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Italienischer Fußball : Razzia im Trainingslager

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Medienberichten gegen Nationalspieler Domenico Criscito wegen des Verdachts der Wettmanipulation Bild: AFP

Um 6.25 Uhr fährt die Polizei auf dem Trainingsgelände der italienischen Nationalelf vor. Bei der landesweiten Razzia werden 19 Personen festgenommen. Auch ein Nationalspieler steht unter dem Verdacht der Wettmanipulation. Aus dem EM-Kader wird er sofort gestrichen.

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          Knapp zwei Wochen vor der Fußball-EM hat eine Razzia die italienische Nationalmannschaft geschockt. Am frühen Pfingstmontag durchsuchten Polizisten das Trainingszentrum der Azzurri in Florenz. Im Zuge von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Wettmanipulation strich Nationaltrainer Cesare Prandelli Verteidiger Domenico Criscito aus dem vorläufigen Aufgebot.

          Auch das Haus des Spielers vom russischen Klub Zenit St. Petersburg in Genua wurde durchsucht. Criscito beteuert seine Unschuld: „Ich habe damit nichts zu tun.“ Verbands-Vizepräsident und Delegationsleiter Demetrio Albertini zweifelt nicht an dem 25-Jährigen. „Ich glaube seiner Version“, sagte er. „Domenico hat sich bei der Mannschaft für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigt.“

          Staatsanwalt Roberto Di Martino zufolge werden keine weiteren Spieler der Squadra Azzurra verdächtigt. Die Ermittler nahmen in einer landesweiten Razzia 19 Menschen fest, darunter 13 Profis. Zu diesen zählt auch der Kapitän von Miroslav Kloses Klub Lazio Rom, Stefano Mauri.

          Die Staatsanwaltschaft Cremona ermittelt zudem gegen Juventus Turins Coach Antonio Conte, dessen Haus ebenfalls durchsucht wurde. Als Trainer des AC Siena soll er in der vergangenen Saison an Ergebnisabsprachen beteiligt gewesen sein. Sein ehemaliger Spieler Filippo Carobbio hatte Conte schwer belastet. Sein ehemaliger Spieler Filippo Carobbio hatte ihn schwer belastet. Contes Anwalt Antonio de Rencis wies die Vorwürfe in der „Gazzetta dello Sport“ zurück. Sein Mandant habe mit der Sache nichts zu tun, sagte er.

          In aller Frühe am Montag fuhr die Polizei vor dem italienischen Trainingszentrum vor Bilderstrecke
          In aller Frühe am Montag fuhr die Polizei vor dem italienischen Trainingszentrum vor :

          Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigen sich in erster Linie mit Partien der vergangenen Saison unter Beteiligung von Lazio, Lecce, Genua, Siena und Novara. Unter den festgenommenen Fußballern ist auch ein früherer Spieler des CFC Genua, der nun bei Padua in der Serie B spielt. Bei einem Profi vom Erstligaverein Chievo Verona durchsuchten Beamte das Haus.

          Wie die Polizei in Cremona am Montag mitteilte, standen auch im Ausland Durchsuchungen an. Die Aktion richte sich gegen eine „international operierende Organisation“. Da den Verdächtigen die „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel des Betrugs und des Sportbetrugs“ vorgeworfen wird, drohen ihnen im Fall einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen.

          Criscito galt als gesetzt im EM-Kader

          Im Trainingslager der Nationalelf waren am Montag um 6:25 Uhr fünf Beamte vorgefahren. Sie übergaben Criscito den offiziellen Ermittlungsbescheid und durchsuchten Medienangaben zufolge Räume im Verbands-Trainingszentrum Coverciano. Bis zu dieser Razzia galt der 25-Jährige als gesetzt für den EM-Kader von Nationaltrainer Prandelli.

          Bereits vor dem WM-Coup 2006 war der italienische Fußball vom Liga-Manipulationsskandal um Juventus Turin erschüttert worden. Damals waren aber keine Spieler der Nationalmannschaft betroffen gewesen. Die Staatsanwaltschaften Cremona und Bari haben seit dem vergangenen Jahr bereits Dutzende Personen wegen des Verdachts der Wettmanipulation festnehmen lassen.

          „Epizentrum der Wettmanipulation“

          Darunter war im Dezember auch der ehemalige italienische Nationalspieler Cristiano Doni. Der frühere Kapitän von Atalanta Bergamo gehört auch zu den Angeklagten eines Prozesses, den der italienische Fußballverband (FIGC) ankündigte. Dabei werden 22 Vereine, 61 Spieler und Manager anklagt. FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi bezeichnete Italien als das „Epizentrum der Wettmanipulation“. Der Prozess soll nach der EM im Juli beginnen.

          Italiens früherer Nationalcoach Giovanni Trapattoni reagierte bestürzt. „Falls die Vorwürfe stimmen sollten, ist das verheerend“, sagte der aktuelle Irland-Trainer dem Rundfunksender Rai. „Diese Nachrichten sorgen zwar für Trubel, aber sie könnten auch als Chance genutzt werden, den Sport zu säubern.“ Trapattoni trifft mit Irland in der EM-Gruppenphase auf Italien. Weitere Kontrahenten beider Teams sind Spanien und Kroatien

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