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Interview : Lieber den Titel als die Sympathien

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Seine Autogramme sind trotzdem gefragt: Michael Schumacher Bild: dpa

Ferrari steht nach der umstrittenen Stallorder von Spielberg immer noch am Pranger. Weltmeister Schumacher zeigt sich weiter uneinsichtig.

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          Vor dem Großen Preis von Monaco am Sonntag redet der Weltmeister Klartext. Zwar wurde Michael Schumacher beim Freien Training in Monaco vereinzelt mit Pfiffen empfangen doch was die Stallorder von Spielberg angeht, verteidigt Schumacher in einem Interview weiter diese Maßnahme.

          Frage: Jacques Villeneuve hat Ihr Verhalten bei der Siegerehrung in Spielberg kritisiert. Man müsse sich schon oben hinstellen und „ein Mann sein“, meinte er. Wie ist Ihre Reaktion darauf?

          Schumacher: Es liegt an ihm, es so zu sehen.

          Nach all der Kritik - würden Sie im Nachhinein irgendetwas anders machen?

          Nein, im Nachhinein nicht. Ich bin sicherlich von den ganzen Emotionen und Stimmungen nach dem Rennen ziemlich stark betroffen gewesen. Denn das war für mich auch eine neue Erfahrung. Im Nachhinein muss man, glaube ich, ziemlich realistisch und logisch sein und sagen: Überraschung war es keine, dass wir so agiert haben.

          Wie sehr wünschen Sie sich an diesem Wochenende ein normales Rennen?

          Ich würde mal behaupten, dass in meiner Karriere eigentlich 98 Prozent normale Rennen waren und nur eine ganz geringe Prozentzahl unnormal waren. Insofern freue ich mich, zu einem normalen Wochenende zurückzukehren. Ich gehe davon aus, dass das hier der Fall sein wird.

          Was erwarten Sie von der Anhörung vor dem FIA-Weltrat am 26. Juni?

          Da werde ich mich genauso überraschen lassen müssen wie Sie.

          Jeder hätte erwartet, dass Ferrari auf Grund des Eindrucks all der Proteste im Nachhinein sagt: Okay, das machen wir nie wieder. Aber man will weiterhin so vorgehen. Ihre Meinung dazu?

          Letzten Endes haben wir auch in der Vergangenheit so agiert. Als Team sind wir so groß und so stark geworden. Wir haben auch für unsere Fans solche Entscheidungen getroffen. Wir haben 1997, '98, '99 drei Mal hintereinander den Titel verloren. Wir sind jetzt einfach aus diesen Erfahrungen schlau geworden und haben da eine ganz klare Strategie. Die ist bisher auch von den Fans positiv aufgenommen worden.

          Sind Ihnen Sympathie-Punkte weniger wichtig als WM-Punkte?

          Ich glaube nicht, dass es unbedingt das ist, was dir in dem Moment im Kopf herumschwirrt. Ihr sitzt alle schön draußen, habt logisches Denken. Auch aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben, ist es wichtiger für uns, vielleicht die eine oder andere Sympathie weniger, aber den Titel zu haben.

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