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WM-Halbfinale gegen Norwegen : Eine Warnung für die deutschen Handballer

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„Wir werden uns ausruhen“: Torwart Andreas Wolff und sein Plan vor dem WM-Halbfinale. Bild: dpa

Mit viel Selbstvertrauen geht Deutschland ins Halbfinale der Heim-WM. Doch Gegner Norwegen ist ein großer Brocken. Dazu macht der Umzug nach Hamburg den Handballern ein wenig Sorge.

          Die deutschen Handballer sind gewarnt. Denn jetzt bekommen sie es mit dem WM-Zweiten zu tun. Im Halbfinale der Heim-WM spielt die DHB-Auswahl am Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) in Hamburg gegen Norwegen um das begehrte Endspiel-Ticket. Die Vorbereitung auf dieses Top-Spiel begann bereits unmittelbar nach dem 31:30-Sieg über Spanien zum Abschluss der WM-Hauptrunde. Was erwartet die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop gegen Norwegen? Und wie ist der Plan für diesen Donnerstag?

          Handball-WM 2019

          „So viel wie möglich“ wollte nicht nur Rechtsaußen Patrick Groetzki schlafen. Angesichts der engen Spieltaktung kommt der optimalen Regeneration der Spieler bei der WM eine große Bedeutung zu. Auch Donnerstag steht nicht viel auf dem Programm. „Wir werden uns ausruhen, wir werden uns mit Christians Video und Taktiktraining auf den kommenden Gegner vorbereiten“, sagte Torhüter Andreas Wolff. „Wir stehen seit vielen Jahren mal wieder im Halbfinale. Wir sind sehr heiß auf das Spiel", sagte Prokop aber schon einmal. Es ist das erste WM-Halbfinale einer deutschen Handball-Nationalmannschaft seit dem goldenen Wintermärchen 2007 und das wichtigste Spiel für den Deutschen Handballbund (DHB) seit dem EM-Finale vor drei Jahren.

          Nach einem gemeinsamen Frühstück wird die deutsche Mannschaft um die Mittagszeit nach Hamburg fliegen. Um 12.15 Uhr hebt der Flieger EW 7019 von Köln/Bonn nach Hamburg ab und soll dort planmäßig um 13.20 Uhr landen. Das Team wird dort wieder in einem noblen Golfhotel wohnen, schon im Rahmen der WM-Vorbereitung hatte es dort Station gemacht.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Bundestrainer Prokop begann schon in der Nacht mit der Vorbereitung auf die Norweger. Viel Schlaf gönnt sich der 40-Jährige bei Großturnieren ohnehin nicht. Gemeinsam mit seinem Ko-Trainer seziert Prokop jedes Verhaltensmuster des nächsten Gegners. Mit den Videos bereitet er dann auch seine Spieler auf alle Stärken und Schwächen vor. Das Selbstvertrauen der deutschen Handballer ist aber so oder so groß: In den bisherigen acht Spielen der Heim-WM blieb das deutsche Team ungeschlagen, es gab sechs Siege und zwei Remis. „Wenn wir das Halbfinale gewinnen wollen, brauchen wir alle am Optimum“, sagte Prokop

          Die Norweger haben sich in den vergangenen Jahren in der Weltspitze etabliert. Nachdem sie für die WM 2015 nicht malqualifiziert waren, wurden sie bei der WM 2017 direkt Zweiter. Bei der erfolgreichen EM 2016 hatte die deutsche Mannschaft ebenfalls im Halbfinale gegen Norwegen gespielt – und damals eine hochdramatische Partie für sich entschieden. Die positive Entwicklung der Norweger hängt vor allem mit Trainer Christian Berge zusammen. „Wir wissen, die sind extrem schnell und unglaublich gut auf den Beinen. Es wird immer darum gehen, dass wir es schaffen, mit unseren Spielern zu doppeln“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

          In die Hamburger Arena passen rund 6000 Zuschauer weniger als in Köln. Es werde „sehr, sehr schwierig sein“, die Stimmung von Köln und Berlin zu toppen, sagte Torhüter Wolff. Der Keeper vermutet, dass aufgrund der Nähe zu Skandinavien auch viele Norweger in der Halle sein werden. „Ich hoffe trotzdem, dass die Mehrheit für uns ist.“ Das letzte Duell der beiden Teams im Juni 2018 in München verlor die DHB-Auswahl mit 25:30. Im EM-Halbfinale 2016 gewann Deutschland 34:33 nach Verlängerung. Zwei Tage später wurde das DHB-Team Europameister.

          Handball-WM 2019

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