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Iran suspendiert Fußballer : Die Fifa schweigt

Sport gegen Israelis wird bestraft: Irans Kapitän Masoud Schoadschei (rechts) ist suespendiert Bild: Picture-Alliance

Das iranische Sportministerium hat zwei Spieler ausgeschlossen. Sie waren mit ihrem Klub gegen eine Mannschaft aus Israel angetreten. Die Fifa müsste mit dem Ausschluss von der WM drohen - stattdessen gibt es keine Reaktion.

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          Athen, Nea-Smyrni-Stadion, am 3. August: Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League, Panionios Athen gegen Maccabi Tel Aviv. Die Israelis gewinnen durch das Eigentor eines Griechen in der 79. Minute, kommen eine Runde weiter. Ein Spiel, das umgehend in Vergessenheit geraten würde – wenn nicht zwei Spieler der Heimmannschaft dafür gesorgt hätten, dass auf dem Rasen sportpolitische Geschichte geschrieben wurde. Masud Schodschaei und Ehsan Hadsch-Safi spielten für Panionios, wohl wissend, dass ihnen drohte, was nun, eine Woche nach dem Spiel vollzogen wurde: Das iranische Sportministerium hat Schodschaei, den Kapitän der Nationalmannschaft, und dessen Stellvertreter Hadsch-Safi ausgeschlossen. Weil sie gegen eine Mannschaft aus Israel angetreten sind.

          Beide hätten die seit 38 Jahren bestehende „rote Linie“ überschritten und seien daher zu bestrafen, verkündete der stellvertretende Sportminister. Iranische Sportler dürfen nicht gegen israelische Gegner antreten, das ist Teil der fundamental antiisraelischen Ideologie der Islamischen Republik. Dafür sind die Hardliner in Teheran bereit, die eigene Nationalmannschaft zu schwächen, die sich bereits für die Weltmeisterschaft in Russland im kommenden Jahr qualifiziert hat.

          Hardliner herausgefordert

          Insbesondere deren Kapitän Schodschaei hat sich in der jüngeren Zeit öffentlich für Inklusion und gegen Diskriminierung in der iranischen Gesellschaft stark gemacht. Er hat jüngst mit afghanischen Flüchtlingskindern, Mädchen und Jungs, im Süden Teherans Fußball gespielt, und er hat bei Präsident Hassan Rohani darauf gedrängt, endlich das Stadionverbot aufzuheben, das Frauen daran hindert, Männermannschaften zuzusehen.

          Mit dem Spiel gegen Maccabi haben die beiden Spielführer die Ideologen und Hardliner herausgefordert. Der Fußball wird zum Schauplatz einer politischen Machtprobe. Man sollte meinen, dass die internationalen Verbände dem Spuk schnell ein Ende bereiten dürften. Auf Anfrage dieser Zeitung betonte der europäische Kontinentalverband Uefa, für die Europa League zuständig, bereits in der vergangenen Woche, die Spieler dürften nicht auf Grundlage politischer Interessen ausgeschlossen werden, man stelle sich gegen jede Form der Intoleranz, des Rassismus und der Diskriminierung.

          Keine Reaktion aus Zürich

          Und der Internationale Fußballverband Fifa, Veranstalter der kommenden Weltmeisterschaft? Hatte trotz der sich aufschaukelnden Rhetorik aus Teheran keine Antwort. Man beschäftige sich nicht mich hypothetischen Szenarien, hieß es aus Zürich, da hatte das Teheraner Außenministerium bereits gefordert, iranische Profis sollten vertraglich sicherstellen, nicht gegen Gegner aus Israel antreten zu müssen. Und nun, nachdem das Sportministerium Ernst gemacht hat? Nichts. Kein Ton von der Fifa.

          Dabei wären zwei Dinge angebracht: Öffentliche Unterstützung für Masud Schodschaei und Ehsan Hadsch-Safi und die Verurteilung des antiisraelischen Dogmas. Und zweitens: Die Drohung mit dem Ausschluss des iranischen Verbandes angesichts der nach den Fifa-Regularien verbotenen Einmischung des Sportministeriums. Logische Konsequenz wäre der Ausschluss von der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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