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Im Gespräch: Eintracht-Vorstand Hellmann : „Angriff nach oben“

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„Die Preise sinken, wenn die Blätter fallen“, sagt Aufsichtsratschef Wilhelm Bender.  Ist das die Taktik auf dem Transfermarkt: Abwarten bis Ende August , wenn die Wechselperiode zu Ende geht?

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der letzten Saison war die mannschaftliche Geschlossenheit. Die erreicht man aber nur, wenn man die Mannschaft möglichst früh zusammen hat und sie sich einspielen kann. Das kann mitunter Folgen auf die Preisbildung haben.  Zur Preisbildung gehören aber immer zwei: der abgebende Verein und der aufnehmende. Und, um nochmal auf die Causa Kadlec zurückzukommen: Vielleicht müssen wir künftig bei solchen Gelegenheiten pokernden Vereinen wie Sparta Prag deutlicher sagen: Bis hierhin und nicht weiter, wir machen bei dem Geschacher nicht mehr mit.

Andere Klubs, wie Gladbach, Hannover oder Stuttgart, deren Spielerdecke dicker ist, haben bei der Doppelbelastung zwischen internationalem Geschäft und Bundesliga Probleme bekommen. Wie will die Eintracht dieser Gefahr begegnen?

Bei der Besetzung der neuen Mannschaft kam es uns nicht alleine auf die sportlichen Qualitäten an, sondern auch darauf, wie sich die Neuen charakterlich in die bestehende Mannschaft einfügen können. Armin Veh und Bruno Hübner haben sich bemüht, Spieler zu bekommen, die auf der gleichen Wellenläge liegen und Teamplayer sind. Das scheint gelungen. Natürlich sind wir nicht gefeit vor schweren Verletzungen, aber auf Sicht können wir uns in dem ungewohnten Stress besser behaupten, wenn alle das Gefühl haben, sie sind Teil einer guten Truppe.   

Die Fans rennen dem Klub die Bude ein, um es salopp zu formulieren. Viele große Unternehmen der Region üben sich in Zurückhaltung. Sie kommen aus der Wirtschaft, können Sie sich das schlüssig erklären?

Das Thema ist sehr komplex. Grundsätzlich ist die Region Frankfurt/RheinMain eine der wirtschaftlich stärksten in Europa. Sie ist allerdings geprägt von internationalen Unternehmen, insbesondere aus dem Finanzdienstleistungsbereich und weniger von klassischen Handelsfirmen oder traditionellen Mittelständlern. Die Fluktuation ist größer als an anderen Standorten. Außerdem sehen sich viele Unternehmen, Banken oder Versicherungen zurecht in ihrem Metier auf einem welt- oder europaweitenweiten Spitzenplatz und da kommt es Eintracht Frankfurt sicher nicht zugute, dass wir von 1996 bis 2005 in Tabellenregionen gespielt haben, die für manche Markenpartnerschaft nicht attraktiv war.

Lässt sich dem kurzfristig begegnen?

Ja, in dem wir innovativ die Vorzüge dieser Region und die Plattform, die Eintracht Frankfurt bietet, in den Wettbewerb einbringen. Alle unsere Alternativen zum neuen Hauptsponsor Fiat/Alfa Romeo kamen aus dem Ausland. Das zeigt mir, dass wir die besten Chancen haben, auch in Zukunft schneller als der Markt oder unsere Mittwebewerber zu wachsen, wenn wir die Internationalität dieser Stadt und der Region als Klub mitverkaufen und unsere internationalen Beziehungen weiter ausbauen.    

Das funktioniert aber doch nur, wenn die sportlichen Ergebnisse stimmen und lässt sich folglich kaum seriös planen.

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