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Jan Ullrich : Der Blogger blockt

  • -Aktualisiert am

Bild aus den guten alten Zeiten (1997): Mittlerweile ist Jan Ullrich bei den neuen Medien angekommen Bild: picture-alliance / dpa

Neue Medien, alte Geschichten: Jan Ullrich erklärt „die Zeit des Versteckens und Rückzugs“ in seinem Blog für beendet. Fehler räumt er ein, von Reue ist keine Rede.

          1 Min.

          Schön für Jan Ullrich: In seinem neuen Blog teilt der verurteilte Dopingsünder uns erleichtert mit, dass er sich selbst verziehen hat. Er stellt fest, dass „die Zeit des Versteckens und Rückzugs“ nun vorüber sei und erklärt seinen Fall für abgeschlossen. Nun will er sich endlich wieder schöneren Dingen zuwenden. Aber, wagen wir zaghaft nachzufragen - welcher Fall genau ist denn jetzt abgeschlossen? Über welche Sünden genau soll nun endlich Gras wachsen?

          Ullrich, der Blogger von „Yahoo!Eurosport“, gibt keine Antwort. Er räumt nur ganz allgemein ein, Fehler gemacht zu haben. Okay, nach seiner Verurteilung durch den Internationalen Sportgerichtshof wegen Blutdopings vor drei Monaten hat er außerdem zugegeben, Kontakt mit dem spanischen Dopingarzt Fuentes gehabt zu haben.

          Kontakt! Aber wie war das genau mit der verbotenen Blutauffrischung, welche Rolle spielten Testosteron und Wachstumshormon, wie war das mit dem systematischen Doping im Team Telekom oder T-Mobile, dem heimlichen Treiben an der Uni Freiburg? Und was geschah in der Zeit vor 2005? Machen ihn die Ankündigung der olympischen Nach-Tests von Athen 2004 nicht nervös? Wir warten immer noch auf Jan Ullrichs Bekenntnisse, den einzig möglichen Beweis, dass er seine Dopingsünden bedauert. Ein bisschen Reue geht nicht. Wer eine zweite Chance will, muss erst einmal reinen Tisch machen.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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