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Interview : Trainer-Legende Ivanescu: „Im Handball fängt neues Zeitalter an“

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Seit 24 Jahren an der Linie: Petre Ivanescu Bild: Bongarts

Trainer Petre Ivanescu soll Rekordmeister Gummersbach vor dem Abstieg retten. Im FAZ.NET-Interview spricht er über die Chancen und die Handball-Zukunft.

          Der deutsche Handball-Rekordmeister VfL Gummersbach kämpft gegen den Abstieg. Als Retter wurde die 65 Jahre alte Trainer-Legende Petre Ivanescu verpflichtet. Der Coach, der bereits 1983 beim Europapokalsieg für Gummersbach an der Seitenlinie stand, führte das Team bisher zu zwei Unentschieden gegen die SG Willstätt/Schutterwald und am Donnerstagabend in der KölnArena vor über 18.000 Zuschauern den SC Magdeburg (26:26). FAZ.NET sprach mit dem Rumänen über die Situation der Gummersbacher und die Zukunft des Handballs.

          Wie bewerten Sie das 26:26 gegen den SC Magdeburg?

          Wir haben gegen ein Weltklasse-Mannschaft gespielt und normalerweise hat so ein Team wie wir, das um das Überleben kämpft, keine Chance. Aber nach der Halbzeit haben wir besser gespielt und zum Schluss herrschte Spannung pur. Das war weniger Unterhaltung, sondern mehr Überlebenskampf.

          Wie sehen Sie nach diesem Unentschieden die Perspektiven für den VfL Gummersbach?

          Wir brauchen noch mindestens acht Punkte, um in der Bundesliga zu bleiben. Wir haben sehr viele Spiele auswärts und auch gegen so starke Gegner wie beispielsweise Magdeburg. Wenn die Mannschaft jedoch in der Bundesliga bleibt, dann sieht es mit der KölnArena und diesem Publikum im Rücken sehr gut aus. Dann muss sich das Team aber mit zwei solchen Routiniers, wie sie zum Beispiel Magdeburg in den Reihen hat, verstärken.

          Sie haben nur zwei Monate Zeit, um Gummersbach vor dem Abstieg zu retten. Welche Schwächen müssen Sie zuerst beseitigen?

          Wir haben große Probleme auf der halblinken Position. Die jungen Spieler haben nicht die Erfahrung, um die schwierigen Situationen im Abstiegskampf zu meistern. Ich habe mich schon geärgert, dass es mir nicht gelungen ist, da einen jungen Spieler einzubauen. Ich werde aber noch alles versuchen, auf dieser Seite einen Akteur zu bringen, der aus zehn Metern ein Tor machen kann.

          Sie haben noch 1983 mit dem VfL Gummersbach in der Dortmunder Westfalenhalle den Europapokal gewinnen können. Können Sie die Atmosphäre von damals mit der heute in der KölnArena vergleichen?

          Das kann man noch nicht richtig vergleichen. Damals ging es in den Spielen in der Westfalenhalle um den europäischen Titel. Jetzt haben wir eine Mannschaft, die gegen alles spielt und gegen alles schießt, was sich bewegt, weil sie in der Bundesliga bleiben muss. Die Atmosphäre hier in der Arena ist unheimlich gut, und ich glaube, in der Zukunft wird sie die Atmosphäre der Westfalenhalle übertreffen.

          Sie waren ja schon im Ruhestand, wie beurteilen Sie die Entwicklung in der Handball-Bundesliga?

          Die Tendenz ist ganz klar abzusehen. Die Vereine gehen in große Arenen und es ist ein Phänomen, dass die Hallen auch voll werden. Das ist eine Super-Entwicklung für den Handball. Im Handball fängt ein neues Zeitalter an.

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