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Doping : Was ist eigentlich Nandrolon?

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          1 Min.

          Nandrolon gehört zu der im Sport verbotenen Substanzklasse der Anabolika. Anabole Stoffe werden wegen ihrer muskelwachstumsfördernden Wirkung eingesetzt. Sie verbessern den Eiweissaufbau in der Skelettmuskulatur und vermindern den Körperfettanteil. Außerdem unterstützen Anaboloika hartes körperliches Training, da sie die Regenerationszeit herabsetzen. Besonders bei Frauen fördern sie Höchstleistungen in Kraft- und Schnellkraftsportarten.

          Die klassischen Anabolika sind chemische Verwandte des natürlichen Sexualhormons Testosteron. Dieses wird beim Mann mit Hilfe von Enzymen aus Cholesterin im Hoden produziert. Sechs bis acht mg Testosteron ist die Tagesproduktion eines Erwachsenen. Testosteron wirkt anabol und androgen. Anabol heisst aufbauend: Durch vermehrte Eiweiss-Synthese wachsen die Muskeln, ein Kraftgewinn wird erzielt. Androgen meint aufbauend bezüglich der Sexualorgane, ein vermännlichender Effekt ist die Folge.

          Risiken und Nebenwirkungen

          Bei der halbsynthetischen Herstellung der Anabolikaprodukte wird versucht, die anabole Wirkungsweise von Testosteron zu verstärken, die androgenen Wirkungen dagegen zu unterdrücken. Dies gelingt allerdings nicht vollständig, so dass unerwünschte und verräterische Nebenwirkungen wie stärkerer Bartwuchs und tiefere Stimme gerade bei Frauen nicht ausbleibt. Weitere Risiken sind Akne, Depressionen, Wahnvorstellungen und Leberkrebs.

          Nandrolon ist ein Klassiker unter den Kraftmachern, das schon in den fünfziger Jahren entwickelt und eingenommen wurde. Als fettlösliche Substanz musste es allerdings intramuskulär injiziert werden und hatte Depotwirkung. Ein entlarvender Nachteil, da es über lange Zeit nachgewiesen werden konnte.

          Prominente Sünder-Liste

          Verwandte Produkte des Nandrolons, 19Nortestosteron, 19 Norandrostendion und 19 Noranstendiol sind dagegen wasserlöslich. Sie können oral eingenommen werden und sind nicht so lange nachweisbar. Die Wirkungen laufen auf das gleiche heraus: In den Urinproben finden sich die gleichen Abbauprodukte.

          Da es auch endogene, also körpereigene Quellen für die Nandrolon-Abbauprodukte gibt, wurden die Grenzwerte auf 2,0 Nanogramm (milliardstel Gramm) bei Männern, und 5,0 Nanogramm pro Milliliter Urin bei Frauen festgelegt.

          Die Liste prominenter Nandrolon-Sünder der vergangenen fünf Jahre geht quer durch die Sportarten: Witali Klitschko (Boxen), Laurant Desbiens (Radsport), Petr Korda (Tennis), Merlene Ottey, Linford Christie und nicht zuletzt Dieter Baumann (Leichtathletik). Baumanns Nandrolon-Anteil im Urin lag über 20 nanogramm, Christies Werte stiegen sogar über 200.

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