https://www.faz.net/-gtl-2rdz

ISTAF Berlin : Busemann als Weitspringer - Schultz als Schauläufer

  • Aktualisiert am

Mann der Zukunft, Mann mit Vergangenheit: Ingo Schultz und Michael Johnson Bild: dpa

Zehnkämpfer Frank Busemann ärgerte beim ISTAF im Weitsprung die Spezialisten und denkt über einen Wechsel nach.

          2 Min.

          Zehnkämpfer Frank Busemann denkt über einen Wechsel zum Weitsprung nach, Sensations-Vizeweltmeister Ingo Schultz will zur „EM fit sein und eine gute Rolle spielen“. Nach seinen Auftritten beim 60. ISTAF im Berliner Olympiastadion hatte das populäre Duo bereits das „Heimspiel“ im kommenden Jahr in München im Blick, nachdem für beide das Weltmeisterschafts-Jahr sehr gegensätzlich verlaufen ist.

          Der 26-jährige Busemann musste trotz Qualifikation verletzungsbedingt auf die WM-Teilnahme verzichten, während der gleichaltrige Nobody Schultz mit Rang zwei über 400 m und einer Steigerung auf 44,66 Sekunden wie Phönix aus der Asche aufstieg. Busemann, Olympia-Zweiter von 1996 und ein Jahr später WM-Dritter, war in seiner Laufbahn schon mehrfach wegen Verletzungen in die Zuschauerrolle gedrängt worden.

          Busemann ärgert die Experten

          Ein Muskelriss im Ellenbogen beim Speerwerfen zur WM-Qualifikation in Ratingen bedeutete diesmal das Aus aller Edmonton-Träume. „Der Heilungsprozess läuft sehr gut, dauert aber seine Zeit. Außerdem muss man abwarten, wie alles unter Belastung aussieht“, betonte Busemann. Er hat sich innerhalb von drei Wochen auf 81 kg und damit „sechs Kilo unter Zehnkampfgewicht 'runtergehungert“. Da er nicht werfen könne und im Sprint zu langsam sei, hat er sich auf der Suche nach einem Erfolgserlebnis dem Weitsprung zugewandt. Nachdem ihm beim Meeting seines Vereins Leverkusen 7,95 m gelungen waren, sprang er in Berlin mit 8,04 m bis auf drei Zentimeter an seine Bestleistung heran.

          Mit dieser Weite ärgerte der Mehrkämpfer die Spezialisten und verpasste den Sieg erst nach einem erfolgreichen Protest des viermaligen Weltmeisters Ivan Pedroso (Kuba/8,16), dessen letzter Versuch zuerst ungültig gegeben und dann doch gewertet wurde. „Ich starre nicht auf das Geld, auch wenn ich damit eine Menge Moos verliere. Darüber kann ich nicht wirklich traurig sein, denn ich habe einen Supersprung hingelegt und jetzt eine Alternative, falls mein Ellenbogen keinen Mehrkampf zulässt“, urteilte Busemann.

          Schultz ist die Außenseiterrolle los

          Er könne beruhigt ins Wintertraining gehen und wolle im März entscheiden, ob er für ein Jahr vom Zehnkampf zum Weitsprung wechselt. Es wäre die dritte Karriere des Frank B. Vor dem Zehnkampf war Busemann als Hürdensprinter Junioren-Weltmeister 1994 und bewies sein Talent in dieser Disziplin auch als U23-Europameister von 1997. Sollte er sich pro Weitsprung entscheiden, dann habe er wie im Zehnkampf ein Anspruchsniveau auf Platz drei bis fünf in Europa. „Dann muss ich 8,20 m drauf haben und das ist leichter gesagt als getan“, bleibt Busemann Realist.

          Für den Bundeswehrangehörigen Ingo Schultz von der LG Olympia Dortmund war es ein „ehrfürchtiges Gefühl“, zum Abschied von Michael Johnson (USA) in Europa in einer Staffel gegen den Megastar laufen zu können, den er nur aus dem Fernsehen kannte. Im kommenden Jahr will er auch in der Golden League bestehen. „Die Außenseiterrolle bin ich jedenfalls los. Mal sehen, wie ich mich positioniere“, sagte der 2,01 m große Riese, dem Geld bei Meetings bisher „nicht so wichtig“ war.

          Der Jackpot von 50 Kilo Gold im Wert von rund einer Million Mark (über 510 000 Euro) wurde nebenbei auch noch vergeben. Sechs Athleten, so viele wie noch nie, teilen sich nach der Finalstation der Golden League beim 60. Internationalen Stadionfest (ISTAF) im Berliner Olympiastadion den Kuchen, so dass für jeden 166 000 Mark bleiben. Weltmeisterin Olga Jegorowa aus Russland musste nach ihrem Europarekord über 5000 m in 14:29,32 Minuten (bisher Gabriela Szabo/Rumänien 14:31,48) wie Hicham El Guerrouj (Marokko) zu einer unangemeldeten EPO-Kontrolle.

          Weitere Themen

          Los Angeles Dodgers gewinnen World Series

          Baseball : Los Angeles Dodgers gewinnen World Series

          Zuletzt schienen sie als Vizemeister abonniert, aber nach mehr als 30 Jahren haben sich die Dodgers wieder in der Finalrunde durchgesetzt. Während der Partie musste ein Spieler mit Corona-Diagnose vom Feld.

          Gladbach empfängt Real Video-Seite öffnen

          Fußball : Gladbach empfängt Real

          Borussia Mönchengladbach und Trainer Marco Rose freuen sich auf das Heimspiel gegen Real Madrid mit Trainer Zinedine Zidane. Marco Rose sagt, sein Team wolle gut spielen.

          Topmeldungen

          Unser Autor: Martin Benninghoff

          F.A.Z.-Newsletter : Was bringt der Lockdown-Gipfel?

          Deutschlands sechzehn Ministerpräsidenten suchen einen Konsens über Maßnahmen in der Pandemie-Bekämpfung. Es ist nicht der einzige Showdown in der Hauptstadt. Was sonst noch wichtig wird, der F.A.Z.-Newsletter.
          Ilhan Omar spricht bei einem Auftritt im Vorwahlkampf in Minneapolis vergangenen August mit der Presse.

          Wahlkampf in Amerika : Trump attackiert muslimische Abgeordnete

          Sie hasse Amerika, sagt der Präsident über die Amerikanerin Ilhan Omar, und greift auch noch die demokratische Gouverneurin von Michigan an. Joe Bidens Unterstützer setzen unterdessen auch auf Staaten, die eigentlich als sichere Bank der Republikaner gelten. Und Melania Trump hat ihren ersten Solo-Auftritt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.