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Deutschland bei Handball-WM : „Das ist eine ganz tolle Sache“

  • Aktualisiert am

Auf dem Weg nach Köln: Matthias Musche und die deutschen Handballer. Bild: dpa

Der Abschied aus Berlin ist emotional. Nun geht es für die deutschen Handballer bei der WM in Köln weiter. Dort warten schwere Gegner. Und es ist unklar, ob ein wichtiger Spieler rechtzeitig gesund wird.

          Auf den Kölner Handball-Tempel freut sich Kapitän Uwe Gensheimer nun ganz besonders. „Ich nehme an, dass die Zuschauer in Köln genauso viel Gas geben wie in Berlin“, sagte der 32-Jährige nach dem 31:23 zum Vorrundenabschluss gegen Serbien. „Dann lassen wir uns einfach tragen.“ Der Abschied von den Zuschauern in der Berliner Mercedes-Benz Arena war emotional – aber in der größeren Arena in Köln wird die DHB-Auswahl eine ganz andere Lautstärke erwarten.

          Handball-WM 2019

          An diesem Freitag ziehen die deutschen Handballer in die Domstadt um. Dort beginnt am Samstagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) in der Hauptrunde der Heim-WM gegen Island der Kampf um das angepeilte Halbfinal-Ticket. Am Montag geht es gegen Kroatien (18.00 Uhr), am Mittwoch gegen Spanien (18.00 Uhr). Den erfolgreichen Vorrundenabschluss mit dem lockeren Sieg über Serbien nutzte Bundestrainer Christian Prokop bereits, um einige seiner Stammkräfte für die heiße Phase des Turniers zu schonen. Denn die wird es in sich haben.

          Die Gegner: Island, Spanien und Kroatien sind die deutschen Gegner auf dem erhofften Weg ins Halbfinale. Vor allem Europameister Spanien sowie Kroatien zählen zu den Handball-Schwergewichten des Turniers. Während die Iberer über einen in der Breite starken und ausgeglichenen Kader verfügen, stechen bei den Kroaten die Rückraumspieler Domagoj Duvnjak, Luka Stepancic und Luka Cindric heraus. Auch Island sollte man nicht nur wegen seines Superstars Aron Palmarsson auf keinen Fall unterschätzen.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Die Ausgangslage: „Nicht perfekt, aber optimal“: So beschreibt Torhüter Silvio Heinevetter die Ausgangslage für die deutsche Mannschaft. Angesichts von 3:1 Punkten, welche die DHB-Auswahl mit nach Köln nimmt, hat sie den angepeilten Halbfinal-Einzug selbst in der Hand. „Es war eine schwere Vorrundengruppe. Dass wir da so durchgehen mit der 3:1-Punktausbeute und dem guten Torverhältnis – das ist eine ganz tolle Sache“, sagte Bundestrainer Christian Prokop. Die Reihenfolge der Gegner spielt für ihn keine Rolle. „Ich finde es belanglos. Wir schauen auf uns. Wir haben drei Spiele in der eigenen Hand mit den Fans im Rücken. Die wollen wir erfolgreich gestalten, egal, wie der Gegner heißt“, sagte der Coach.

          Die Stimmung: Was gemeinsam mit dem lautstarken Publikum in Köln möglich ist, weiß der Deutsche Handballbund ganz genau. Bei der erfolgreichen Heim-WM 2007 hatte die DHB-Auswahl in der Kölner Arena das Finale gegen Polen gewonnen. Im Vergleich zur Berliner Mercedes-Benz Arena, wo Deutschland seine fünf Vorrundenspiele bestritt, können in Köln noch einmal knapp 6000 Zuschauer mehr dabei sein. „Die wird man schon merken. Ich hoffe, dass wir das gut annehmen und dem Druck standhalten können“, sagte Rückraumspieler Paul Drux.

          Die TV-Fans: Auch das bedeutungslose WM-Spiel gegen Serbien war ein Quoten-Hit. Durchschnittlich 6,67 Millionen Menschen sahen am Donnerstag in der ARD den mühelosen Sieg der bereits für die nächste Runde qualifizierten DHB-Auswahl gegen die zuvor ausgeschiedenen Serben. Das fünfte deutsche Spiel der Vorrunde hatte nach Angaben des Senders einen Marktanteil von 27,5 Prozent und war die meistgesehene ARD-Sendung des Tages. Der Durchschnitt der fünf Vorrunden-Partien lag bei mehr als 7,1 Millionen Zuschauern. Und bei den Hauptrunden-Spielen zur Prime Time um 20.30 Uhr dürften es kaum weniger werden.

          Das Personal: Der Einsatz von Linkshänder Steffen Weinhold in der Hauptrunde ist fraglich. Prokop ließ die Rückkehr des Rückraumspielers vom THW Kiel in den deutschen Kader offen. Weinhold hatte das Spiel gegen Serbien aufgrund einer Zerrung im Adduktorenbereich verpasst. „Wir hoffen auf eine schnelle Genesung von Steffen, aber da muss ich abwarten und Rücksprache mit unserer medizinischen Abteilung halten“, sagte Prokop. Die Mannschaft werde am Freitagmittag mit 17 Spielern von Berlin nach Köln reisen, die Partie gegen Island werde das DHB-Team im Gegensatz zum Serbien-Spiel aber definitiv wieder mit 16 Spielern bestreiten. Als Weinhold-Ersatz stünde Europameister Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) bereit.

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