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Interview : Jaksche: „95 Prozent für Ullrich"

  • Aktualisiert am

Für das deutsche Team am Start: Jörg Jaksche Bild: dpa

Im Gespräch mit FAZ.NET äußert sich Jörg Jaksche über das deutsche Team und die Chancen von Jan Ullrich, Weltmeister auf der Straße zu werden.

          Als Jörg Jaksche 1998 zum Team Telekom wechselte, wurde er als großes Talent gefeiert. Kein Wunder. Immerhin hatte der damals 22-jährige mit Rang 18 bei der Tour de France im selben Jahr beste Referenzen vorzuweisen.

          Doch die Leistung des Ansbachers stagnierte, und es drohte der Absturz ins Mittelmaß. Heute hat er eine Erklärung dafür: „Als gestandener Profi ist Telekom bestimmt die erste Wahl, aber als junger, unerfahrener Fahrer hast du es schwer.“

          Dann kam im vergangenen Jahr der Wechsel zum spanischen Team Once, indem er zu alter Stärke zurück und ein neues Zuhause gefunden hat. FAZ.NET sprach mit dem 25-jährigen über die deutsche Mannschaft und die Chancen von Jan Ullrich bei der Rad-WM in Lissabon.

          Herr Jaksche, wer wird Weltmeister?

          Jörg Jaksche: Jan Ullrich! Der Rundkurs in Lissabon ist sehr schwer, und es wird sicherlich zu zwei, drei Ausreißergruppen kommen. Jan ist in Topform, und wenn er in einer dieser Gruppen vertreten ist, hat er sehr gute Chancen. Ansonsten sind die Italiener noch sehr stark, die aber oft eher gegeneinander fahren als miteinander. Auf Richard Virenque muss man auch ein Auge werfen, der ein beeindruckendes Comeback hingelegt hat.

          Wie wird die Taktik aussehen?

          Das Straßenrennen bei der Weltmeisterschaft ist im Grunde ein Rennen wie jedes andere auch. Besonderheiten oder bestimmte Anweisungen gibt es da nicht. Die Taktik für das deutsche Team wird vorher entweder von Mario Kummer (sportlicher Leiter, d. Red.) oder Olaf Ludwig (Teamchef, d. Red.) ausgegeben.

          Die Mannschaft soll aber Ullrich zum Weltmeistertitel verhelfen. Dann müssen Sie doch zwangsläufig Ihre eigenen Interessen zurückstecken?

          Die Chance, ein Rennen zu gewinnen, besteht natürlich immer. Auch für mich. Die ist aber bei der Weltmeisterschaft gerade mal fünf Prozent groß. Zu 95 Prozent werden wir am Sonntag für Ullrich fahren.

          Einmal im Jahr, zu den Weltmeisterschaften, kommen Sie mit den anderen deutschen Fahrern zusammen, um im Nationaltrikot zu fahren. Spüren Sie ein Mannschaftsgefühl?

          Sicher ist das Gefühl anders als in der Mannschaft, mit der man das ganze Jahr über unterwegs ist. Da kennt jeder jeden, und die Fahrer sind aufeinander abgestimmt. Und jetzt mal eben so ein Team zusammenschweißen - das ist kaum möglich. Daran stören wir uns aber nicht. Wir verstehen uns untereinander gut und sind ja auch während des Rennens über Funk verbunden.

          Dennoch kann es schnell zu einem Konflikt aus nationalen Verpflichtungen und Arbeitgeberinteresse kommen. Macht es Ihnen etwas aus, gegen ihre Kollegen von Once zu fahren?

          Solange die nicht gegen mich fahren - nein. Es gibt aber bestimmt einige, die sagen: Nationalmannschaft, schön und gut, aber mein Arbeitgeber ist mir wichtiger. Ich könnte auch für meinen Once-Teamkollegen Joseba Beloki ein Loch zufahren, wenn es darauf ankommt. Die Fahrer sollten das aber trennen und den Stolz haben, für das Nationalteam zu fahren.

          Die Saison war bereits sehr lang für Sie. Wie ist Ihre Form?

          Ja, die Saison war lang. Seit Februar sitze ich praktisch pausenlos im Sattel. Es fällt jetzt schon schwer, sich aufzuraffen und die Trainingseinheiten abzuspulen, trotzdem fühle ich mich gut und werde versuchen, alles zu geben.

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