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Jahresbericht der Wada : Russen führen Doping-Liste an

Doping und seine Folgen: Meldonium wird inzwischen mit dem Hinweis „Scharapova Schub“ gehandelt. Bild: Reuters

Wer Doping bekämpft, läuft tendenziell hinterher. 2014, so zeigt der Wada-Bericht, sorgten Russen und Leichtathleten für die meisten Dopingfälle. Dabei kam der Meldonium-Schub erst 2015.

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          Meldonium wird bei Ebay inzwischen mit dem Hinweis „Scharapova Schub“ angeboten; jede Kapsel für knapp einen Euro. Der Markt ist dynamisch. Wer Doping bekämpft, läuft tendenziell hinterher. Dazu passt, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) mit Sitz in Montreal in der Nacht auf Donnerstag ihren Jahresbericht über Regelverletzungen vorlegte – für 2014. Das war das Jahr vor dem großen Knall in der Leichtathletik, der zum Ausschluss der Russen von internationalen Wettbewerben, vielleicht sogar von den Olympischen Spielen, und zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen den einstigen Weltverbandspräsidenten Lamine Diack und seiner Entourage führte.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Damals schon, so zeigt der Bericht auf Basis weitgehend abgeschlossener Verfahren, sorgten Russen und Leichtathleten für die meisten Dopingfälle. 148 von insgesamt 1693 Fällen betrafen Russen, 207 Leichtathleten. Russische Leichtathleten waren in 39 Fällen betroffen. Italien war mit 148 Fällen (56 im Radsport) die Nummer zwei, Indien mit 96 Nummer drei. Es folgen Belgien (48 in Bodybuilding) und Frankreich mit je 91 Fällen. Deutschland fiel demnach mit fünf Fällen im Powerlifting, je drei in Fußball und Boxen, zwei im Basketball sowie je einem in Autorennsport, Biathlon, Eisschnelllauf, Leichtathletik, Motorrad, Rad und Volleyball auf, alles in allem zwanzig Fällen.

          Bodybuilding hatte weltweit 200 Fälle. 231 Doping-Fälle entsprangen nicht Urin- oder Blutproben, sondern sogenannten beweisgestützten Ermittlungen wie Besitz, Beihilfe und Schmuggel; betroffen waren Trainer, Manager und Eltern. Vor einem halben Jahr hatte die Wada bekannt gemacht, dass 2014 2287 von 217.762 Tests positive Befunde ergeben hatten (1,05 Prozent). Die Diskrepanz von 594 Fällen sei auf medizinische Ausnahmegenehmigungen (224 Fälle/10 Prozent) und anderen Gründe und Entschuldigungen zurückzuführen. 152 (7 Prozent) Fälle sind noch anhängig.

          Zur Erneuerung der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada), die seit November international suspendiert ist, hat die Wada zwei Experten nach Moskau entsandt. Ieva Lukosiute-Stanikuniene, Direktorin der Litauischen Anti-Doping-Agentur, und der australische Militär Peter Nicholson haben das Mandat, dort zwei Jahre lang nach dem Rechten zu sehen. Nicholson war Mitglied der Ermittlungsgruppe, die dem Vorwurf nachging, der Welt-Radsportverband UCI habe jahrelang Doping gedeckt; zuvor ermittelte er Kriegsverbrechen.

          Wie notwendig Kontrolle und Anleitung bei der Rusada sind, machte Sergej Litvinov deutlich, Fünfter der WM und russischer Meister im Hammerwerfen, als er bekannt machte, dass er bis März sieben Monate lang nicht getestet worden war.

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