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Italienischer Fußball : Acht Clubs drohen mit Boykott

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Acht italienische Erstligisten drohen mit einem Fußball-Boykott, sollten sie bis zum 1. September keine TV-Verträge abgeschlossen haben.

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          Die italienische Fußball-Liga wird wohl nicht wie geplant am 1. September starten. Acht Erstligisten drohen mit einem Boykott, wenn sie bis zum ersten Anpfiff keine lukrativen Pay-TV- Verträge abgeschlossen haben. „Entweder unsere Probleme werden gelöst oder wir fangen nicht an“, sagte Atalanta Bergamos Präsident Ivan Ruggieri.

          Eine Einigung mit den Pay TV-Sendern „Tele +“ und „Stream“ ist aber genauso wenig in Sicht wie der Vertragsabschluss der Liga mit dem staatlichen Fernsehen Rai für die frei empfangbaren Übertragungen. Am Dienstag wird bei der Liga-Sitzung in Mailand die offizielle Verschiebung des Serie A-Starts erwartet.

          Spieltag streichen und Verhandlungen führen

          Liga-Präsident Adriano Galliani schlug vor, die Liga zehn oder 15 Tage später zu starten. So würde Zeit für Verhandlungen gewonnen, aber nur ein Spieltag ausfallen, der Anfang Januar nachgeholt werden könnte. Ein noch späterer Saisonstart würde die Teams aus dem Rhythmus bringen, fürchten viele. „Wird der Liga-Start um mehrere Wochen verschoben, treffen wir in den Europacup-Wettbewerben ohne ausreichende Spielpraxis auf bereits eingespielte Teams“, warnt Juventus Turins Trainer Marcello Lippi.

          Eine maßvolle Verschiebung des Liga-Starts dagegen brächte dieses Risiko nicht und wäre zugleich ein deutliches Signal an die Fernsehsender, meint Galliani. „Wir verkaufen die Übertragungsrechte nicht unter Wert“, bleibt Galliani trotz der davon laufenden Zeit hart.

          „Das Fest ist aus“

          Die Rai will die Finanzkrise der Clubs ausnutzen und für die frei zugänglichen Übertragungen pro Saison nur noch 50 statt bisher 90 Millionen Euro zahlen. Rückendeckung bekam sie dabei von Italiens Kommunikationsminister Maurizio Gasparri: „Das Fest ist aus. Es ist richtig, dass die Rai dem Fußball nicht länger Geschenke macht“, sagte der Minister aus dem Kabinett von Regierungschef und AC Mailand-Besitzer Silvio Berlusconi.

          „Anstatt uns in der jetzigen Krise zu helfen, ersticken sie uns“, klagt Brescias Präsident Gino Corioni, der die acht Rebellen der Serie A anführt. Neben Bergamo, Brescia, Chievo, Como, Empoli, Modena, Perugia und Piacenza, die keine Pay-TV-Verträge haben, unterstützt auch der mit einem 37,2 Millionen Euro schweren Pay-TV- Vertrag ausgestatte AS Rom die Anliegen der kleinen Clubs. „Die Großen sollten von ihren Pay-TV-Einnahmen an die Kleinen abgeben“, schlug Roms Präsident Franco Sensi vor.

          Großclubs schwimmen im Geld

          Während die Sender den Kleinen die geforderten rund zehn Millionen Euro pro Saison nicht zahlen wollen, schwimmen die großen Clubs im Geld. Rekordmeister Juventus Turin kassiert in der nächsten Saison nur fürs Pay-TV 54 Millionen Euro, die beiden Mailänder Clubs AC und Inter streichen immerhin jeweils 49 Millionen Euro ein.

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