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ISL-Pleite : Blatter: Fifa drohen fast 130 Millionen Mark Verlust

  • Aktualisiert am

Präsident in der Krise: Fifa-Chef Sepp Blatter Bild: AP

Böse Folgen der ISL-Pleite: Fifa-Präsident Sepp Blatter befürchtet Millionen-Verluste und „schwarze Kassen, in dene Gelder der WM-Sponsoren verschwunden sind“.

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          Der Konkurs des Schweizer Marketing-Unternehmens ISMM/ISL könnte den Internationalen Fußball-Verband (FIFA) „im schlimmsten Fall“ mehr als 100 Millionen Schweizer Franken (127 Millionen Mark) kosten. Diese Aussage machte FIFA-Präsident Joseph Blatter in einem Interview mit der Schweizer Zeitung „Blick“. Bisher hatte Blatter lediglich von einem Verlust in Höhe von 30 bis 40 Millionen Schweizer Franken gesprochen.

          Die FIFA hatte die außereuropäischen TV-Rechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 für 1,4 Milliarden Schweizer Franken und die Marketing-Rechte für 800 Millionen Schweizer Franken an ISMM/ISL verkauft. Mit der am vergangenen Montag von einem Konkursgericht im Kanton Zug beschlossenen Liquidation sind diese Rechte nach Angaben der FIFA wieder zurück an den Weltverband gefallen. Auf die Fernseh-Weltrechte hat die Kirch-Gruppe eine Option. Das Marketing will die FIFA über ein eigenes Unternehmen selbst betreiben.

          Blatter spricht von „schwarzen Kassen“

          Bei einem Treffen mit 13 Sponsoren hat Blatter am Dienstag versichert, dass deren bereits erworbenen Rechte unangetastet bleiben. In dem Interview mit der Schweizer Zeitung kündigte der FIFA-Präsident an, „die gesamte Fußball-Abteilung“ der in Konkurs gegangenen ISMM-Gruppe für die eigene Agentur übernehmen zu wollen. „Chef wird der von der ISL gefeuerte Patrick Magyar“, sagte Blatter.

          Er äußerte die Befürchtung, dass es „schwarze ISL-Kassen“ gebe, „in denen Gelder unserer WM-Sponsoren verschwunden sind. Gebraucht, um Löcher zu stopfen, die sich die Firma in anderen Geschäftszweigen wie dem Tennis eingehandelt hat“

          ...und wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe

          Entschieden wandte sich der FIFA-Präsident gegen Zeitungsveröffentlichungen in Deutschland und in der Schweiz, die ihn in Zusammenhang mit Korruption gebracht hatten. Die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Berliner Zeitung“ hatten berichtet, dass die ISMM- Gruppe in Liechtenstein eine Stiftung in Höhe von 60 Millionen Schweizer Franken unterhalten habe, mit deren Hilfe Funktionäre des Weltsports bestochen worden seien.

          Die Zürcher „Weltwoche“ hatte ISL- Manager mit der Aussage zitiert: „Wenn die ISL untergeht, dann stürzt auch Blatter.“ Der FIFA-Präsident will nun rechtlich gegen derartige Vorwürfe vorgehen. Wenn ihm jemand unterstelle, „ich sei korrupt, dann sollen sie Beweise liefern - oder sie müssen mit rechtlichen Schritten rechnen“. Seine Feinde macht er vor allem in Deutschland aus. „Die Deutschen wollten mich schon bei meiner Wahl 1998 mit Bestechungsvorwürfen fertig machen. So ist es auch jetzt wieder. Ich habe meine Anwälte eingeschaltet“, sagte Blatter.



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