https://www.faz.net/-gtl-9j216

Ärger bei Handball-WM : „Jeder Idiot sieht, was hier los ist“

  • Aktualisiert am

„Der Handball sollte mehr genossen werden“: Islands Torwart Björgvin Gustavsson. Bild: Reuters

Das Klagen über die Belastungen der Handballer ist nicht neu. Nun greift Islands Torwart den Präsidenten des Weltverbandes hart an. Das Interesse der Zuschauer ist dennoch enorm und führt zu einem Rekord.

          2 Min.

          Der isländische Nationaltorhüter Björgvin Gustavsson hat die hohe Belastung für die Spieler bei der Handball-WM in Deutschland und Dänemark beklagt. „Jeder Idiot sieht, was hier los ist. Der Handball sollte mehr genossen werden, und ich verspreche, der Handball wird hier momentan in Deutschland nicht genossen. In jeder Mannschaft weinen sie darüber. Das ist jedes Jahr der gleiche Scheiß“, sagte der ehemalige Bundesligatorhüter im Gespräch mit dem Handball-Podcast Kreis Ab.

          Handball-WM 2019

          Gustavsson kritisierte zudem Weltverbandspräsident Hassan Moustafa. „Moustafa hat das letzte Wort. Es gibt nur ein Wort und das ist sein Wort. Es spielt keine Rolle, was wir anderen machen“, sagte Gustavsson. Island war nach drei Niederlagen in der Hauptrunde als Tabellenletzter in der deutschen Gruppe ausgeschieden.

          Zuvor hatte schon Islands Trainer Gudmundur Gudmundsson den Spielplan der Handball-WM scharf kritisiert. „Wie kann man so etwas planen? Das verstehe ich nicht. Wir haben in fünf Tagen vier schwere Spiele. Das ist nicht fair und muss geändert werden“, sagte Gudmundsson zu Beginn der Hauptrunde. Nach den Vorrundenspielen am Mittwoch vergangener Woche gegen Japan und am Donnerstag gegen Mazedonien traf Island in der Hauptrunde am Samstag auf Deutschland und am Sonntag auf Frankreich.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          „Das ist gefährlich für die Gesundheit der Spieler. Sie brauchen einen Erholungstag. Darüber muss man reden“, sagte Gudmundsson. Der einzige freie Tag am Freitag war ein Reisetag. Seine Kritik, dass Frankreich „vor dem Spiel gegen uns zwei Tage frei“ habe, stimmte allerdings nicht. Die Franzosen trafen am Samstag auf Europameister Spanien.

          Positive Nachrichten gibt es aber auch von der Handball-WM. Schon vor den Halbfinal-Spielen am Freitag wurde ein Zuschauerrekord aufgestellt. „Wir haben ein Gesamtergebnis mit Dänemark zusammen, Stand heute, mit 837.000 Besuchern“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Handballbundes (DHB), Mark Schober, am Donnerstagmorgen in Köln. Das sei berechnet auf Basis der Einzelspiele. Der bisherige Rekord war mit 750.000 Zuschauern bei der Heim-Weltmeisterschaft 2007 aufgestellt worden. „Ich hab das noch nicht erlebt. Und selbst in handballbegeisterten Ländern erlebst du das außerhalb von Deutschland nicht“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Am Freitag werden in Hamburg die beiden Halbfinals ausgetragen, das Endspiel sowie das Spiel um den dritten Platz folgen am Sonntag im dänischen Herning.

          Auch im Fernsehen bleiben die deutschen Spiele ein Quotenrenner. Den Hauptrunden-Abschluss gegen Europameister Spanien (31:30) verfolgten in der ARD im Schnitt 9,09 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil lag bei 27,2 Prozent. Den höchsten Wert bei der Heim-WM hatte bisher das ZDF beim Hauptrundenspiel gegen Kroatien mit 10,02 Millionen Zuschauern erreicht. Dieser dürfte beim Halbfinale am Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) in Hamburg gegen Norwegen übertroffen werden. Ein Finale mit Beteiligung der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Sonntag im dänischen Herning würde das ZDF übertragen. Gleiches gilt für das Spiel um Platz drei.

          Die deutschen Handballer werden im Falle eines Einzugs ins Finale im Anschluss gemeinsam mit ihren Fans in Berlin feiern. Sollte die DHB-Auswahl am Sonntag um den Titel spielen, „werden wir Montag von Herning nach Berlin reisen, um mit unseren Fans dort eine Feier zu veranstalten“, sagte DHB-Präsident Michelmann. Die Feier würde in der Mercedes-Benz Arena stattfinden, wo die deutsche Mannschaft bereits ihre Vorrundenpartien gespielt hatte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Mike Pence, wird nicht beim Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump kooperieren.

          Trump-Impeachment : Giuliani und Pence verweigern Kooperation

          Die beiden Vertrauten von Präsident Trump sehen sich durch die Verfassung geschützt und lassen eine Frist zur Vorlage von Dokumenten in der Ukraine-Affäre verstreichen. Den Amtsenthebungsprozess betrachtet Giulianis Anwalt als eine „verfassungswidrige, grundlose und illegitime Untersuchung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.