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Im Gespräch: Eintracht-Vorstand Hellmann : „Angriff nach oben“

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Sicher, aber trotzdem müssen wir strukturell daran arbeiten, dass die Voraussetzungen zum Angriff nach oben stimmen. Wir sind doch noch lange – auch nicht national – da, wo wir gerne wären. Hamburg, Gladbach, Stuttgart und Bremen sind uns in den Umsätzen noch deutlich voraus.  Wenn wir hier aufholen wollen,  müssen wir vor allem unsere Reichweiten über alle Kanäle ausbauen, um Boden zu gewinnen und als Werbepartner noch attraktiver zu werden. Bei „Sky“ rangieren wir bei den Zuschauerzahlen schon auf dem fünften Platz, die Nutzerzahlen auf der Homepage sind außerordentlich vielversprechend, bei den Aufrufen im Social-Media-Bereich liegen wir im Ligavergleich permanent unter den besten sechs Teams. Das zeigt unsere Möglichkeiten, und wir habe es uns zur Aufgabe gesetzt, das an die nationale Wirtschaft in Zukunft stärker zu transportieren.

Um die Eintracht erfolgreicher zu vermarkten, sollte es längst ein eigenes Klub-TV im Internet geben. Nach dem Hickhack um die Besetzung des Medienchefs ist es ruhig geworden um das Projekt. Hat es sich erledigt?

Keinesfalls. Etwaige Personalfragen haben die Durchführung zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt. Wir gehen wie geplant Ende September an den Start. Unsere Intention wird dabei eine andere sein als die vieler Konkurrenten. Für uns steht nicht im Mittelpunkt, damit bei den Usern den größtmöglichen Abo-Erlös zu generieren. Es wird eher einen symbolischen Preis geben…

...von 18,99 Euro für zwei Jahre in Anlehnung an das Gründungsdatum 1899 ist die Rede…

…man wird sehen, wir werden es rechtzeitig kommunizieren, auch wie und welche Spiele, Trainings oder Presse-Konferenzen wir zeigen. Lassen Sie sich überraschen. Aber auch hier ist Reichweitensteigerung unser erklärtes Ziel.

Der Umsatz beläuft sich auf 75 Millionen Euro. Der Spieleretat auf 30 Millionen. Wie wollen Sie dieses suboptimale Verhältnis ändern?

Es lässt sich dauerhaft nur über eine Anpassung  der wirtschaftlichen Nutzungsvoraussetzungen des Stadions ändern. 

Die Eintracht beklagt aber doch schon seit langem, sie zahle verglichen mit Mitbewerben zu viel, rund neun Millionen Euro, und sie strebe im Gespräch mit der Politik Veränderungen zu ihren Gunsten an. Auch nach dem Wechsel des Oberbürgermeisters ist aber nichts passiert. Wieso?

Unabhängig von den konkreten Gesprächspartnern müssen wir allen Beteiligten, der Stadt und der Betriebsgesellschaft klar machen, dass nur, wenn Eintracht Frankfurt prosperiert, also gesichert in der ersten Liga spielt und den Blick eher nach oben richten kann, für alle wirtschaftlich mehr raus kommt. Das Risiko eines Zweitligaabstiegs wäre für den Steuerzahler ein erhebliches, dagegen die Teilnahme an der Gruppenphase in der Euro League eine Chance.  Das muss verstanden werden: Eine Eintracht, die expandiert, nimmt niemandem Kindertagesplätze. Wir schaffen für die Stadt wirtschaftliche Werte und spielen für sie Geld ein. Deshalb wollen wir, dass man uns zu fairen Bedingungen wachsen lässt und an der der Stadionnutzung stärker beteiligt. So können wir das über Steuern und Nutzungsentgeltzahlungen in stärkerem Maße an die Stadt zurückzahlen.

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