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Hintergrund vom DFB-Bundestag : Bewegender Abschied von Egidius Braun

  • -Aktualisiert am

Inniger Abschied: Egidius Braun mit Ehefrau Marianne Bild: dpa

Tief bewegt und innerlich aufgewühlt reagierte Egidius Braun auf seinen Abschied vom Deutschen Fußball-Bund.

          2 Min.

          Tief bewegt und innerlich aufgewühlt reagierte Egidius Braun auf seinen Abschied. Alle verneigten sich vor dem 76-Jährigen, der nach neun Jahren sein Amt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitagabend während eines dreieinhalbstündigen Festaktes zum Auftakt des 37. DFB-Bundestages aufgab.

          Bundeskanzler Gerhard Schröder, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reinhard Höppner, Fifa-Präsident Sepp Blatter, sein Nachfolger Gerhard Mayer-Vorfelder, DSB-Präsident Manfred von Richthofen und vor allem sein enger Freund, Uefa-Präsident Lennart Johansson in einer langen Laudatio würdigten im Theater von Magdeburg das Wirken des Aacheners. Den rund 800 anwesenden Delegierten und Ehrengästen war klar: Mit dem Abtritt von Braun geht im DFB ein Ära zu Ende.

          Schröders Dank für Braun

          „Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen danken für die hervorragende Arbeit, die Sie für den deutschen Fußball geleistet haben“, sagte Schröder: „Sie sind nicht nur ein Glücksfall für den deutschen Fußball, sondern haben auch international Zeichen gesetzt. Und vor allem waren Sie ein Fürsprecher der Millionen von Fußball-Begeisterten“, erklärte der Regierungschef.: „Sie, Herr Braun, waren es, der berichtigt immer wieder vor den kommerziellen Auswüchsen des Fußballs gewarnt hat.“

          Braun, seine Frau Marianne an seiner Seite und die beide Söhne im Publikum wissend, saß in der ersten Reihe und verfolgte die Lobeshymnen hellwach und aufmerksam. Als er den Saal betreten hatte und lächelnd den Arm hoch reckte, um seine langjährigen Weggfährten zu grüßen, brandete der größte Beifall des Tages auf. Selbst der Applaus für den Kanzler, der erneut mit einer Rede voller Fußball-Kenntnisse und Bonmots brillierte, konnte nicht mehr Beifall einheimsen.

          Der „Macher mit Herz für die Kleinen“ musste wortlos bleiben

          Als Lothar Matthäus als vierter Spieler nach Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer zum Ehrenspielführer der Nationalelf erklärt worden war, kam der Münchner an den Rand der Bühne, lehnte sich herunter und tätschelte Braun die Wange. DFB-Teamchef Rudi Völler und viele andere, die Braun erstmals seit seinem Herzinfarkt im Juli 2000 gesehen hatten, umarmten den langjährigen DFB-Chef.

          Der zweite Teil des Festaktes war sogar dem Aachener komplett gewidmet. In einem Film wurde sein Gesamtwirken für den Fußball gewürdigt, Mayer-Vorfeld überraschte mit Nachricht, der DFB habe ein Buch mit dem Titel „Die Ära von Egidius Braun“ verlegt. Für den Macher mit dem Herz für die Kleinen, der seit aufgetretenen Schwierigkeiten bei einer Bypass-Operation im vergangenen Sommer Sprechprobleme hat, wurde ein fast ergreifender offizieller Abschied inszeniert.

          Wahl zum Ehrenpräsidenten

          Mit der Wahl zum Ehrenpräsidenten des DFB, zur der die Delegierten ihre Zustimmung gaben, indem sie sich von den Plätzen erhoben, gehört der Aachener weiter der Führung des Verbandes an. Doch der Auftritt war für ihn auch mit einem Novum verbunden: Erstmals richtete Braun keine öffentlichen Worte an die Delegierten. Darum hatte er gebeten. Seine Frau Marianne sagte stellvertretend für „Edi“: „Ich kann auch keine Rede halten, aber ich bedanke mich bei allen, die meinen Mann so geliebt haben.“ Und sein Freund Johansson schloss die sehr persönliche offizielle Laudatio mit dem Versprechen: „You'll never walk alone.“ (Du wirst niemals allein gehen).

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