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Handball-WM : Die Schmerzen des Uwe Gensheimer

  • Aktualisiert am

Für den ganz großen Wurf reichte es für Uwe Gensheimer bei der WM nicht. Bild: dpa

Uwe Gensheimer ist seit fünf Jahren Kapitän der deutschen Handballer. Ein großer Titel bleibt ihm aber auch bei der Heim-WM verwehrt. Viele Chancen wird er nicht mehr bekommen.

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          Vielleicht kommt Uwe Gensheimer nie wieder so nah heran. Der Kapitän der deutschen Handballer ist jetzt 32 Jahre alt. Eine Weltmeisterschaft in Deutschland wird er nicht mehr erleben. Eine „Once-in-a-lifetime-Chance“, eine einmalige Gelegenheit, sei dieses WM-Halbfinale im eigenen Land gewesen, sagte der schwer enttäuschte Linksaußen nach dem 25:31 in Hamburg gegen Norwegen. Eine Chance, die für ihn nicht mehr wiederkommt. Selbst die Bronzemedaille blieb ihm durch die 25:26 (13:9)-Niederlage gegen Frankreich am Sonntag im dänischen Herning verwehrt.

          Handball-WM 2019

          Man könnte schnell an Michael Ballack denken, den einstigen Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft, ebenfalls ein außergewöhnlicher Spieler. Der Gewinn einer Welt- oder Europameisterschaft blieb ihm aber versagt. In der Champions League war Ballack mit dem FC Chelsea einmal ganz nah dran, scheiterte 2008 aber im Elfmeterschießen an Manchester United. Die Königsklasse konnte Gensheimer bisher ebenfalls nicht gewinnen, obwohl er vor allem deswegen im Sommer 2016 zum Starensemble von Paris Saint-Germain gewechselt war. 

          Nach Informationen des „Mannheimer Morgen“ geht er demnächst zurück zu den Rhein-Neckar Löwen. Das meldete die Zeitung am Montag auf ihrer Homepage. Der Handball-Bundesligaverein hatte zuvor zu einer Pressekonferenz am Mittwoch eingeladen, ohne einen konkreten Anlass dafür zu nennen. Ein Sprecher des Klubs sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist eine zukunftsweisende Entscheidung für die Rhein-Neckar Löwen.“ Gensheimer war bereits von 2003 bis 2016 für die Löwen aktiv. Schon seit Monaten waren von den Löwen und dem Weltklasse-Linksaußen immer wieder Signale gegeben worden, dass eine Rückkehr nach Mannheim möglich ist. 

          Für den WM-Titel der DHB-Auswahl reichte diesmal auch kein Gensheimer in Top-Form. „Natürlich tut das weh“, sagte Gensheimer. An ihm lag das Halbfinal-Aus jedenfalls nicht. Sieben von acht Versuchen versenkte er im norwegischen Tor. Er ist bei diesem Turnier der mit Abstand beste Torschütze der deutschen Mannschaft. Gensheimer sei nach wie vor „der beste Linksaußen der Welt“, findet nicht nur der ehemalige Weltklasse-Spieler Stefan Kretzschmar. Tatsächlich beeindruckt der Familienvater noch immer mit seinen teils unglaublichen Würfen aus den unmöglichsten Winkeln. Einen „Gummi-Arm“ habe er, titelte zuletzt die „Sport Bild“.

          Aber was bleibt trotz dieser außergewöhnlichen Fähigkeiten? „Wenn man wieder zu Hause ist und vielleicht auf der Straße angesprochen wird, dann wird man vielleicht eher mal realisieren, was wir in den letzten zwei Wochen erreicht haben“, sagte Gensheimer nach der Niederlage gegen Norwegen. „Wir haben gekämpft, wir haben alles gegeben - das können wir uns nicht vorwerfen.“ Schwächephasen hatte er selbst nur in den Partien gegen Serbien und Kroatien. Ansonsten war auf Gensheimer Verlass. Wie viele Chancen auf große Titel er mit dem Nationalteam künftig noch bekommt, hängt nun zu großen Teilen von ihm selbst ab.

          Denn noch ist er in der DHB-Auswahl auf seiner Position die klare Nummer eins. Dass ein Matthias Musche noch nicht auf Gensheimers Niveau agieren kann, wurde bei dieser WM deutlich. Hält Gensheimer dieses Level, wird er noch viele Turniere mit der deutschen Mannschaft spielen können. Vielleicht sogar die Europameisterschaft 2024 (Spielplan der Handball-EM 2020), die in Deutschland ausgetragen wird. Er wäre dann 37 Jahre alt.

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