https://www.faz.net/-gtl-30x9

Iglu-Bauen : Kurse für Schneebaumeister

  • -Aktualisiert am

Häuslebauer im Schneemeer Bild: srt

Kreativität statt Mut ist beim Iglubauen gefragt: In Deutschland, der Schweiz und in Österreich können Freizeit-Eskimos lernen, wie man auch bei 20 Grad minus in den Bergen überlebt.

          3 Min.

          Ob feiner Pulverschnee im Januar oder Bruchharsch im März - ein Iglu zu bauen ist bei jeder Schneelage möglich. Lediglich die Bauweise unterscheidet sich. Ob sich nun gestampftes oder kristallisiertes Material besser eignet - das können Eskimofans bei Iglubaukursen lernen. Bei einigen Kursen übernachten die Baumeister anschließend im selbstgeschaffenen Bauwerk.

          Im Bayerischen Wald bietet die Waldschrat Adventure Company Iglu-Baukurse an. Am Wochenende stapfen die Teilnehmer in Schneeschuhen zu ihrem Bauplatz, und dann geht es auch schon los. Nach einer Einführung in die unterschiedlichen Möglichkeiten der Nordpolarchitektur dauert der Bau etwa vier bis fünf Stunden. Nach getaner Arbeit schmeckt das Abendessen am Lagerfeuer dann so richtig gut. Damit die Teilnehmer auch in der Wildnis überleben können, lernen sie, wie man eine Feuerstelle anlegt, Schneeblindheit, beziehungsweise Erfrierungen vorbeugt und das Wetter richtig beurteilt. Ein zweitägiger Kurs kostet 149 Euro pro Person.

          Übernachten zwischen Eiswänden

          Mehr der Spaß als die Bautechnik steht beim Hütten-Trekking und dem Eskimo-Hütten-Weekend des Allgäuer Abenteuerveranstalters Ico im Vordergrund. Bei Balderschwang steigen die Teilnehmer zu einer Selbstversorgerhütte auf den Berg hinauf. Von diesem Basislager aus starten die Aktivitäten. Beim dreitägigen Hüttentrekking stehen Schneeschuhtouren, Survival-Tipps und Iglu-Bau auf dem Programm (Preis etwa 169 Euro). Beim Weekend können die Baumeister warm eingepackt in dicken Schlafsäcken auf der Iso-Matte auch im Iglu übernachten - wenn sie den Weg nach Abendessen und Hüttenzauber finden (Preis etwa 125 Euro).

          Wie müssen die Schneewände eines Iglus geschichtet werden, damit sie nicht einstürzen? Diese Frage beantwortet der Bergführer Gino Baganini in Samedan im Oberengadin. Zunächst erklimmen die Teilnehmer den Muottas Muragl, einen Aussichtsberg zwischen Pontresina und St. Moritz. In 2.450 Meter Höhe machen sich alle gemeinsam ans Bauen. Sind die Iglus fertig, wartet ein Fondue-Essen im Bergrestaurant. Hier können sich die Iglu-Architekten vor der Nacht im Eishaus noch einmal richtig aufwärmen. Am nächsten Tag geht es dann mit Schlitten hinab ins Tal. Wochenendkurse finden im Januar und Februar statt und kosten 250 Schweizer Franken (ca. 155 Euro). Kinder sollten mindestens zehn Jahre alt sein. Sie zahlen 180 Schweizer Franken (ca. 111 Euro).

          Snowboard-Reise über fünf Tage

          Ein Snowboard- und Iglu-Camp für Youngster zwischen 15 und 21 Jahren bietet der Reiseveranstalter Young Travel im Unterengadin an. Für einen Tag und eine Nacht ziehen die "Camper" während einer fünftägigen Snowboardreise nach Scuol in das Schneehaus um. Mit Schneeschuhen stapfen sie zum Iglu-Camp. Dort lernen sie alles über den Bau eines Iglu. Anschließend wird im Iglu-Restaurant gefeiert. Dann geht es in den Schlafsack - wahlweise auch in einem Topless-Iglu mit freier Sicht auf den Sternenhimmel. Preis: ab 267 Euro inklusive Busanreise, drei Hotelübernachtungen und eine Nacht im Iglu, Halbpension sowie Verleih von Schneeschuhen und Schlafsack.

          Nach uralter Eskimo-Methode baut Inuit Adventures die Iglus. Im Team errichten die Seminarteilnehmer nach überlieferter Technik und Tradition große Schneehäuser, in denen Platz für fünf Personen ist. In diesen Iglus hat es immer Plusgrade - auch wenn draußen der Wind pfeift und es minus 50 Grad haben sollte. Für Josef Mondl steht neben der Bautechnik "das miteinander tun" im Vordergrund. Die Seminare finden auf der Hochfläche der Rax etwa 80 Kilometer südwestlich von Wien in Niederösterreich statt. Zwei Tage kosten 167 Euro. Der Fortgeschrittenenkurs, bei dem zum Beispiel auch Fenster eingebaut werden, kommt auf 189 Euro. Das dreitägige Seminar, bei dem zusätzlich eine Schneeschuhwanderung und Überlebenstechniken auf dem Programm stehen, kostet 240 Euro.

          Mit dem Ranger durch den Nationalpark

          Als Tagesspaß bietet Club Montée einen Iglu-Baukurs an. Im Tennengebirge bei Salzburg erstellen die Häuslebauer unter Anleitung eines Bergführers ein Schneeprofil, nach dem sie die richtigen Schichten für die Schneeziegel bestimmen. Das Bauwerk wird anschließend bei Glühwein eingeweiht (halber Tag: 46 Euro, ganzer Tag: 69 Euro). Wer länger bleibt, der kann auch die Nacht im Iglu verbringen (160 Euro mit Vollpension).

          Mit dem Ranger in die Natur: Jeden Mittwoch und Donnerstag erkundet ein Nationalparkführer mit Naturinteressierten die stille Winterwelt. Viel erzählt der Ranger davon, wie die Natur der kalten Jahreszeit trotzt. Zum Beispiel graben einige Tiere sich ein Notbiwak, um von der Oberfläche weg zu kommen und die gute Isolierung des Schnees zu nutzen. Wenn es die Schneeverhältnisse erlauben, machen die Naturwanderer es den Tieren nach. Sie bauen ein Iglu oder graben eine Höhle in eine Schneewächte. Die Touren sind für jede Altersgruppe ab acht Jahren möglich. Inklusive in dem besucherfreundlichen Preis von 7,50 Euro sind Ausrüstungsgegenstände wie Schneeschuhe und Lawinenpieper.

          Weitere Themen

          Münchner Skateboarder will zu Olympia Video-Seite öffnen

          Für den Libanon : Münchner Skateboarder will zu Olympia

          Ali Khachab ist Münchner, doch bei den Sommerspielen 2020 in Tokio will er für den Libanon an den Start gehen, die Heimat seiner Vorfahren. Der 28-Jährige ist Skateboarder, und davon gibt es im Libanon nur sehr wenige.

          Wann ist Hand eigentlich Hand?

          Angewandte Regelkunde : Wann ist Hand eigentlich Hand?

          Schiedsrichter, Juristen und ein Philosoph interpretieren die umstrittene Regel durchaus unterschiedlich. Brych sagt gerne zu den Spielern: „Wir spielen Fußball. Wenn du Hand spielst, hast du ein Problem.“

          Topmeldungen

          Rennen um SPD-Spitze : Das Duell der Ungleichen

          Scholz zieht den Säbel, Geywitz sekundiert: Ihre Gegner, Esken und Walter-Borjans, Lieblingskandidaten der Jusos, sehen im direkten Duell der SPD-Spitzenkandidaten blass aus. Ein Abend im Willy-Brandt-Haus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.