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Im Gespräch: Eintracht-Vorstand Hellmann : „Angriff nach oben“

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Axel Hellmann: „Der August wird für uns zu einer Bewährungsprobe“ Bild: Wonge Bergmann

Eintracht Frankfurt verfolgt ambitionierte Ziele. Vorstand Axel Hellmann kündigt im Interview an, wie sie realisiert werden sollen: Mit Hilfe internationaler Partner und der Stadt.

          Sie sind seit einem Jahr im Amt. Die Zusammenarbeit zwischen Heribert Bruchhagen und Ihnen, so hieß es, werde problematisch. Tatsächlich läuft es im Vorstand unaufgeregt. Wer ist da auf wen zugegangen?

          In der Tat funktioniert die Zusammenarbeit im Vorstand sehr gut. Darum bemühen wir uns beide im gleichen Maße. Vor meinem Eintritt in den Vorstand hatten wir beide unterschiedliche Funktionen und entsprechende  Rollen zu spielen, um unsere jeweiligen Sachpositionen im Tagesgeschäft zu vertreten. Er als Vorstands-Chef bei der AG, ich als Geschäftsführer beim Verein. Da trafen Standpunkte mitunter diametral aufeinander, und für Außenstehende wurden inhaltliche Konflikte sofort mit persönlichen Diskrepanzen gleich gesetzt.

          Die gab und gibt es also nicht?

          Nein. Glauben Sie mir, wir mussten keine teambildenden Seminare oder ähnliches machen, um zum Wohle der Eintracht unsere Ziele zu definieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Die Basis zwischen uns stimmt. Heribert Bruchhagen ist ein Fußball-Konservativer. Das deckt sich auch mit meinem Fußball-Weltbild, dass man nicht zu viel Brimborium um den Kern des Sports herum veranstaltet. Dazu kommt, dass er ein Schlachtross im deutschen Fußball ist, von dem ich extrem viel lernen kann. Ich bin dagegen etwas näher dran an Themen der Entwicklung eines Unternehmens, insbesondere durch die Herausforderungen der modernen Medienwelt.

          Raus aus dem Schatten: Die Frankfurter Eintracht will auch auf Europas Fußballplätzen für frischen Wind sorgen.

          An diesem Samstag wird es ernst. Was überwiegt kurz vor dem Bundesliga-Start: Vorfreude oder der Frust über das schwere Auftaktprogramm?

          Der August wird für uns zu einer Bewährungsprobe. Das gilt für die Mannschaft auf dem Platz,  für die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle und für uns Verantwortliche. Wir sind sportlich sofort im kalten Wasser und müssen Schwimmen können. Organisatorisch werden wir die Prüfung meistern. Der Zuschauerservice läuft auf Hochtouren. Merchandising und Ticketing geben Vollgas. Die Vorarbeiten, die wir in den zurückliegenden Monaten intern geleistet haben, zahlen sich aus.  Oder, um meinen alten Latein-Lehrer zu zitieren: Zwei Stunden Denken morgens im Bett ersparen sechs Stunden Arbeit am Tag. Diesem Spruch kann ich viel abgewinnen.

          Die Rücklagen der Eintracht sind durch Investitionen nach dem Abstieg um elf Millionen Euro gesunken. Einnahmequellen werden gesucht. Welchen Stellenwert besitzt da die Europa League?

          Einen großen. Aus guter Tradition wird bei Eintracht Frankfurt eine solide Planung aufgestellt, die nicht durch Fantasien bestimmt wird. Wir gehen ganz konservativ von 17 Heimspielen in der Bundesliga und einem Minibetrag im DFB-Pokal aus. Alles, was wir darüber hinaus einnehmen, verbessert unsere Zahlen. Das gilt in diesem Jahr vor allem für das internationale Geschäft. Wenn wir die Gruppenphase erreichen sollten, dann ist das zusätzliches Geld, das uns für die Zukunft Spielräume eröffnet.

          Die neue Eintracht

          Für die Winterpause?

          Ich denke vor allem an die zukünftigen Jahre, weniger an die Winterpause. Vielleicht ist der Kader ja so stark besetzt, dass wir dann gar nicht nachlegen müssen. Die Erfahrung lehrt uns aber, dass ein gesundes Polster niemals schaden kann, um auf ungeplante Ausfälle auch mal kurzfristig reagieren zu können.

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