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Im Gespräch: Eintracht-Vorstand Hellmann : „Angriff nach oben“

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Erstens: Unsere Mannschaft ist ganz anders in den Fokus gerückt. Man nimmt uns unter den „Top Ten“ der Bundesliga als Wettbewerber wahr und Sonderkonditionen bei Leihgeschäften gibt es da nicht mehr. Zweitens: Wir haben ein Auftaktprogramm, das eine enorme Herausforderung darstellt. Ein Saisonstart mit vier Siegen erscheint mir unwahrscheinlicher als letztes Jahr. Und zu guter Letzt, müssen wir die Erwartungshaltung im Umfeld berücksichtigen. Ich kann nur hoffen, dass die Spieler das nicht als Wackerstein auf dem Rücken empfinden, sondern mit Leichtigkeit zu Werke gehen. Gegen Bayern und Dortmund haben wir nichts zu verlieren. Aber Hertha und Braunschweig, da müssen wir aufpassen. Doch die Qualität in unserem Team ist da, so dass es keinen Grund gibt, pessimistisch nach vorne zu schauen.

Gibt es ein offizielles Ziel, das der Vorstand vorgibt?

Nein. Unsere Erwartung orientiert sich nicht an Ergebnissen oder Platzierungen in der kommenden Saison, sondern eher langfristig: Wir müssen in drei bis fünf Jahren anerkannter Bestandteil der „Top Ten“ der Bundesliga werden, um über die erhöhten TV-Gelder die Distanz zu den Spitzenklubs auf Dauer zu verringern. Gelingt das nicht, geht die Schere zu den Topadressen noch weiter auseinander. 

Viele Verträge laufen im Sommer 2014 aus. Wie wollen Sie der dadurch zwangsläufig aufkommenden Unruhe im Kader in den kommenden Monaten begegnen?

Das wichtigste ist, dass wir den Spielern Chancen und Perspektiven über 2014 hinaus aufzeigen. Die Sportliche Führung weiß, wohin wir in Zukunft wollen und Sportdirektor Bruno Hübner ist genau der richtige, um dies den Spielern zu vermitteln, so dass sie sich bei Eintracht Frankfurt wohlfühlen. Er spricht mit ihnen auf Augenhöhe. Man merkt, dass er drei fußballspielende Söhne in dem Alter unserer Profis hat. Allerdings wird ein guter Draht allein nicht ausreichen, ein paar objektive Argumente werden auch dazu kommen müssen. Eins ist aber auch klar: Wir werden  unsere Deals künftig noch intensiver vorbereiten und frühzeitig schneller zuschlagen müssen, wenn wir der Meinung sind, den Richtigen gefunden haben.

Das ist ein interessanter Punkt: Man hat den Eindruck, als buhle die Eintracht bei Vaclav Kadlec um einen Profi mit Qualitäten eines Lionel Messi. Seit Wochen heißt es, er verfüge über außerordentliche Fähigkeiten, sei der Mann der Wahl,  es falle rasch eine Entscheidung. Von wegen. Stattdessen wurde Nobody Marvin Bakalorz verpflichtet. Wie passt das zusammen?

Es ist für mich ausgesprochen gewöhnungsbedürftig, dass die Transferbemühungen alle punktgenau in der Öffentlichkeit stattfinden. Höhepunkt in dieser Sache waren unsere Verhandlungen mit Joselu in einer Neu-Isenburger Gastronomie, die am anderen Tag auf einem Bild in der Zeitung zu sehen waren. Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist, um einen Wechsel schnell und zielführend und zu Konditionen abzuschließen, die für Eintracht Frankfurt gut sind. Da müssen wir uns alle überprüfen. Denn schlimm wird es dann, wenn Verhandlungen unter dieser medialer Begleitung  eben nicht zum Abschluss kommen, denn dann bleibt etwas hängen, was dem Klub schadet.

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