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Im Gespräch: Eintracht-Vorstand Hellmann : „Angriff nach oben“

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Auch die Beteiligung an der Vermarktung des Namensrechts der Commerzbank-Arena ist ein Streitpunkt. Ist da eine Annäherung in Sicht?

Gegenfrage: Womit lässt sich rund um ein Stadion Geld verdienen? Mit dem Verkauf des Namensrechts zuallererst. Dazu das Catering, das Parkraum-Management, die Hospitality-Angebote und die Vermietung an Drittnutzer. Ein Verein wie der VfB Stuttgart, der sein Stadion selbst betreibt, verdient so Millionen. Eintracht Frankfurt ist aufgrund bestehender Vereinbarungen aber nur an den Hospitality-Erlösen beteiligt. Das ist eine eklatante Asymmetrie, die die Gefahr birgt, im Wettbewerb zurückzufallen. Ich bin aber optimistisch, dass  immer mehr Verantwortungsträger in der Politik verstehen, wo wir sein könnten, wenn der Vertrag anders gestaltet würde. Dann könnten wir zu den Vereinen der gehobenen Mittelklasse aufrücken.

Sie waren bis vor einem Jahr maßgeblich für den Um- und Ausbau des Leistungszentrums am Riederwald verantwortlich. Kaum haben Sie den Posten gewechselt, häufen sich aus den Abteilungen Klagen über finanzielle Missstände. Ist das Zentrum in seiner jetzigen Größe und Funktion solide finanziert, oder muss die AG demnächst einspringen, um Geld zuzuschießen?

Der Neubau des Leistungszentrums am Riederwald war ein notwendiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit von Eintracht Frankfurt und ist immer auch ein Gemeinschaftsprojekt von Verein und Aktiengesellschaft gewesen. Ohne Leistungszentrum kein Profifußball – und daraus ergibt sich auch die Verpflichtung, das ganze Projekt aus der Aktiengesellschaft mit zu tragen. Wenn man sich vor Augen hält, was andere Profiklubs für den Bau oder Ausbau ihrer Leistungszentren ausgeben, dann kommt die Aktiengesellschaft dabei recht günstig weg. Die wirtschaftliche Hauptlast trägt eindeutig der Verein. Für alles andere gibt es Verträge, die beidseitig genau eingehalten werden. 

Es droht also kein Konflikt zwischen Verein, dem Hauptaktionär, und der AG, für die Bruchhagen sagte, er komme für die Fehlbeträge am Riederwald garantiert nicht auf?

Ich sehe kein Konfliktpotenzial.  Wir haben im letzten Jahr viele organisatorische Barrieren zwischen Verein und AG weggeräumt: Alfa Romeo ist jetzt auch Hauptsponsor des Vereins, wir haben den gleichen Ausrüster, bei der Kartenvergabe der Topspiele werden die Mitglieder bevorzugt. Wir sind viel enger zusammengerückt, als es in der Vergangenheit der Fall war. Hinzu kommt, dass wir alle gewillt sind, die sportliche Verzahnung zwischen Jugendbereich und Profiabteilung zu optimieren. Zufrieden sind wir mit den jüngsten Ergebnissen der Jugend-Leistungsteams weder auf Seiten der AG noch auf Seiten des Vereins, nicht beim Blick auf die Tabellen und nicht hinsichtlich der Entwicklung  der Talente. Dem widmen wir unsere ganze Aufmerksamkeit. Denn kein Spieler ist günstiger für uns als ein Marc Stendera, der es auch aus dem eigenen Nachwuchs in die Bundesliga schafft.  Wir brauchen mehr solcher Erfolgsgeschichten.

Das Gespräch führte Marc Heinrich.

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