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Handball-Kommentar : Das nächste Hurra in Frankreich

  • -Aktualisiert am

Das Gesicht des französischen Handballs: Nicola Karabatic. Bild: Reuters

Handball ist en vogue in Frankreich, wie sonst Fußball oder Rugby, eine Staatsangelegenheit sozusagen. Womöglich ist ein sich abzeichnendes Ende ein gewaltiger Antrieb bei der WM im eigenen Land.

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          Tempo, Tempo, nur nicht nachlassen. Im Handball zählt im Prinzip jede Sekunde. Ein Hochgeschwindigkeitssport, ein Kampfsport außerdem, ein faszinierendes Spektakel im besten Fall. Mit einer enormen Strahlkraft auf das Publikum in der Halle, gar auf ein ganzes Land. Das erleben nun die französischen Handballstars bei „ihrer“ Weltmeisterschaft, das kennen auch die Deutschen. Aus dem Jahr 2007 zum Beispiel, als die Weltmesse des Handballs, mit der Krönung der heimischen Nationalmannschaft in Köln unter Bundestrainer Heiner Brand, die Nation in ihren Bann zog.

          Oder, noch gar nicht so lange her, vom beherzten Auftritt in Polen, wo die Deutschen, angeleitet von Dagur Sigurdsson, dank einer außergewöhnlichen Vehemenz Europas Beste wurden. Sie haben jetzt aber erkennen müssen, dass ein Stück Nachlässigkeit, vielleicht sogar Überheblichkeit sehr schnell zum Scheitern führen kann.

          Frankreich ist, zumindest vorläufig, aus einem anderen Holz geschnitzt. Die „equipe tricolore“ im Handball, die über Nantes und Lille nach Paris gezogen ist, die in Lille nebenbei für einen Zuschauerrekord bei einem großen internationalen Turnier sorgte, hat sich bislang über alle Widerstände hinweggesetzt. Mit einer Geschlossenheit, die ihre Zuversicht nährte, an diesem Sonntag (17.30 Uhr / Live bei dkb.handball.de) den Gipfel im Welthandball zu erklimmen; es wäre der sechste Coup der Franzosen bei einem solchen Event.

          Sie waren als große Favoriten angetreten, und sie schafften es mit gemeinschaftlichen Anstrengungen, dieser Bürde gerecht zu werden. Besonders emotionale Tage somit für die Spieler um ihren Anführer Nikola Karabatic, für die neuen Trainer Didier Dinart und Guillaume Gille, die das Amt nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro von dem Maestro Claude Onesta übernommen haben. Und für die Grande Nation generell, die ihren Handball-Musketieren jetzt ausgiebig huldigt. Handball ist en vogue in Frankreich, wie sonst Fußball oder Rugby, eine Staatsangelegenheit sozusagen.

          Womöglich ist auch ein sich abzeichnendes Ende ein gewaltiger Antrieb für die Franzosen. Ihr Team steuert einem gewissen Umbruch entgegen, mancher aus der „goldenen Generation“ um den 40 Jahre alten Torwart-Recken Thierry Omeyer oder um den 37 Jahre alten Daniel Narcisse dürfte vor dem letzten Hurra stehen. Abschiedsstimmung bei den Glorreichen. Auch der Kämpfer Karabatic, immer noch beseelt von einem großen Willen, ist bereits jenseits der 30.

          Charismatische Spieler allesamt, jedoch ist Frankreichs Handball schon dabei, mögliche Nachfolger heranzuziehen. Den erst 21 Jahre alten Rückraumspieler Nedim Remili etwa, von dessen Wurfstärke die Franzosen bereits in diesen Tagen erheblich profitieren. Es ist derzeit in jedem Fall eine Mixtur von Spielern, die es in sich hat. Und Frankreich elektrisiert.

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