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Interview : Otto Rehhagel: „Modern ist, wer gewinnt“

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Griechenland umarmt Otto Rehhagel Bild: dpa/dpaweb

Antiquierter Fußball? Na und. Nachfolger von Rudi Völler? Derzeit kein Thema. Interview mit Erfolgstrainer Otto Rehhagel, der die Griechen ins Finale der EM geführt hat.

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          Antiquierter Fußball? Na und. Nachfolger von Rudi Völler? Derzeit kein Thema. Interview mit Erfolgstrainer Otto Rehhagel, der die Griechen ins Finale der EM geführt hat.

          Erst Portugal geschlagen, dann Titelverteidiger Frankreich und jetzt die favorisierten Tschechen. Wo soll das für Griechenland noch enden?

          Ich habe der Mannschaft in der Kabine gesagt. Das Märchen geht weiter. Es ist unglaublich und fantastisch, was die Mannschaft wieder vollbracht hat. Mit viel Einsatzfreude, Kraft und Willen haben meine großartigen Spieler den Sieg noch an sich gerissen.

          Ihr Erfolgsrezept?

          Ich und mein Co-Trainer Ioannis Topalidis haben den Spielern wieder klar gemacht, daß wir nichts zu verlieren haben und den Tschechen einen schweren Abend bereiten wollen. Wir Trainer haben unsere ganze Erfahrung eingebracht und uns für bestimmte Dinge entschieden. Ich bin derjenige, der den Spielern Ratschläge gibt, die sie dann gut in die Tat umgesetzt haben.

          Sie meinen Ihre defensive Strategie mit einem altmodischen System mit Ausputzer und Manndeckern?

          Modern ist, wer gewinnt. Die Tschechen haben eine sehr gute Mannschaft, aber entscheiden tun nun mal die Tore. Im Fußball gewinnt eben nicht immer der Beste.

          Mit Georgios Karagounis fehlt Ihnen wegen seiner zweiten Gelben Karte ein wichtiger Spieler im Finale. Eine Schwächung?

          Alle Spieler in der Gruppe sind wichtig. Auch die, die draußen sitzen und verständlicherweise nicht ganz glücklich sind. Ich habe ihnen aber vermittelt, daß sie alle gebraucht werden. Das hat man ja an dem eingewechselten Vasilios Tsiartas gesehen, der mit seinem idealen Eckball das entscheidende Tor vorbereitet hat.

          Kann Griechenland jetzt auch die ganz große Sensation schaffen und Europameister werden?

          Auch im Endspiel gegen EM-Gastgeber Portugal sind wir wieder der totale Außenseiter. Aber wie man gesehen hat, ist im Fußball nichts unmöglich.

          Das EM-Finale leitet mit Markus Merk ein Schiedsrichter aus Kaiserslautern, wo Sie auch großen Erfolg hatten. Ein gutes Omen?

          Ich kenne ihn schon, seit er 15 Jahre alt war. Aber als Schiedsrichter war er sehr streng zu mir und hat mich auch schon auf die Tribüne geschickt.

          Ihre Erfolge in Portugal bringen Sie auch wieder als deutschen Bundestrainer ins Gespräch. Sind Sie nach Ottmar Hitzfelds Absage wieder im Rennen?

          Meine ganzen Gedanken waren nur bei meinen Spielern. Jetzt hat die Mannschaft das Recht, sich über unseren Erfolg zu freuen und ich die Verpflichtung, nur mit meiner Mannschaft zu sprechen und über deren Probleme.

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