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Im Gespräch: Philipp Schön : "Tuchel wollte neue Anreize"

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Philipp Schön, ein Regionalliga-Basketballer und Trainer, hat die Fußballprofis von Mainz 05 gecoacht. Im Interview spricht er über Koordination, Thomas Tuchel und seinen Opa Helmut Schön.

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          Was können Fußballspieler beim Basketball lernen?

          Koordination. Grundsätzlich haben Fußballer beim Basketball große Schwierigkeiten, gerade bei kleinen, filigranen Bewegungen auf der Stelle. Beim Fußball geht es nur um Gehirn-Fuß-Koordination, beim Basketball müssen Gehirn, Hand und Fuß kooperieren.

          Hatten die Mainzer Spieler also ihre liebe Mühe beim Training mit Ihnen?

          Nein. Sie haben sich sehr gut geschlagen. Man sieht eben, dass Profis - anders als Fußball-Breitensportler - sehr umfassend geschult sind. Die verwenden offenbar einen großen Teil ihrer Trainingsarbeit für koordinative Dinge. Die Jungs kennen Ihren Körper sehr gut.

          Hatten die Spieler ihre Stärken eher in der Abwehr oder im Angriff?

          In der Defense haben sie gute Intuition bewiesen und antizipiert, wohin welcher Ball gespielt wird. Da hatten sie manchmal Vorteile gegenüber Basketballern. In der Offense fehlen Wiederholungen, um ein gutes Wurfgefühl zu entwickeln.

          Sollten die Spieler nur Spaß haben, oder haben Sie auch ernsthaft trainiert?

          Trainer Thomas Tuchel hat mir schon den Auftrag gegeben, dass der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Aber er wollte auch neue Anreize vom Basketball. Also haben wir klassische Wurfübungen gemacht. Beim Korbleger mit der schwachen Hand haperte es natürlich.

          Das erinnert an das Mainzer Problem auf dem Fußballfeld, wo die Stürmer auch nicht allzu treffsicher sind. Glauben Sie, dass die Einheit als neuer Impuls etwas bewirken kann?

          Die Spieler werden jetzt nicht besser, weil sie einmal Basketball trainiert haben. Und sie würden auch nicht besser Fußball spielen, wenn sie regelmäßig Basketball spielten. Aber ich bin überzeugt, dass jeder einen Ausgleichssport machen sollte, weil das neue koordinative Impulse gibt. Das gilt auch für einen Sport wie Bogenschießen, was Tuchel mit seinen Spielern kürzlich mal gemacht hat.

          Sie sind der Enkel von Helmut Schön, dem deutschen Fußball-Weltmeistertrainer von 1974. Hat Tuchel Sie deshalb geholt?

          Nein. Das weiß er auch nicht. Ich erzähle das nicht rum und gebe nicht damit an. Ich bin sehr stolz auf meinen Opa. Aber das ist ja keine Leistung von mir, dass ich sein Enkel bin.

          Das Gespräch führte Daniel Meuren.

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