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Jahresrückblick : Welle der Leichtathletik-Begeisterung

Urschrei unter dem Zeltdach: Staffelsiegerin Breuer Bild: dpa

Die deutschen Leichtathleten gewannen bei ihrer Heim-EM in München neun Silber- und sieben Bronzemedaillen, aber nur zwei mal Gold. Dennoch war die EM ein Erfolg. Der FAZ.NET-Rückblick.

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          Wer als Goldschürfer zu Europameisterschaften kommt, mag den deutschen Leichtathleten einen Silberblick vorwerfen, doch angesichts von neun zweiten und sieben dritten Plätzen bei der EM in München darf man ihnen gewiss keine Erfolglosigkeit attestieren.

          Insgesamt ereichten die deutschen Werfer, Springer und Läufern bei ihren Heimspielen mehr, als die kritische Öffentlichkeit ihnen im Vorfeld zugetraut hatten. Das einzige Defizit: sie gewannen gerade mal zwei Goldmedaillen. Ingo Schultz siegte über 400 Meter, Florence Ekpo-Umoh, Birgit Rockmeier, Claudia Marx und Grit Breuer gemeinsam über 4x400 Meter.

          Sympatische und leistungsstarke Mannschaft

          Im Medaillenspiegel rangierte die Mannschaft damit nicht unter den besten fünf Teams. Doch in der Nationenwertung, in die alle Endkampfplatzierungen bis zum achten Platz einfließen, war das deutsche Leichtathletik-Team dank seiner Ausgeglichenheit immerhin die Nummer zwei auf dem Kontinent.

          Spot auf die Europameisterin: Stabhochspringerin Swetlana Feofanowa

          Neben der in Zahlen oder Medaillen auszudrückenden Erfolgsbilanz hat das Team aber vor allem auf ideellen Feldern Bonuspunkte gesammelt: „Die Mannschaft hat sich als sympathisch und leistungsstark bewiesen“, lobte DLV-Vizepräsident Rüdiger Nickel die Außenwirkung der insgesamt 87 gestarteten Sportler.

          Großer Sport vor großem Publikum

          Doch nicht nur die Athleten zeigten eine großartige Performance. Wie sich die rund 1300 Sportler aus 48 Ländern und die gut 300.000 Zuschauer im Olympiastadion trotz widriger Wetter-Bedingungen gegenseitig anfeuerten und unterstützen, suchte seinesgleichen. „Ich bin schlichtweg begeistert“, freute sich DLV-Präsident Clemens Prokop über das sechstägige Ereignis: „Das ganze Potential der Leichtathletik wurde aufgezeigt.“

          Dass großer Sport auch ein großes Publikum findet, zeigte sich an den guten Einschaltquoten von bis zu sieben Millionen Zuschauern und mehr als 30 Prozent Marktanteil bei den Übertragungen in ARD und ZDF.

          Zuschauer finden und binden

          Ob die Leichtathletik nach diesem Erfolg die Zuschauer auch bindet, das ist das große Problem der olympischen Kernsportart. Ihre Attraktivität für Jugendliche ist nach wie vor gering. Und wer talentiert ist, steht unter einem enormen Druck, entbehrungsreichen Hochleistungsport mit den Wagnissen einer Berufsausbildung zu kombinieren.

          Die Leichtathletik ist nur bei Großveranstaltungen ein Riese. Die Welle der Begeisterung, die das Goldmedaillen-würdige Münchner Publikum den Athleten im August ein ums andere Mal widmete, im Alltag nicht verebben zu lassen - das ist die eigentliche Herausforderung.

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