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Interview : Neuer Sportrechte-Gigant: Ufa Sports-Chef denkt auch an Olympia

  • Aktualisiert am

Visionen nach Fusion mit Vivendi: Ufa Sports-Chef Hoffmann Bild: dpa

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann und dessen französischer Konkurrent Vivendi werden ihre Geschäfte mit internationalen Sportrechten künftig gemeinsam tätigen.

          2 Min.

          Bertelsmann attackiert Leo Kirch: Nachdem der Münchner Film- und Rechtehändler neben den Bundesliga-Rechten wahrscheinlich auch die Weltrechte an den beiden kommenden Weltmeisterschaften 2002 und 2006 halten wird, hat der Konzern aus Gütersloh reagiert. Mit der Fusion der Vivendi-Tochter Sport plus, der Bertelsmann-Tochter Ufa Sports und des Vermarkters Groupe Jean-Claude Darmon ist ein neuer europäischer Sportrechte-Gigant entstanden. Das neue Unternehmen mit 350 Mitarbeitern wird auf einen Jahresumsatz in Höhe von 570 Millionen Euro geschätzt.

          Nach der Pleite des Fifa-Vermarktungspartners ISL, nahm Vivendi Abstand davon, das Pleite-Unternehmen zu übernehmen. Offensichtlich ist es attraktiver, aus der Konkursmasse der ISL die Filetstücke zu ersteigern, um gegen Kirch einen zweiten zumindest europaweit agierenden Konzern im TV-Rechtebereich zu etablieren.

          Während der schillernde Franzose Darmon Präsident der neuen Gesellschaft, die noch ihren Namen sucht, werden wird, übernimmt der bisherige Geschäftsführer der Ufa-Sports, Bernd Hoffmann, die Position des Vize-Präsidenten im neuen Firmen-Konglomerat.

          FAZ.NET über mit ihm über die Zukunft des neuen Unternehmens nach der Großfusion.

          Herr Hoffmann, nach der Fusion der drei Unternehmen, wie schätzen Sie die Marktposition ein?

          Wir sind eines von drei großen Unternehmen weltweit. Unsere härtesten Konkurrenten sind Kirch Sport und der amerikanische Konzern IMG.

          Wo liegen die Stärken des neuen Sportrechte-Giganten?

          Sports Plus deckt den französischen Markt ab, wir haben einen Teil des Geschäfts in Deutschland. Die drei neuen Partnern sind auch auch in Italien stark, so dass wir die europäischen Kernmärkte sehr gut abdecken. In England halten wir die internationalen Rechte an der Premier League.

          Wie werden die Synergieeffekte aussehen?

          Wir werden bei den Erlösen zulegen. Wir können beim Vertrieb jetzt beispielsweise nicht nur Länderspiele anbieten, sondern auch Spiele aus der italienischen, englischen und französischen Liga. In Deutschland haben wir sehr erfolgreich eine Gesamtvermarktung bei Vereinen wie dem Hamburger SV oder Hertha BSC aufgebaut. Dieses Know-How können wir jetzt auch nach Frankreich transferieren.

          Sie haben zusammen 320 Vereine und 40 nationale Fußball-Verbände unter Vertrag, sie vermarkten komplette Ligen. Sind für den neuen Global Player auch Fußball-Großereignisse wie WM oder EM oder auch Olympische Spiele ein Thema?

          Das ist mit den Anteilseignern abgesprochen, das wir kein Sportrecht ablehnen werden, weil es zu groß für uns wäre oder nicht machbar. Mit dieser Konstellation haben wir den Anspruch zu wachsen und zu expandieren.

          Aber mit dem Kauf der in Konkurs gegangenen Agentur ISL durch Vivendi wären dem neuen Unternehmen weitere wichtige Rechte zugefallen. War diese Fusion auch ein Grund dafür, das Vivendi am Ende davon Abstand nahm, ISL durch einen Kauf vor dem Konkurs zu bewahren?

          Das war eine eigene Entscheidung, für uns wäre das ein positives Begleitthema gewesen. Aber aus wirtschaftlichen Gründen hat Vivendi ISL nicht aufgekauft, das wäre nicht zu verantworten gewesen.

          Wird sich für Ihre Mitarbeiter einiges ändern?

          Nein, Hamburg bleibt genauso als Standort bestehen wie auch unsere vielen Regionalbüros. Nur beim internationalen TV-Vertrieb werden wir die Strukturen der drei neuen Partner harmonisieren, das wird aber nur wenige Mitarbeiter betreffen.

          Das Gespräch führt Heinz P.Kreuzer



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