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Deutscher Ärger bei WM : „Das ist ein zu großes Risiko und verantwortungslos“

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„Das ist ein zu großes Risiko für das Turnier“: Torwart Johannes Bitter (Mitte) über die Corona-Infektionen bei Kap Verde Bild: AFP

Trotz positiver Corona-Fälle darf Kap Verde bei der Handball-WM spielen. Am Sonntag soll der Turnierneuling deutscher Gegner sein. Doch bei der DHB-Auswahl gibt es Widerstand. Torhüter Johannes Bitter wird deutlich.

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          Torhüter Johannes Bitter will aufgrund der angespannten Corona-Situation bei der Handball-Nationalmannschaft Kap Verdes das direkte WM-Duell mit dem Außenseiter möglichst vermeiden. „Ich wünsche mir natürlich, dass wir nicht spielen“, sagte Bitter nach dem souveränen WM-Start der deutschen Handballspieler gegen Uruguay (43:14) am Freitag.

          Handball-WM 2021

          Beim WM-Neuling waren am Donnerstag nach der Ankunft in Ägypten vier Spieler positiv auf Corona getestet worden. Eine weitere Testreihe am Freitag ergab jedoch ausschließlich negative Befunde, sodass Kap Verde wie geplant am Turnier teilnehmen darf. Deutschland trifft planmäßig an diesem Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) auf den Underdog.

          „Ich finde es schwierig. Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist das fahrlässig, dass sie spielen“, sagte Bitter und bezeichnete die Partien mit kapverdischer Beteiligung als „verantwortungslos“: „Das ist ein zu großes Risiko für das Turnier.“ Das Team der Kap Verde startete am Freitag mit einem 27:34 gegen Ungarn in der deutschen Gruppe ins Turnier. Der Turnierneuling trat in Gizeh mit lediglich elf Spielern an und unterlag erwartungsgemäß. Eigentlich hätten 16 Namen im Spieltagsaufgebot des Außenseiters stehen dürfen.

          Im Anschluss an zwei EM-Qualifikationsspiele im November waren vier DHB-Spieler, darunter Bitter, an Covid-19 erkrankt. Gegner Bosnien-Hercegovina hatte vor dem Duell mit Deutschland mehrere Corona-Fälle zu beklagen. „Wir haben diese schlechte Erfahrung gemacht, deswegen versuchen wir das Risiko zu minimieren“, sagte Bitter, als Vorstand einer Spielergewerkschaft so etwas wie der „Außenminister“ des deutschen Teams.

          Wie genau das deutsche Team bis zum geplanten Spieltermin nun vorgehen will, steht noch nicht fest. Die Tatsache, dass Kap Verde nach anfänglicher Isolation in das deutsche Hotel einzieht, bewertet Bitter als nicht „so schlimm. Schlimm ist am Ende, wenn man spielt“, ergänzte der 38-Jährige. Der Torwart-Oldie hofft, dass die DHB-Auswahl „nicht zu irgendetwas gezwungen“ wird: „Im Moment würde keiner von uns gerne gegen sie spielen.“

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