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Italienischer Fußball : Fernsehstreit bedroht weiterhin Saisonstart der Serie A

  • Aktualisiert am

Chaos in Italiens Serie A Bild: AP

Italiens Fußball im Chaos: Auch der renommierte AS Rom schließt sich im Streit um die Fernsehrechte als neunter Verein den „Rebellenklubs“ an.

          2 Min.

          Der italienische Fußball stürzt ins Chaos. Der Erstligist AS Rom stellt sich an die Spitze der acht kleineren Serie A- und der drei Serie B-Klubs, die den Meisterschaftsbeginn boykottieren wollen, da sie noch keinen Pay-TV-Vertrag unterzeichnet haben. Vermittlungsversuche des italienischen Unterstaatssekretärs Gianni Letta, der die Klubs sowie die Führung der Bezahlsender Stream und Telepiu um einen Tisch gebeten hatte, scheiterten wegen der hartnäckigen Opposition der Fußballverbände.

          Die Bezahlsender hatten den Vertretern der Erstligisten (Atalanta, Brescia, Chievo, Como, Empoli, Modena, Perugia und Piacenza) und der Zweitligisten (Venezia, Verona und Vicenza) ein Angebot von 53 Millionen Euro für einen einjährigen Vertrag vorgelegt. Die elf Klubs fordern mindestens 64 Millionen Euro.

          „Man will uns aushungern“

          Die „Rebellenklubs“ wollen die Offerte nicht annehmen. „Das Angebot ist eine Schande, man will uns aushungern. Wenn die Bezahlsender unsere Forderungen nicht annehmen, werden am 14./15. September nur neun Erstligisten spielen“, sagte der Como-Klubchef Enrico Preziosi. Er steht an der Spitze der kleineren Klubs, die eine eigene digitale Plattform „Plus Media Trading“ gegründet haben, um die TV-Übertragungsrechte zum bestmöglichsten Preis verkaufen.

          Die kleinen Vereine können mit der Unterstützung des Präsidenten des mächtigen AS Rom, Franco Sensi, rechnen, der sich klar äußert:: „Wir spielen nicht.“ Er führt seit Wochen einen Kampf gegen Liga-Chef Adriano Galliani, der, nachdem der reguläre Saisonstart bereits um zwei Wochen verschoben wurde, für einen Meisterschaftsbeginn am 14./15. September plädiert. Wegen seiner Interessenskonflikte als Chef des Erstligisten AC Mailand und als Vertrauensmann des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi sei Galliani kein unabhängiger Liga-Chef, betonte Sensi.

          Er forderte den sofortigen Rücktritt Gallianis, da er seiner Ansicht nach nur die Interesse der größeren norditalienischen Klubs vertrete und die anderen Vereine benachteilige.

          Schwerer Imageschaden droht

          Trotz der scharfen Attacken sucht der Liga-Chef nach einer Lösung im Konflikt, der seit Wochen die italienischen Tifosi im Atem hält. Laut der Tageszeitung „Corriere dello Sport“ will Galliani die großen Erstligisten aufrufen, auf 18 Prozent der Einnahmen aller ihrer Spiele gegen die kleineren Klubs zu verzichten und ihnen die Summe zur Verfügung zu stellen. Mehrere Klubchefs lehnten jedoch den Vorschlag entschlossen ab. „Wir haben selber Geldprobleme“, sagte Inter-Chef Massimo Moratti.

          Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnten am 14./15. September, nur zwei Spiele, Inter Mailand gegen Juventus Turin und Udinese gegen AC Parma stattfinden. Dies würde einen schweren Imageschaden für den bereits angeschlagenen italienischen Fußball bedeuten.

          Für nächsten Dienstag hat Italiens Sportminister Giuliano Urbani die Kontrahenten zu einem letzten Vermittlungsversuch nach Rom eingeladen. Nachdem die Liga Mitte der Woche mit der Rai einen Dreijahresvertrag für die frei empfangbaren Übertragungen in Höhe von 186 Millionen Euro abgeschlossen hat, sollen nun die letzten Hindernisse auf dem Weg zum Saisonstart mit Hilfe der Politik aus dem Weg geräumt werden.

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