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Radsport : Jan Ullrich ist wieder „frei“

  • Aktualisiert am

Vorsichtiger Rückkehrer: Jan Ullrich Bild: dpa

Nach sechs Monaten Sperre wegen Medikamenten-Missbrauchs darf Jan Ullrich wieder Rennen fahren. Noch aber hält er sich zurück: Erst am 8. April will er es wieder versuchen - bei einem leichten Wettbewerb.

          Olympiasieger Jan Ullrich hat die Lizenz zum Siegen zurück. Nach Ablauf seiner sechsmonatigen Sperre wegen Medikamenten-Missbrauchs ist für den Tour-Sieger von 1997 der Weg zu neuen Radsport-Triumphen frei. Doch vorerst über sich der Star des Essener Teams Coast noch in Bescheidenheit.

          „Ich weiß, dass ich vorerst noch kleine Brötchen backen muss. Aber ich kann mein erstes Rennen kaum noch erwarten“, sagte Ullrich. Der frühere Zeitfahr-Weltmeister wird noch für rund eine Woche zum Training in die Toskana zurückkehren, bevor er ab 8. April bei der viertägigen Sarthe-Rundfahrt in Frankreich sein erstes Rennen bestreitet.

          Ein leichtes Rennen zum Auftakt

          „In der Toskana kann ich wettkampfnah trainieren“, sagte Ullrich, der auch bei seinem Abstecher am Wochenende ins neue Schweizer Dominzil am Bodensee vier bis sechs Stunden täglich im Rennsattel saß. Die Sarthe-Rundfahrt hält Ullrich für einen optimalen Einstieg. „Das Rennen ist nicht so schwer, es gibt keine Berge. Mal sehen, wies danach aussieht“, sagte Ullrich, dessen lädiertes Knie zu halten scheint. „Es gibt keine Probleme mehr mit dem Knie“, hatte Coast-Teamleiter Rudy Pevenage bereits vor Wochenfrist verkündet.

          Die Prioritäten nach rund 15-monatiger Wettkampfpause wegen Sperre und Knie-Operationen hat der gebürtige Mecklenburger klar im Visier: „Die Zielsetzung heißt Tour de France. Da will ich gegen Lance Armstrong sehen, wie weit ich bin. Mein Saison-Höhepunkt könnten die Weltmeisterschaften im Herbst in Kanada sein“.

          Deutliche Worte für das Team Coast

          Integrationsprobleme mit seinen Coast-Kollegen befürchtet Ullrich nicht. „Ich hatte zwar bis jetzt nicht viel Kontakt mit den anderen, sehe aber da keine Schwierigkeiten. Wir waren nur einmal für zwölf Tage in Spanien zusammen“, sagte Ullrich zu Spekulationen über die angebliche ablehnende Haltung der spanischen Fraktion gegen seine Person.

          Auch Abwanderungs-Gedanken einiger Kollegen angesichts der gerade mit Mühe bewältigten Affäre um den Lizenz-Entzug seines Teams durch den Radsport-Weltverband (UCI) machen dem früheren deutschen Straßenmeister keine Sorgen. „Sicher gibt es einige Unzufriedene, aber da muss man jetzt einlenken. Wir sind bestrebt, das Team zusammenzuhalten“, sagte Ullrich, der betonte, sein Gehalt pünktlich bekommen zu haben.

          Allerdings beugt der Vuelta-Sieger von 1999 auch vor: „Das war keine gute Situation. So etwas kann sich Coast nicht nochmal leisten. Wenn so etwas noch einmal vorkommt, müsste man überdenken, wohin man geht.“ Die Antwort auf die Frage, ob der Wechsel vom Team Telekom zum Essener Coast-Rennstall im Nachhinein als Fehler einzustufen sei, blieb der 29-jährige Rostocker allerdings schuldig.

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