres“:

          1. Laura Ludwig/Kira Walkenhorst (Beachvolleyball) 3898 Punkte,
          2. Handball-Nationalmannschaft Männer (Handball) 3123 Punkte,
          3. Fußball-Nationalmannschaft Frauen (Fußball) 2272 Punkte,
          4. U23-Fußball-Nationalmannschaft Männer (Fußball) 1155 Punkte,
          5. Dressur-Equipe (Reiten) 777 Punkte,
          6. Doppelvierer Männer (Rudern) 489 Punkte,
          7. Doppelvierer Frauen (Rudern) 387 Punkte,
          8. 4 x 100 Meter Para-Staffel Männer (Para-Leichtathletik) 384 Punkte,
          9. Kajakvierer Männer (Kanu) 382 Punkte,
          10. Deutschland-Achter (Rudern) 265 Punkte

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