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Interview : Robby Naish: „Kitesurfen ist wie ein Kindertraum“

  • Aktualisiert am

Surfen als Lebensstil: Robby Naish Bild: dpa

Surf-Legende Robby Naish im FAZ.NET-Gespräch über Ziele, Träume und seine neue Leidenschaft Kitesurfen: „Es ist wie der Kindertraum, mit einem Drachen zu fliegen“.

          2 Min.

          Robby Naish hat Im Laufe der Jahre 24 Weltmeistertitel gesammelt, den ersten gewann er mit dreizehn Jahren.

          Bei soviel Prominenz fällt die Selbstverständlichkeit angenehm auf, mit der sich Robby Naish bewegt. Keine Starallüren oder Prahlereien - dafür der interessierte Blick in die Augen des Gesprächspartners. Und das es sich bei Surfen um eines der wichtigsten Dinge auf diesem Planeten handelt, macht Robby Naish unermüdlich deutlich..

          Robby Naish, der übrigens fließend deutsch spricht, hat als neue Leidenschaft das Kitesurfen entdeckt und gibt im FAZ.NET-Gespräch den Tipp: „Gebt Gas, ihr müsst es probieren. Es macht wirklich sehr viel Spaß und ist wie der Kindertraum, mit einem Drachen zu fliegen“. Die Surflegende über sein Leben, seine Ziele und Träume.

          Was macht den Unterschied zwischen einer Begeisterung für Fußball oder Tennis und der Faszination am Surfen aus?

          Robby Naish: Mit der Natur ist es nie konstant. Die Bedingungen sind immer im Wechsel - während im Tennis jedes Spiel unter den gleichen Bedingungen wie das nächste ist. Man kann als Windsurfer nie kalkuliert trainieren. Mit der Natur zu spielen macht sehr viel Spaß.

          Heißt dass, das Surfer ein besonderes Verhältnis zur Natur haben?

          Für viele ist der Sport etwas anderes - für mich persönlich ist es ein riesiger Teil von meinem Leben. Ich bin fast jeden Tag im See, in der Sonne und in der Luft. Es ist ein Lebensstil, der einen ganz nah mit der Natur verbindet. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, schaue ich durch das Fenster, um zu prüfen, wie der Wind ist. Der ganze Tag und mein Sport hängen vom Wetter ab, jeden Tag aufs Neue. Wenn Wind ist, gehe ich in diese Richtung. Wenn kein Wind ist, in die andere Richtung. Ich bin von der Natur total abhängig.

          Du warst früher ein reiner Windsurfer. Jetzt machst du hauptsächlich Kitesurfing: Wie kam dieser Wechsel?

          Ich mache noch beides, es ist also kein Wechsel. Das ist ein neuer Teil von einem Sport, denn ich mache auch Wellenreiten. Kitesurfing ist für mich die perfekte Verbindung, weil Du nicht so extreme Bedingungen brauchst. Beim Windsurfen brauche ich nach so vielen Jahren ziemlich starken Wind und Wellen, um Spaß zu haben. Beim Kitesurfen kann ich mit total flachem Wasser und nicht so starkem Wind mit voll Power fliegen. Ich bin jetzt jeden Tag am Wasser, nicht nur jeden dritten oder vierten. Ich muß nicht mehr auf Wind und Welle warten - beim Windsurfen habe ich viel gewartet.

          Beim Kitesurfing brauchst du nur Wind und kaum Wellen?

          Wenig Wind. Bei Windstärke 2-3 ist gut zu fahren und mit meinem Niveau für Windsurfen brauche ich Windstärke sechs oder sieben. Dieses Jahr habe ich viel Spaß beim Kitesurfen. Das geht sogar schon bei flachem Wasser und macht Spaß. Und das Beste ist, das die Ausrüstung in eine kleine Tasche passt. Beim Windsurfen brauche ich so viel Gepäck.

          Was machst du sonst noch um dich fit zu halten? Hast du ein Trainingsprogramm?

          Es ist nicht so streng organisiert wie beim Fußball oder Tennis. Das beste Training ist ins Wasser zu gehen. Ich gehe jetzt fast jeden Tag ins Wasser zum Kitesurfen oder Windsurfen. Zusätzlich gehe ich noch zwei bis dreimal pro Woche ins Fitness-Studio und mache Krafttraining.

          Hast Du eine Botschaft für die deutschen Kitesurfer?

          Gebt Gas, ihr müsst es probieren. Es macht wirklich sehr viel Spaß und ist wie ein Kindertraum. Mit einem Drachen zu fliegen - und beim Kitesurfen kann man das echt machen. Das Gefühl ist Wahnsinn und es ist auch nicht so schwer zu lernen. Die meisten Leute wollen nicht zwei Jahre üben, um gut zu werden.

          Kitesurfen kann man also schnell lernen?

          Sehr schnell, viel schneller als Windsurfen.

          Was ist Dein nächstes persönliches Ziel?

          So weiterzuleben, so lange wie möglich. Es geht alles so perfekt im Moment. Eigentlich nicht nur im Moment - die letzten 20 Jahre schon und dabei habe ich mir bis jetzt in meinem Leben keine echten Ziele gesetzt. Ganz im Gegenteil zu den meisten Sportlern oder Geschäftsmännern. Die propagieren immer: Du mußt dir Ziele setzen, sie erreichen und dann wieder neue Ziele setzen. Ich lebe in den Tag hinein und lass mich überraschen, was als Nächstes passiert. Ich versuche gut zu sein: Bei den Dingen die ich tue, und im Umgang mit Menschen. Und hoffe immer, das etwas gutes dabei herauskommt. Bis jetzt ist es gut gegangen.

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