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Heilkunde : Hörtraining - die Tomatis-Methode

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Kann trainiert werden: das Ohr Bild: AP GraphicsBank

Durch ein spezielles Hörtraining ist es möglich Verhaltensauffälligkeiten und Kommunikationsschwierigkeiten vor allem bei Kindern zu therapieren.

          Durch ein spezielles Hörtraining - auch Hörkur genannt - ist es möglich, Verhaltensauffälligkeiten und Kommunikationsschwierigkeiten vor allem bei Kindern zu therapieren.

          Der französische Hals-, Nasen-, Ohrenarzt Alfred Tomatis entwickelte auf der Basis seiner anfänglichen Studien über Gehörschäden bei Piloten eine spezielle Horchpädagogik. Er gewann aus empirischen Studien Erkenntnisse über den Zusammenhang von Hören, Sprechen und psychischer Verfassung.

          Horchen - mehr als nur Hören

          Tomatis stellte einen direkten Zusammenhang zwischen Kommunikation und Horchvermögen her. Kommunikation besteht im "Sich-Öffnen" einem anderen gegenüber. Dies geschieht im bewusst Hören - dem Horchen.

          Kommunikationsschwierigkeiten haben ihre Ursache häufig in einer eingeschränkten Fähigkeit bewusst zu hören. Ein gezieltes Training des Gehörs hat in diesem Fall eine Verbesserung der Aufnahmebereitschaft und der sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten zur Folge.

          Hilft verhaltensauffälligen Kindern

          Zur Behandlung mit der Tomatis-Methode sind vor allem Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern geeignet, die sich in Sprach- und Leseproblemen, Unaufmerksamkeit, Lernproblemen in der Schule und in einer erschwerten musikalischen Entwicklung äußern. Besonders beim Erlernen von Fremdsprachen ist das Hörtraining hilfreich. Darüber hinaus hat es positive Auswirkung auf das allgemeine Befinden und die Körperhaltung.

          Individueller Ablauf des Hörtrainings

          Am Beginn einer Behandlung steht immer ein ausführlicher Horchtest. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie der Patient seine meist normale Hörfähigkeit im Alltag zum Horchen einsetzt und wo seine Schwierigkeiten liegen. Danach folgt ein regelmäßiges Horchtraining mit dem "elektronischen Ohr", einer Art Kopfhörer der spezielle Tonfrequenzen erzeugt.

          Über den Kopfhörer bekommt der Patient vor allem Tonfrequenzen zu hören, die er im Horchtest nur schlecht oder gar nicht wahrgenommen hat. Durch stetes Erweitern dieser Tonfrequenzen, die meist als Musik eingespielt werden, übt der Patient sein Horchvermögen. Weitere Horchtests zeigen die erzielten Fortschritte auf und ermöglichen eine individuelle Anpassung des Trainingsverlaufs.

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