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WM-Aus von Kühn : „Das ist sehr bitter für alle“

  • Aktualisiert am

Julius Kühn (am Ball) fehlt bei der Handball-WM 2019. Bild: dpa

In gut zwei Monaten starten die deutschen Handballer in die Heim-WM. Die letzten Pflichtspiele werden zwar locker gewonnen. Doch die schwere Verletzung von Julius Kühn trübt die Stimmung gewaltig.

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          Der bittere WM-Ausfall von Rückraum-Ass Julius Kühn rückte den lockeren Aufgalopp der deutschen Handballer in die EM-Qualifikation in den Hintergrund und trübte 73 Tage vor dem Anpfiff der Heim-Endrunde die Vorfreude im DHB-Team. Der 25-Jährige vom Bundesligaverein MT Melsungen zog sich am Sonntagabend beim 30:14-Sieg im Kosovo einen Kreuzbandriss zu und fällt nach Angaben seines Vereins mindestens sechs Monate aus. „Das ist sehr bitter für alle – für den Spieler, für unseren Verein wie auch für die Nationalmannschaft“, sagte Melsungens Vorstand Axel Geerken am Montagabend.

          Kühn war in der vergangenen Saison mit über 200 Treffern bester Torschütze der Handball-Bundesliga und zählte in der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren zum Stammpersonal. „Julius Kühn wird für uns ganz wichtig sein was die Wurfgewalt jenseits von neun Metern angeht. Damit lockt er die Abwehr heraus“, hatte Bundestrainer Christian Prokop in der Vorwoche noch die Bedeutung des Blondschopfs in seinen WM-Planungen herausgehoben. Nun muss er nach Alternativen suchen.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Kühn soll am Dienstagvormittag am verletzten Knie operiert werden. Die WM, in die das deutsche Team am 10. Januar in Berlin gegen eine Auswahl Koreas startet, wird er nur als Zuschauer verfolgen. Auch Melsungen wird den wuchtigen Rückraumschützen vermissen. „Mit Julius Kühn fällt nicht nur unser bester Torschütze, sondern auch ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Mannschaftsgefüge für längere Zeit aus. Das ist ein wirklicher Nackenschlag“, sagte Geerken.

          Für die DHB-Auswahl ist dies ein Rückschlag, zumal Prokop nach dem Gastspiel im Kosovo festgestellt hatte: „In puncto Chancenverwertung haben wir noch Steigerungspotential.“ Denn der Erfolg beim krassen Außenseiter hätte durchaus höher ausfallen können. Manchmal fehlte auch das Tempo, um selbst eine Mannschaft wie die des Kosovos mal zu überraschen. Und so dürfte Prokop mit Blick auf die Nominierung seines vorläufigen WM-Kaders am 10. Dezember eine Erkenntnis gewonnen haben, die er schon nach der desolaten EM im vergangenen Januar hatte: Dass es dem deutschen Handball derzeit an einem Spielmacher von Weltklasse-Format fehlt.

          „Sicherlich ist die Erkenntnis von Christian Prokop nachzuvollziehen, dass das schon bei der vergangenen EM eine Problemposition war“, sagte der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand der Deutschen Presse-Agentur. Der 66-Jährige äußert daher auch Verständnis dafür, dass Prokop zuletzt sogar den Zweitliga-Profi Martin Strobel zurück ins Nationalteam geholt hat.

          Wen der Bundestrainer am 10. Dezember in sein vorläufiges 28er-Aufgebot für die WM beruft, dürfte nicht nur deshalb spannend werden. Spätestens bis zum Eröffnungsspiel in Berlin muss er seinen Kader dann auf 16 Spieler reduzieren. Empfehlen können sich seine Spieler noch in drei Testpartien: Am 12. Dezember in Rostock gegen Polen, am 4. Januar in Hannover gegen Tschechien sowie am 6. Januar in Kiel gegen Argentinien. Spätestens dann muss Prokop wissen, auf welche Spielmacher und Schützen im rechten Rückraum er bei der WM vertrauen will.

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