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ISPO : Viele Gefährte und brandneue Ideen

  • -Aktualisiert am

Querfeldein auf großen Rollen: mit Crosskates Bild: Crosskates

Auf der internationalen Sportartikelmesse in München, der ISPO, werden die Trends für den nächsten Sommer vorgestellt.

          3 Min.

          Auf dem Münchner Messegelände, auf dem die ISPO stattfindet, muss sich der Besucher in Acht nehmen. Überall flitzen ihm Gefährte aller Art vor der Nase und um die Beine herum. Elektroroller, Kickboards in allen Varianten, Roller, die durch Wippen angetrieben werden oder kleine Fahrräder in den unterschiedlichsten Größen und Antriebsformen.

          Das spiegelt auch das Segment wieder, in dem die meisten Neuigkeiten in diesem Jahr vorgestellt werden. Es wimmelt nur so von Ständen voller neuer Sportgeräte, die Spaß machen und zur Fortbewegung dienen sollen. Bei einigen fragt man sich jedoch, wer das kaufen soll und ob das nicht alles kurzlebige Trends sind - wenn sie überhaupt welche werden. Ein Kickboard oder Inlineskates, die in den letzten Jahren hier vorgestellt wurden und die inzwischen aus der Freizeitgestaltung nicht mehr wegzudenken sind, zeichnen sich für die nächste Saison nicht ab.

          Start ups und Weltpremieren

          Erfrischender und innovativer präsentieren sich die Teilnehmer und Preisträger des ISPO Brand New Wettbewerbs. Der Gesamtsieger des vergangenen Sommers, der Elektroroller Scoomo, ist durch seinen Erfolg Mitschuld an der ausgebrochenen Elektro-Roller-Mania auf dem Markt.

          Der neueste Trend: Blokart statt Go-Kart
          Der neueste Trend: Blokart statt Go-Kart :

          Der Wettbewerb richtet sich an Jungunternehmer, die weniger als vier Jahre auf dem Markt sind und die einfallsreiche Produkte entwickelt haben. Wer ins Finale kommt, erhält die Möglichkeit, sich auf der Messe einem internationalen Publikum zu präsentieren. Manche dieser Produkte sind noch Prototypen, andere noch nicht auf dem europäischen Markt.

          Leicht und praktisch

          Den Preis für das beste Sommer-Gerät erhielt Blokart. Ein Blokart ist ein windgetriebenes Go-Kart, mit dem man auf jedem festen Untergrund fahren kann. Ein bisschen Wind ist auch nötig, aber ab 10 Kilometer pro Stunde kann es losgehen. Und je nach Windstärke und Mut sind Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h zu erreichen. Gesteuert wird das in Neuseeland erfundene Gefährt über eine Lenkstange, die Geschwindigkeit wird mit einem Seil reguliert. Die Konstrukteure versichern, dass man innerhalb von Minuten erlernen kann, ein Blokart einigermaßen zu kontrollieren.

          Für den Transport haben sich die Macher einiges einfallen lassen: Der Blokart ist ohne Werkzeug schnell auseinanderzubauen und passt inklusive Gabelbaum und Mast in einen durchschnittlichen Kofferraum. Ein Nachteil ist sicherlich der Preis: Der Einführungspreis für den europäischen Markt liegt bei 5.000 Mark.

          Golf ohne Grün

          Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr ein Spezialpreis in der Kategorie New Sport verliehen. Cross Golf heißt das Zauberwort. Das bedeutet: keine exklusive Gesellschaft, kein hoher Clubbeitrag, keine Greens oder 18-Loch-Plätze, sondern Golf einfach überall - Querfeldein, auf Feldern, Schrottplätzen oder aber am Strand.

          Hierbei geht es um kein Handicap und keine Birdies und Eagles, sondern lediglich um Spaß. Anfänger müssen nicht am Übungsgrün versauern, sondern dürfen mit ins Gelände. Ausgezeichnet wurde eine Kieler Eventagentur, die diesen Sport als Incentive anbietet.

          Langlaufen mit Carving Skates

          Der Gesamtsieg ging an ein neues Sportgerät, das das Zeug dazu haben könnte, länger als zwei Jahre auf dem Markt zu sein. Ohne Schnee langlaufen und carven und das auf einer Art Rollschuhen? Das ist die Ausgangsidee der Crosskates. Der Vorteil sind die robusten luftgefüllten Reifen, die es ermöglichen, auf jedem Untergrund zu skaten, auf Schotterstraßen, Forstwegen oder überall, wo ein Mountainbike sonst noch hinunterfahren kann.

          Man kann damit auch im Telemarkstil einen Hang hinunterfahren, weil die Ferse nicht fixiert ist. Diese Eigenschaft ermöglicht auch das Aufsteigen mit den Skates, zumal die Räder nicht rückwärtsrollen können. Der Preis für die Crosskates liegt noch einiges über 1.000 Mark, bietet aber bei Produktion in größerer Serie durchaus Spielraum für eine Preissenkung.

          Kommunikation in allen Lebenslagen

          Bis ins Finale des Start up Wettbewerbs gelangte der i-Helmet, ein Kommunikationshelm für Abenteuer- und Extremsportler. Mit der einfachen Version kann der Sportler Musik hören oder mit dem Handy telefonieren, ohne den Helm abzunehmen. Die Idee dahinter ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch Sicherheit. Noch sicherer ist die Extremversion. Die verfügt über einen Crash-Sensor, der bei einem Aufprall Hilfe alarmiert, und ein GPS (General Positioning System), das ein Auffinden im Ernstfall ermöglicht. Die Multimediaversion hält Erlebnisse fest: Sie hat ein Foto- und Videomodul eingebaut.

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